Gegen Google: Russland entwickelt eigenes Betriebssystem für Smartphones

Russland hat Pläne für die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems für Smartphones vorgestellt. Das System soll auf Open-Source Software basieren und mit den US-Anbietern Android und iOS konkurrieren. Mit einem eigenen Programm wolle die Regierung zudem eine Überwachung durch die NSA verhindern.

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Russlands Kommunikationsminister Nikolai Nikiforow hat Pläne vorgestellt, um ein eigenes russisches Betriebssystem zu entwickeln. Die Software basiert auf dem Open-Source-Programm Sailfish des finnischen Herstellers Jolla. Schon jetzt arbeitet Jolla mit dem russischen Internetkonzern Yandex zusammen, Sailfish hat allerdings bisher in Russland nur einen Marktanteil von 0,5 Prozent.

Um dennoch von Anfang an die Versorgung mit Apps für die neue Software zu gewährleisten bezahlt die russische Regierung TechCrunch zufolge lokale Entwickler dafür, dass sie ihre Anwendungen auch für das Sailfish-Betriebssystem anbieten.

Russland hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach für Open-Source eingesetzt und auch die Hersteller Apple und SAP vergebens aufgefordert, ihre Quellcodes offenzulegen, nach eigenen Angaben um sie auf die von dem NSA-Whistleblower Snowden berichteten Spionage-Hintertüren zu überprüfen. Die eigene Smartphone-Software soll nun Manipulationen durch US-Geheimdienste wie die NSA komplett ausschließen.

Das Projekt ist Teil einer Initiative der Regierung, um die Abhängigkeit von westlichen Technologien  im kommenden Jahrzehnt zu halbieren. Die passende Hardware, das Yotaphone, startet derzeit mit einer Crowdfunding-Kampagne auf dem US-Markt. Zudem wird derzeit nahe Moskau ein ganzer Technologie-Park nach dem Vorbild von Silikon Valley aus dem Boden gestampft, um global konkurrenzfähiger zu werden.

Wie die russische Zeitung RBC berichtet, haben sich Mitarbeiter von Jolla bereits Anfang des Monats mit Vertretern der russischen Technikbranche getroffen, um die Grundlagen für die Zusammenarbeit zu besprechen.

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