Kampf gegen Troika: Irland unterstützt Griechenland beim Ruf nach Schuldenerlass

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
15.01.2015 00:19
Alexis Tsipras will bei einem Wahlsieg eine europäische Schulden-Konferenz einberufen. Dort sollen Griechenland weitere Schulden erlassen werden. Irlands Finanzminister begrüßt eine solche Konferenz. Auch sein Land hofft noch immer auf einen Schuldenerlass.
Kampf gegen Troika: Irland unterstützt Griechenland beim Ruf nach Schuldenerlass

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die linke Syriza-Partei in Griechenland liegt bei den aktuellen Wahlen vorn. Ein Umstand, der von der Troika nicht gern gesehen wird. Denn Parteichef Tsipras ist gegen die auferlegten Sparmaßnahmen und hat im Falle eines Wahlsiegs eine europäische Schulden-Konferenz angekündigt. Die EZB hat sich bereits indirekt zu den Vorhaben Tsipras geäußert und droht, jede neue, mögliche Regierung in Griechenland mit dem möglichen Stoppen der EZB-Notfallkredite (ELA) unter Druck zu setzen.

Rückhalt bekommt Tsipras nun jedoch von Irland. Der irische Finanzminister Michael Noonan hat seine breite Zustimmung zu einer Schuldenkonferenz nach den  Wahlen in Griechenland versichert. Auf einer Versammlung mit den irischen Botschaftern und hohen Beamten in Dublin habe sich Noonan für die Konferenz ausgesprochen, schreibt die Irish Times. Ganz uneigennützig wäre dies nicht. Schließlich könnten in solch einem Rahmen auch über neue Verfahrensweisen hinsichtlich der Schulden Irlands, Spaniens und Portugals diskutiert werden, so Regierungsquellen.

Anders als bei Spanien liefen die Rettungsgelder für die irischen Banken beim irischen Rettungspaket über den Staat. Damit erhöhte sich aufgrund der massiven Rettungsgelder für die Banken der Schuldenberg des Landes. Das so gestiegene Defizit führte wiederum dazu, dass dem Land neue Sparmaßnahmen auferlegt wurden. Diese trafen schlussendlich vor allem die Bevölkerung und die Wirtschaft des Landes. Der Steuerzahler Irlands finanzierte die Rettung der irischen Banken. Darunter leidet das Land trotz dem offiziellen Ende des Bailouts noch immer. Denn die Europäische Kommission entscheidet mittlerweile über geplante Haushalte der nationalen Parlamente und weist ein Land ein zu hohes Defizit auf, werden Sparmaßnahmen gefordert.

Tsipras will eine Europäische Schulden-Konferenz auf Grundlage des im Februar 1953 geschlossenen Londoner Schuldenabkommens. Damals wurde die Hälfte der deutschen Nachkriegsschulen abgeschrieben und die Laufzeit für die Rückzahlung der restlichen Schulden verlängert. Griechenland sollen nun, ginge es nach Tsipras, mindestens ein Drittel der Schulden erlassen werden. Nach zwei Bailouts und einem Schuldenschnitt belaufen sich die Schulden des Landes auf 177 Prozent des griechischen BIPs, so der EUObserver.


Mehr zum Thema:  

DWN
Panorama
Panorama Wer eine Wohnung kaufen will, hat viele Feinde

Warum eigentlich werden Wohnungen immer teurer? DWN-Kolumnist Ronald Barazon räumt mit einer Reihe von Mythen auf und nennt die wahren...

DWN
Finanzen
Finanzen Bruch in der Lieferkette: Google und Microsoft ziehen Produktion aus China ab

Insidern zufolge haben die beiden Technologiekonzerne Google und Microsoft die Verlegung von Produktionseinheiten aus China nach Vietnam...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU und MERCOSUR: Hinter dem bahnbrechenden Freihandelsvertrag steht noch ein großes Fragezeichen

Mitte des vergangenen Jahres hatten die EU und die südamerikanische Freihandelszone Mercosur nach 20 Jahren Diskussionen endlich ein...

DWN
Deutschland
Deutschland Preisexplosion bei Edelmetallen löst bundesweite Diebstahlserie von Katalysatoren aus

Die stark gestiegenen Preise für Rhodium und Palladium rufen zunehmend Diebesbanden auf den Plan, welche die Edelmetalle aus gestohlenen...

DWN
Politik
Politik Griechenland: “Türkische Jets verletzen unseren Luftraum”

Griechenland wirft der Türkei vor, mit ihren Kampfjets den griechischen Luftraum zu verletzen. Ankara wirft Athen dasselbe vor. Von den...

DWN
Technologie
Technologie Jetzt nimmt sogar ein Roboter Blut ab

Wissenschaftler haben einen Roboter entwickelt, der Blut abnehmen kann.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schulden-Blase platzt: Nun drohen weltweite Insolvenz-Kaskaden und neue Finanzkrisen

Geldgeber misstrauen zunehmend der Bonität vieler überschuldeter Unternehmen, was sich in steigenden Renditen am US-Anleihemarkt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Genfer Autosalon abgesagt, Schweiz verbietet Großveranstaltungen

Der Genfer Autosalon fällt dem Coronavirus zum Opfer. Die Schweiz hat alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten.

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona-Epidemie: Aktie von US-Pharmaunternehmen auf Höhenflug

Die Aktie eines bestimmten US-Pharmaunternehmens befindet sich im Kurs-Höhenflug. Das Unternehmen könnte alsbald einen Corona-Impfstoff...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Einbruch am Weltmarkt: Deutsche Autobauer stehen vor riesigen Verlusten

Der Pkw-Weltmarkt verzeichnet einen riesigen Einbruch. Besonders der chinesische Markt ist betroffen – für die deutschen Autobauer und...

DWN
Deutschland
Deutschland Die Fleischsteuer wird kommen: Deutsche, zurück zum Sonntagsbraten

Die Einführung einer Fleischsteuer ist mehr als wahrscheinlich. Künftig könnte bei vielen Deutschen - wie in früheren Zeiten - Fleisch...

DWN
Technologie
Technologie Ende der großen Auto-Messen kündigt sich an: Der „Internationalen Motor Show“ in Genf laufen die Aussteller davon

Der Niedergang der großen Automessen geht weiter – jetzt droht auch die „Internationale Motor Show“ in Genf zu einem Flop zu werden.

DWN
Deutschland
Deutschland Nahrungsmittelspreise steigen kräftig um 3,3 Prozent

Die deutsche Inflationsrate verharrt im Februar bei 1,7 Prozent. Doch Nahrungsmittel und Energie verteuerten sich überdurchschnittlich.

DWN
Deutschland
Deutschland VW-Dieselfahrer bekommen bis zu 6.257 Euro Entschädigung

Im Streit über die Entschädigung von Dieselbesitzern hat man sich im zweiten Anlauf geeinigt. Demnach stellt VW eine Entschädigungssumme...

celtra_fin_Interscroller