„Gestorben für Putins Lügen“: OSZE entdeckt Massengräber bei Donezk

Lesezeit: 2 min
26.09.2014 00:16
Die OSZE hat in der Nähe von Donezk drei Massengräber entdeckt. Bei dem größten Grab wurde eine Plakette gefunden mit der Aufschrift „Gestorben für Putins Lügen“. Die Gräber liegen in einem Territorium, welches zur Zeit des Todes der Opfer von ukrainischen Milizen kontrolliert wurde. Die Milizen kämpfen an der Seite der ukrainischen Armee gegen die Rebellen. Die Regierung in Kiew, die von der EU und den USA unterstützt wird, müsse die Verbrechen aufklären, fordert der Linke-Politiker Andrej Hunko.

Das russische Außenministerium hat in Erfahrung gebracht, dass es in der Ostukraine Hinweise auf Massengräber gäbe.

Ein Sprecher der OSZE-Sonderbeobachtermission in der Ukraine bestätigte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten die Existenz solcher Gräber. Der Sprecher sagte, dass die OSZE von der Rebellengruppe auf die nicht markierten Gräber hingewiesen worden waren. Daraufhin begaben sich die Mitarbeiter an die angegebenen Orte.

„Das gestern gefundene Massengrab offenbart das Ausmaß der Grausamkeit, das von einem ukrainischen paramilitärischen Bataillon begangen wurde“, sagt der Abgeordnete der Linken, Andrej Hunko.

Die OSZE berichtet:

Die „Militärpolizei“ der Volksrepublik Donezk hat die OSZE-Sonderbeobachtermission (Special Monitoring Mission - SMM) auf drei nicht markierte Gräber aufmerksam gemacht. Zwei der Gräber befanden sich auf dem Gelände eines Bergwerks in der Nähe des Dorfes Komunar Nyzhnia Krynka, eines wurde direkt im Dorf entdeckt (35 Kilometer nordöstlich von Donezk).

In den beiden Massengräbern auf dem Bergwerks-Gelände sichteten die Mitarbeiter des OSZE am 23. September jeweils zwei Leichen. Alle vier Leichen waren bereits im Prozess der Verwesung. Die SMM fand auch acht 9-mm-Patronen von Makarow-Pistolen, etwa fünf Metern von den Leichen entfernt.

In der Nähe der Dorfgrenze entdeckte die SMM einen Haufen Erde, der ähnlich einem Grab aufhäuft war. In der Erde steckte eine Plakette, auf der auf Russisch die fünf Namen der Leichen standen und das Todesdatum: 27.08.2014. Auf der anderen Seite der Plakette stand: „Gestorben für Putins Lügen“.

Der Bericht der OSZE-Sonderbeobachtermission gibt einen Hinweis auf die offensichtliche Brutalität, mit der an der Seite der ukrainischen Armee kämpfenden Freischärler vorgegangen sind. Viele von ihnen treten ganz offen mit Hakenkreuzen und Runen auf und bekennen sich zu ihrer nationalsozialistischen Ideologie.

„Das gestern gefundene Massengrab offenbart das Ausmaß der Grausamkeit, das von einem ukrainischen paramilitärischen Bataillon begangen wurde. Die Tat ist ein klarer Verstoß gegen das internationale Strafrecht und stellt ein Kriegsverbrechen dar“, erklärt Andrej Hunko, Mitglied der Fraktion der Linkspartei im Bundestag und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.

Im Massengrab, das gestern in der Nähe von Donezk gefunden wurde, fanden die Aufständischen nach Informationen von Hunko Überreste von drei Frauen und einem Mann. Ob noch mehr Leichen in dem Grab sind, ist bisher nicht bekannt.

Unter der Überschrift „Kiew muss seine Bluthunde zurückpfeifen“ schreibt Hunko: „Die Verbrechen die an der Zivilbevölkerung begangen wurden, müssen restlos aufgeklärt werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Es kann nicht sein, dass von Kiew unterstützte Paramilitärs Zivilisten ermorden und die ukrainische Führung sie gewähren lässt. Ich fordere eine unabhängige Untersuchung durch Vertreter/innen von UNO, OSZE und Europarat.“

Die von der EU unterstützte Übergangsregierung in Kiew hat bisher nicht auf den OSZE-Bericht reagiert. Die Regierung hat noch zu keinem Zeitpunkt zu den rechtsradikalen Gruppen Stellung bezogen, weil diese eine wichtige militärische Stütze für die reguläre ukrainische Armee darstellen.



DWN
Unternehmen
Unternehmen Gewinne im Ausland verpulvert, Güterverkehr ein Fiasko: Experte wirft der Bahn schwere Verfehlungen vor

Die Bahn kommt nicht aus der Krise. Im DWN-Interview entwirft Deutschland Bahn-Experte Nummer eins, Christian Böttger, das erschütternde...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Ratsmitglied deutet erstmals Aktienkäufe durch die Zentralbank an

Erstmals hat ein Mitglied des EZB-Rats öffentlich die Möglichkeit angedeutet, dass die Zentralbank künftig auch Aktien in ihre Bilanz...

DWN
Politik
Politik Bolivien: Militärs gehen brutal gegen die indigene Bevölkerung vor

Die bolivianischen Sicherheitskräfte setzen Panzer und Hubschrauber gegen die protestierende indigene Bevölkerung ein. Die selbsternannte...

DWN
Politik
Politik Epstein-Skandal: Fernseh-Interview wird für Prinz Andrew zum Fiasko

Prinz Andrew gerät im Zuge des Prostitutionsskandals um den inzwischen verstorbenen Jeffrey Epstein unter starken öffentlichen Druck.

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenverband: Deutsche Institute zahlen rund 2 Milliarden Euro Strafzinsen pro Jahr

Die Banken im Euroraum mussten seit Einführung der Negativzinspolitik rund 25 Milliarden Euro an die EZB zahlen. Besonders stark betroffen...

DWN
Finanzen
Finanzen Aramco in Schwierigkeiten: Roadshows in London und New York gestrichen

Die Aussichten für einen Börsengang des saudischen Riesenkonzerns Aramco im Ausland schwinden weiter. Nachdem Aramco seine ehrgeizige...

DWN
Politik
Politik Griechenland: Die EU benutzt uns als „Parkplatz für Migranten“

In der EU existiert auch vier Jahren nach der Flüchtlingskrise von 2015 keine einheitliche Asyl- und Migrationspolitik. Der griechische...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Königin bringt Anleger um Milliarden und taucht unter

Die Gründerin der Betrugs-Kryptowährung OneCoin ist nach der Aufdeckung des Skandals untergetaucht. Ihr Bruder, der gestanden und...

DWN
Politik
Politik Ein Jahr „Gelbwesten“: Auf dem Globus tobt eine gewaltsame Protestwelle

Ein Jahr nach den ersten Protesten der sogenannten "Gelbwesten" in Frankreich toben in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt schwere...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Argentinien steht kurz vor dem Staatsbankrott: Auch deutsche Lebensversicherer betroffen

Die Schuldensituation Argentiniens verschlechtert sich seit Jahren. Kurz nach der Bereitstellung einer weiteren Kreditlinie durch den IWF...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Vizepräsident: „Die Nebeneffekte unserer Geldpolitik nehmen zu“

Dem Vize-Präsidenten der Europäischen Zentralbank zufolge sind die Nebeneffekte der ultralaxen Geldpolitik auf dem Vormarsch. Bei diesen...

DWN
Finanzen
Finanzen „Kein Krisenjahr“: DZ Bank überrascht mit positiver Konjunktur-Prognose fürs Jahr 2020

"Keine Panik", schreibt die Research-Abteilung der DZ Bank und legt einen durchaus optimistischen Konjunktur-Ausblick für das Jahr 2020...

DWN
Politik
Politik Trotz Brexit: Großbritannien muss in den nächsten EU-Haushalt einzahlen

Großbritannien muss auch im kommenden Jahr seinen monatlichen Beitrag für den EU-Haushalt beisteuern, obwohl der Brexit-Termin für den...

DWN
Deutschland
Deutschland Altmaier verteidigt Abstandsregeln: Windkraftgipfel geht ohne Ergebnisse zu Ende

Das Treffen zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und Vertretern der Windkraftbranche ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Politik...

celtra_fin_Interscroller