Weltwirtschaft: Wachstum gibt es nur bei den Schulden

Seit der Finanzkrise 2007 ist die weltweite Verschuldung um 57 Billionen Dollar gestiegen, wie eine aktuelle Studie von McKinsey zeigt. Sowohl die Staatsverschuldung als auch die Schulden der Privathaushalte haben sich erhöht, was eine Gefahr für die Finanzstabilität darstelle.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

„Die wachsende Verschuldung der Weltwirtschaft ist eine unerfreuliche Entwicklung“, beurteilt Susan Lund von McKinsey die aktuellen Ergebnisse der Studie „Debt and (not much) deleveraging“. „Sie verlangsamt die Erholung, erhöht das Risiko neuer Krisen und mindert die Fähigkeit, diese Risiken wirksam zu bekämpfen“, so Lund.  Für die Untersuchungen hat sich McKinsey die Verschuldung der 22 größten entwickelten und von 25 aufstrebenden Volkswirtschaften untersucht und verglichen. Mit einer Gesamtverschuldung von 188 Prozent des BIPs liegt Deutschland auf Platz 24 der 47 untersuchten Länder. 2007 lag die Gesamtverschuldung Deutschlands noch bei 180 Prozent des BIPs.  Die in Relation zu ihrem BIP am höchsten verschuldeten Staaten sind Japan, Irland und Singapur.

Neben der Staatsverschuldung, wurden für die Studie auch die Schulden der Haushalte, der Finanzinstitute und der Unternehmen des jeweiligen Staates betrachtet. Insgesamt stieg die weltweite Verschuldung seit 2007 um 57 Billionen Dollar auf 199 Billionen Dollar. „Gemessen an der weltweiten Wirtschaftsleistung ist die Verschuldung damit um 17 Prozentpunkte gestiegen“, so die Studie.

Allein die Staatsverschuldung ist weltweit seit Beginn der Finanzkrise um 25 Billionen gestiegen.  In den entwickelten Volkswirtschaften nahm die Staatsverschulung seitdem sogar um 75 Prozent zu. Und in den kommenden fünf Jahren werde sich die Staatsverschuldung in Japan, den USA und in den meisten europäischen Ländern  – ausgenommen Deutschland, Irland und Griechenland – noch weiter erhöhen, heißt es in der Studie.

Aber auch die Privatverschuldung ist ein Problem. In 80 Prozent der untersuchten Länder stiegen die Schulden der Privathaushalte. Fast zwei Drittel dieser Verschuldung der Haushalte ist auf Immobilien zurückzuführen, so die Studie. In den Niederlanden, Dänemark und Norwegen beispielsweise sind die Schulden der Privathaushalte „massiv gestiegen“, auf mehr als 200 Prozent des Einkommens. Die Studie spricht sogar davon, dass die Verschuldung der Privathaushalte in den Niederlanden, Südkorea, Kanada, Schweden, Australien, Malaysia und in Thailand vielleicht sogar schon fast untragbar sei.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***