Finanzen

Faule Kredite: China wird für Europas Banken zum Risiko

Lesezeit: 1 min
26.04.2015 01:01
Staatliche Unternehmen aus China werden von einigen ausländischen Banken nicht mehr als risikofrei angesehen. China will angesichts der immensen Verschuldung seiner lokalen Regierungen die staatlichen Unternehmen reformieren. Die Unterstützung soll gekürzt und für manche Unternehmen gänzlich abgeschafft werden. Einige ausländische Banken rechnen deshalb mit einer steigenden Zahl von Pleiten.
Faule Kredite: China wird für Europas Banken zum Risiko

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Banken  
China  
Reformen  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Derzeit unterstehen der chinesischen Kommission zur Kontrolle und Verwaltung von Staatsvermögen (SASAC) der China Daily zufolge 153 staatliche Unternehmen. Unternehmen, die nun reformiert werden sollen. Korruption und Unwirtschaftlichkeit sind der Grund für die Neuaufstellung. Als Teil der Reform wurden im vergangenen Jahr auch die Gehälter für die Führungskräfte gekürzt (Video). Genau diese geplante Reform führt derzeit aber auch dazu, dass ausländische Banken ihre Kreditbedingungen für staatliche chinesische Unternehmen SOE verschärfen. Früher galten die Unternehmen als risikofrei, weil ihnen die staatliche Unterstützung sicher war. Sicherheiten für Kredite mussten sie deshalb meist nicht hinterlegen.

Im Zuge der Reform kann aber etlichen Unternehmen genau diese Unterstützung entzogen werden. Einige ausländische Banken fürchten deshalb eine steigende Zahl von Pleiten. In den vergangenen Monaten waren die faulen Kredite in China stark angestiegen. Ein Trend, den die Reform noch verstärken wird. Die Singapurs DBS Group etwa musste vor kurzem Reuters zufolge einen hohen Verlust hinnehmen, nachdem ein Kredit nicht mehr zurückgezahlt werden konnte.

Sowohl die Singapurs DBS Group als auch Taiwans Chang Hwa Commercial Bank verlangen nun Sicherheiten von den chinesischen Staatsunternehmen. Die Staatsunternehmen werden auch mit Blick auf ihr Konzept, ihr Produkt hin bewertet. Denn Chinas Regierung wird bei der Reform des Systems auch darauf achten, bei welchem Staatsunternehmen es sich noch lohnt, finanzielle Unterstützung zu gewähren. „Wenn sich die Wirtschaft schwankt und die SOEs marktorientierter werden müssen, wird es mehr Zahlungsausfälle geben“, sagt auch Jiahe Chen von Cinda Securities.

So haben beispielsweise europäische Banken gegenüber China offene, risikobehaftete Forderungen in Höhe von 362,762 Milliarden Dollar, wie der aktuelle Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigt (Stand Juni 2014). Forderungen, die die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) als Forderungen nach dem letztlichen Risiko bemisst (ultimate risk basis). Für deutsche Banken sind das Mitte des Jahres Forderungen in Höhe von 40,66 Milliarden Dollar (fast 32 Milliarden Euro), bestätigte die BIS den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende der EZB trifft Deutschland besonders hart

Durch die EZB-Zinswende müssen die Euro-Staaten künftig wieder höhere Zinsen zahlen. Besonders hart trifft dies jene Staaten, die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Weltgrößter Hedgefonds wettet massiv gegen europäische Unternehmen

Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater Associates von Ray Dalio hat Wetten gegen europäische Unternehmen in zweistelliger Milliardenhöhe...

DWN
Politik
Politik Chaos nach der Frankreich-Wahl: Ein verratenes Vermächtnis - und was das für Deutschland bedeutet

Die Franzosen haben bei der Wahl mal wieder Ohrfeigen verteilt - fast alle haben ordentlich eins gewischt bekommen.

DWN
Finanzen
Finanzen Was können wir vom Schweizer Rentensystem lernen?

Für die deutsche Altersvorsorge sieht es düster aus. Das belegen Statistiken mittlerweile zu hunderten. Vielleicht hilft ein Blick zu...

DWN
Politik
Politik Heute Ukraine, morgen Taiwan? Was China von Russlands Kriegsführung lernt

Russlands Einmarsch in die Ukraine verläuft stockender, als von Moskau geplant. Welche Schlüsse zieht Peking daraus?

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Raketenangriffe auf alle Landesteile, Drohungen gegen Litauen

Die Ukraine meldet schwere russische Raketenangriffe auf alle Landesteile. Russland meldet die Tötung polnischer "Söldner" und droht...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt verzeichnet starke Woche: Was steckt dahinter?

Mit einer schwungvollen Erholung hat der US-Aktienmarkt am Freitag nach langer Durststrecke eine erfreuliche Woche zu Ende gebracht.

DWN
Politik
Politik Janine Wissler bleibt Vorsitzende der Linken

Zweite Chance für Janine Wissler. Die Hessin wurde am Samstag auf dem Bundespartei der Linken in Erfurt als Parteichefin wiedergewählt.