Politik

Dänemark: Sozialdemokraten abgewählt, Euro-Skeptiker erfolgreich

Lesezeit: 1 min
18.06.2015 23:25
Dänemark steht vor einem Regierungswechsel, der auch für die EU Folgen haben dürfte: Die Liberal-Konservativen dürften mit den EU-Skeptikern eine Koalition bilden. Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt hat bereits ihren Rücktritt erklärt.
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Die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt hat nach ihrer Niederlage bei der Parlamentswahl ihren Rücktritt als Ministerpräsidentin und Chefin der Sozialdemokraten verkündet. «Ich bin Dänemarks erste Ministerpräsidentin. Aber ich werde nicht die letzte sein», sagte die 48-Jährige nach der Wahl in der Nacht zum Freitag in Kopenhagen mit Tränen in den Augen. Die bürgerliche Opposition lag nach Auszählung aller Stimmen vor dem Mitte-Links-Lager der Ministerpräsidentin.

Die Dänische Volkspartei feierte einen historischen Erfolg und ging als zweitstärkste Partei nach den Sozialdemokraten (26,3 Prozent) aus der Wahl hervor. Rund 21 Prozent der Wähler stimmten für die EU-skeptische und die Einwanderung ablehnende Partei. Die liberale Partei von Thorning-Schmidts Herausforderer Lars Løkke Rasmussen, der voraussichtlich neuer Regierungschef wird, musste dagegen herbe Verluste einstecken. Sie sackte auf 19,4 Prozent der Stimmen ab und ist künftig nur noch drittstärkste Partei im Parlament.

Die Dänische Volkspartei könnte demnach als zweitgrößte Partei mit rund 22 Prozent der Stimmen aus der Parlamentswahl hervorgehen. «Dieser Tag ist ein Festtag, ein ganz fantastischer Festtag», sagte der Chef der Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl.

Der frühere schwedische Außenminister Carl Bildt erwartete ein Koalition der Konservativen mit den EU-Skeptikern nach finnischem Vorbild.

Thorning-Schmidt hatte vor vier Jahren als erste Frau den Sprung an die Regierungsspitze geschafft und zuletzt mit einer Koalition aus Sozialdemokraten und Sozialliberalen regiert. Im Wahlkampf hatten die Ministerpräsidentin und ihr Herausforderer Løkke Rasmussen sich gegenseitig scharf angegriffen. Vor allem die Themen Wohlfahrt und Asylpolitik hatten die Debatten bestimmt.

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