Politik

Ukraine droht Moskau mit der Schließung der Grenze zu Russland

Lesezeit: 1 min
15.06.2014 18:11
Die Ukraine beschuldigt Putin, die Separatisten im Osten mit Waffen zu beliefern. Am Montag berät der Sicherheitsrat in Kiew daher über eine Schließung der Grenze und den Abbruch aller diplomatischen Beziehungen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Ukraine droht Russland mit dem Abbruch aller diplomatischen Beziehungen. Zudem wird darüber nachgedacht, die Grenze zu schließen.

Da Russland die Situation nicht entspanne, müsse Kiew nun dieses „äußerste Mittel“ ergreifen, so der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza. Er wirft Russland vor, die Separatisten mit Waffen zu versorgen. Am Montag soll der Sicherheitsrat in Kiew über die Grenzschließung beraten.

Die Separatisten weisen die Vorwürfe zurück, dass sie aus Russland drei Panzer erhalten hätten. Vielmehr sollen die Fahrzeuge aus ukrainischen Depots entwendet worden sein, so Separatistenführer Andrej Purgin. Die Russen hätten die Panzer vom Typ T-64 „längst aussortiert“, zitiert ihn DW.

Die ukrainische Armee erlebte den schwersten Schlag bei ihrer Offensive in der Ostukraine, als in der Nacht zum Samstag eine Militärmaschine abgeschossen wurde. Dabei kamen 49 Soldaten ums Leben (mehr hier). Präsident Petro Poroschenko droht den Separatisten mit Vergeltung für den „terroristischen Akt“ (mehr hier).

Vor der russischen Botschaft kam anschließend zu Ausschreitungen. Autos wurden umgeworfen, Steine und Farbbeutel auf das Gebäude geworfen. Die ukrainische Polizei hielt die Demonstranten nicht auf (mehr hier).

Auf Fernsehbilder von den Ausschreitungen ist auch der ukrainischen Außenminister zu sehen. Er bezeichnete Putin vor den jubelnden Demonstranten als „Scheißkerl“. Moskau kritisierte die Proteste scharf.

Sogar die USA sah sich gezwungen zu reagieren. Die US-Regierung ermahnte die Ukraine, die Sicherheit der diplomatischen Vertretung zu gewährleisten.

Neben den diplomatischen Beziehungen setzt Kiew auch die Energieversorgung aufs Spiel: Der Ukraine droht nach dem Ende der Verhandlungen mit Gazprom ein Stopp der Gaslieferungen ab Montag (mehr hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die gemeinsame EU-Plattform zur Gas-Versorgung funktioniert (noch) nicht
24.06.2024

Der europäische Rechnungshof hat sich mit der im April 2023 eingeführten Glas-Plattform der EU beschäftigt und am Montag erste...

DWN
Finanzen
Finanzen Fremdfinanzierung ohne Banken: Von Mikrokrediten bis Crowdfunding
24.06.2024

Auch abseits von klassischen Bankdarlehen gibt es Möglichkeiten für Unternehmen und Privatpersonen, sich Fremdkapital zu beschaffen und...

DWN
Politik
Politik Die Zukunft der Energiesicherheit in Zeiten geopolitischer Instabilität
24.06.2024

Unternehmen im Bereich Energiesicherheit sind aktuell stark gefordert. Sie müssen den Klimaneutralitätsplan bis 2025 verfolgen - trotz...

DWN
Politik
Politik Tag der Industrie: Scholz verspricht Entlastungen für Wirtschaft
24.06.2024

Der Kanzler skizziert beim Tag der Industrie erste Umrisse eines Wachstumspakets. Scholz zeigt sich zuversichtlich, dass dazu bei den...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Wirtschaft schwächelt: Geschäftsklima trübt sich ein, Insolvenzen steigen rapide
24.06.2024

Dämpfer für die deutsche Wirtschaft. Das Geschäftsklima hat sich im Mai wieder eingetrübt und die Firmeninsolvenzen nehmen massiv zu....

DWN
Immobilien
Immobilien Nachhaltige Stadtentwicklung: Die Rolle von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
24.06.2024

Ende Mai wurde in weiten Teilen Deutschlands wieder eines deutlich: Die Klima-Herausforderungen werden immer größer. Welche...

DWN
Politik
Politik Gesundheitssystem Umfrage: Deutsche immer unzufriedener
24.06.2024

Immer mehr Bürger kritisieren Missstände im deutschen Gesundheitswesen. Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass ein Großteil der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Grüner Wasserstoff: Chance und Risiko für die Dekarbonisierung Deutschlands
24.06.2024

Deutschland setzt auf grünen Wasserstoff als zentralen Bestandteil der Energiewende. Er soll Stromengpässe ausgleichen und die Industrie...