Politik

Staatsanwaltschaft: Co-Pilot war am Flugtag krankgeschrieben

Lesezeit: 1 min
27.03.2015 12:43
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat in der Wohnung des Co-Piloten eine zerrissene Krankschreibung für den Absturztag gefunden. Einen Abschiedsbrief oder ein Bekennerschreiben gab es in der Wohnung offenbar nicht. Die Düsseldorfer Universitätsklinik teilt mit, dass der Mann bei ihr nicht wegen Depressionen in Behandlung war. Ob die Krankengeschichte des Mannes in irgendeinem kausalen Zusammenhang mit dem Absturz steht, ist unbekannt.
Staatsanwaltschaft: Co-Pilot war am Flugtag krankgeschrieben

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings -Maschine war offenbar für den Flugtag  krankgeschrieben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf teilt in einer Aussendung mit:

„Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat am gestrigen Abend die Durchsuchung der Wohnungen des verstorbenen Co-Piloten in Düsseldorf und Rheinland-Pfalz abgeschlossen.

Die Maßnahmen haben nicht zur Auffindung eines sog. Abschiedsbriefes oder Bekennerschreibens geführt. Ebenso wenig haben sich Anhaltspunkte für einen politischen oder religiösen Hintergrund des Geschehens ergeben.

Allerdings wurden Dokumente medizinischen Inhalts sichergestellt, die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen. Der Umstand, dass dabei u.a. zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen gefunden wurden, stützt nach vorläufiger Bewertung die Annahme, dass der Verstorbene seine Erkrankung gegenüber dem Arbeitgeber und dem beruflichen Umfeld verheimlicht hat. Vernehmungen hierzu sowie die Auswertung von Behandlungsunterlagen werden noch einige Tage in Anspruch nehmen. Sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen, werden wir die Angehörigen und die Öffentlichkeit weiter informieren.“

Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben zur Natur der Erkrankung.

Die Düsseldorfer Wohnung war am Donnerstag etwa vier Stunden lang durchsucht worden. Danach verließen Beamte mit Umzugkartons das Haus am Düsseldorfer Stadtrand. Grundlage der Durchsuchung war ein Ersuchen der französischen Justiz. Auch im Elternhaus des Piloten im rheinland-pfälzischen Montabaur im Westerwald wurden Polizisten vorstellig.

Die Universitätsklinik Düsseldorf gab bekannt, der Copilot der Germanwings-Maschine habe vor einiger Zeit die Universitätsklinik Düsseldorf aufgesucht, befand sich dort nach Angaben des Krankenhauses aber nicht in Behandlung. Er sei im Februar und zuletzt am 10. März als Patient vorstellig geworden, teilte die Klinik am Freitag mit. "Es handelte sich um diagnostische Abklärungen. Einzelheiten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht." Die Krankenakten wollte die Klinik noch im Laufe des Tages der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben. "Meldungen, wonach Andreas L. wegen Depressionen in unserem Haus in Behandlung gewesen sei, sind jedoch unzutreffend", erklärte die Klinik.

Ob die Besuche des Mannes in der Klinik in irgendeiner Weise mit dem Absturz der Maschine in Zusammenhang gebracht werden können, ist zur Stunde völlig unklar.

Laut französischer Staatsanwaltschaft soll der Co-Pilot das Flugzeug absichtlich gegen eine Felswand in den französischen Alpen gesteuert haben. Allerdings bleiben für Luftfahrt-Experten weiterhin viele Fragen ungeklärt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Verbrenner-Verbot? Heftiger Streit in der Regierung kurz vor entscheidender Abstimmung

Über das von der EU-Kommission geforderte Aus für Verbrennungsmotoren wird in der Regierung kurz vor der entscheidenden Abstimmung heftig...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erstmals im Öffentlich-Rechtlichen: „Russen und Amerikaner sind die Profiteure der Sanktionen, die uns am härtesten treffen“

Ein Kommentar im Deutschlandfunk erinnert daran, wer die größten menschlichen und wirtschaftlichen Opfer im Stellvertreterkrieg zwischen...

DWN
Deutschland
Deutschland Die Hochpreisinsel Deutschland: extrem energieanfällig

Eine Studie zeigt, dass die Energieprobleme Deutschlands, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erheblich einschränkt.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt eine neue Weltordnung – und wie können Anleger reagieren?

Mit China und Russland bildet sich ein neuer Gegenpol zu den USA. Anleger können sich gegen die geopolitischen Risiken nicht bloß durch...

DWN
Politik
Politik Neuer Kalter Krieg: USA und Russland rüsten ihre Verbündeten weiter auf

Im großen Stellvertreterkrieg mitten in Europa werden die Einsätze weiter munter erhöht.

DWN
Technologie
Technologie Erste E-Fähre für den Bodensee zu Wasser gelassen

Am Bodensee wurde die erste rein elektrisch angetriebene Fähre zu Wasser gelassen.

DWN
Politik
Politik G7-Gipfel verhängt weitere Sanktionen gegen Russland - keine Einigung bei Öl und Gold

Unter der Leitung der US-Regierung wird das Sanktionsregime gegen Russland ausgeweitet. Auf wichtigen Feldern besteht aber weiterhin...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiekrise: Deutschland muss zittern - aber Russland mindestens genauso

Während Russland den Europäern schrittweise den Gashahn zudreht, ist der Kreml gezwungen, sich neue Absatzmärkte zu eröffnen. Aber das...