Siemens scheitert mit Putschversuch gegen Osram-Chef Berlien

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
16.02.2016 13:51
Der Versuch von Siemens, den Chef der Eeinstigen Tochterfirma Osram zu stürzen ist vorerst gescheitert. Auf der Hauptversammlung sprachen sich gut 70,68 Prozent der Stimmen für eine Entlastung des Managers Olaf Berlien aus. Ein Siemens-Vertreter hatte zuvor angekündigt, Berlien die symbolisch wichtige Entlastung wegen Meinungsverschiedenheiten über Osrams Neuausrichtung zu verweigern.
Siemens scheitert mit Putschversuch gegen Osram-Chef Berlien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Siemens ist mit seinem Vorstoß zum Sturz von Osram -Chef Olaf Berlien vorerst gescheitert. Auf der Hauptversammlung am Dienstag sprachen sich gut 70,68 Prozent der Stimmen für eine Entlastung des seit rund einem Jahr amtierenden Managers aus. Ein Siemens-Vertreter hatte zuvor angekündigt, wegen Meinungsverschiedenheiten über die Neuausrichtung des Leuchtmittel-Herstellers, Berlien die symbolisch wichtige Entlastung zu verweigern. Der Großkonzern hält noch 17,5 Prozent an der einstigen Tochter.

Siemens-Vertreter Christian Bleiweiß hatte zuvor auf der Hauptversammlung die Einzelabstimmung über die Entlastung von Osram-Chef Olaf Berlien beantragt. „Wir werden gegen die Entlastung von Herrn Dr. Berlien stimmen“, kündigte der Jurist an.

Hintergrund ist ein Streit über die Ausrichtung des traditionsreichen Leuchtmittelherstellers. Während Berlien sein Haus stark auf die Produktion von LED-Chips ausrichten und dafür Milliarden investieren will, sieht Siemens-Chef Joe Kaeser die Ausrichtung äußerst kritisch. „Der Strategieschwenk, sofern er denn erfolgt, würde das Risikoprofil von Osram deutlich erhöhen“, sagte sein Vertreter Bleiweiß. Die Neuausrichtung mache Siemens Sorgen, zudem sei die Kommunikation des Schritts mangelhaft gewesen.

Siemens hat die Mehrheit an der Tochter 2013 an die eigenen Aktionäre verschenkt. Osram-Aufsichtsratschef Peter Bauer kündigte an, dem Siemens-Antrag auf Einzelabstimmung zu folgen. Rund 60 Prozent der Stimmen sind auf der Hauptversammlung vertreten, Siemens alleine käme damit auf einen Anteil von knapp einem Drittel. Eine verweigerte Entlastung Berliens hätte rechtlich keine Folgen, wäre aber ein massiver Reputationsschaden. Vor dem Siemens-Vertreter hatten mehrere Fonds und Aktionärsvereinigungen erklärt, sie wollten den Vorstand trotz des Kurssturzes vom Herbst und der umstrittenen neuen Strategie entlasten.

Berlien hatte sich im Vorfeld der Hauptversammlung betont sorglos gegeben. „Heute ist ein schöner Tag, draußen scheint die Sonne“, sagte er vor Reportern. Die Wolkendecke über München ist seit dem Morgen lückenlos geschlossen.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Corona-Virus stirbt bei 70 Grad innerhalb von fünf Minuten

Einem Bericht zufolge stirbt das Corona-Virus innerhalb von fünf Minuten bei einer Temperatur von 70 Grad. Bei der Reinigung von...

DWN
Technologie
Technologie Die schmutzige Lieferkette der E-Mobilität

Der Bau von Elektroautos benötigt eine Vielzahl seltener Rohstoffe. Mit deren Abbau sind auch große Risiken für Mensch und Umwelt...

DWN
Politik
Politik Wegen Corona: Abschiebe-Flüge nach Afghanistan werden ausgesetzt

Die Abschiebungen nach Afghanistan wurden aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft China überschwemmt die Welt mit gefälschten Medikamenten

Die Welt wird mit gefälschten Pharmazeutika aus Asien überschwemmt.

DWN
Politik
Politik Kommt jetzt der Ausverkauf? Italien plant Verpfändung sämtlichen Staatseigentums gegen Kredite

Italien plant, Staatsimmobilien als Garantien zu hinterlegen, um an Milliarden-Kredite zu gelangen. Dazu zählen unter anderem das Gebäude...

DWN
Politik
Politik Endkampf zwischen Nationalisten und Globalisten geht in entscheidende Runde

Weltweit stehen sich nicht Staaten, sondern die Lager der Nationalisten und Globalisten gegenüber. Trump und Putin befinden sich im Lager...

DWN
Politik
Politik Die EU legt sich auf dem Balkan mit Russland und den USA an

Der Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmakedonien und Albanien ist als ein geopolitischer Schritt einzustufen, der die...

DWN
Technologie
Technologie König Auto ist tot – es lebe König Auto!

Das „System Auto”, das die Bundesrepublik seit ihrer Gründung entscheidend mitbestimmt hat, geht seinem Ende entgegen. Doch das heißt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wegen Export-Abhängigkeit: Deutschland wird von Corona-Krise mehr gebeutelt werden als andere Volkswirtschaften

Kaum ein entwickeltes Land wird durch Corona so gebeutelt werden wie Deutschland.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Illegale chinesische Textilarbeiter brachten das Corona-Virus nach Italien: Doch Europa hat keine Kraft, sich gegen Peking aufzulehnen

Corona hat seinen Ursprung in China. Dazu kommt, dass illegale chinesische Textilarbeiter einen großen Anteil daran haben, dass sich das...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger britischer Premier Brown plädiert für temporäre Weltregierung

Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown plädiert für die Gründung einer globalen Exekutive, der neben internationalen...

DWN
Politik
Politik Wenige Hunderttausend bestimmen über das Schicksal von Milliarden: „Nie haben weniger Menschen mehr Umwälzungen bewirkt!“

Der Informations- und Finanzdienst Solvecon liefert in seinem aktuellen Forex-Report einen interessanten Kommentar zur gegenwärtigen...

DWN
Deutschland
Deutschland Möbelhäuser: Steht die Branche durch den Online-Handel vor einem radikalen Umbruch?

Der deutsche Möbelhandel stemmt sich gegen die schwache Konjunktur. Ein Mittel, um die Umsätze voranzubringen, ist der Ausbau des...

DWN
Politik
Politik Salvini dreht durch: „Die EU ist eine Höhle von Schlangen und Schakalen“

Der Chef der Lega Nord, Matteo Salvini, hat die EU als eine “Höhle von Schlangen und Schakalen” bezeichnet. Er ist wütend, dass...

celtra_fin_Interscroller