Finanzen

Deutsche Börse verkauft amerikanische Tochter an US-Rivalen Nasdaq

Lesezeit: 1 min
10.03.2016 12:07
Die Deutsche Börse verkauft ihre amerikanische Optionsbörse ISE. Der US-Rivale Nasdaq hat eine Übernahme für 1,1 Milliarden Euro zugesagt. Nasdaq stärkt mit dem Zukauf den Marktanteil bei Optionsbörsen deutlich von 25 auf 40 Prozent des US-Handelsvolumens.
Deutsche Börse verkauft amerikanische Tochter an US-Rivalen Nasdaq

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Deutsche Börse verkauft ihre US-Tochter ISE an die US-Technologiebörse Nasdaq. Der Preis für den Betreiber von drei Aktienoptionsbörsen sowie die ISE-Mutter U.S. Exchange Holdings betrage 1,1 Milliarden Dollar in bar, teilte das Frankfurter Unternehmen am Mittwochabend mit. Auf Konzernebene sei durch die Transaktion ein Veräußerungsgewinn im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zu erwarten.

Der Verkauf kommt inmitten der Pläne der Deutschen Börse, mit dem Londoner Rivalen LSE zum mit Abstand größten Börsenbetreiber Europas verschmelzen zu wollen. Der Zusammenschluss hätte ein Volumen von gut 25 Milliarden Euro. Allerdings erwägt die US-Börse ICE ein Gegengebot.

Vorstandschef Carsten Kengeter erklärte zum Verkauf der ISE, die Deutsche Börse wolle in allen ihren Geschäftsbereichen die Nummer eins oder zwei werden. „Wo wir dieses Ziel nicht erreichen können, evaluieren wir andere Optionen.“ Die Beteiligungen an Bats Global Markets und an Digital Asset Holdings behalte die Deutsche Börse dagegen. Der Abschluss der Transaktion werde für die zweite Jahreshälfte 2016 erwartet.

Die Frankfurter hatten die International Securities Exchange (ISE) 2007 für knapp drei Milliarden Dollar gekauft, doch die damit verbundenen Hoffnungen erfüllten sich nie. Viele Banken handelten nach dem Ausbruch der Finanzkrise weniger und die ISE verlor kontinuierlich Marktanteile. Zudem bekam der Konzern keine Erlaubnis, Optionen auf wichtige US-Indizes aufzulegen. Die Frankfurter mussten den Buchwert der ISE in der Folge mehrmals nach unten korrigieren. Im vergangenen Jahr hat sich Ex-Chef Reto Francioni deshalb Insidern zufolge grundsätzlich bereit gezeigt, die ISE wieder zu verkaufen. Es meldete sich aber kein Interessent, der bereit war, einen für die Deutsche Börse akzeptablen Preis zu bezahlen.

Nasdaq-Chef Bob Greifeld erklärte, er habe schon seit Jahren Interesse an der ISE gehabt, die Gespräche mit der Deutschen Börse dazu hätten sich aber erst in den vergangenen drei Monaten entwickelt. Die Nasdaq baut mit dem Zukauf ihren Position als US-Markführer bei Optionsbörsen aus: Sie kommt künftig auf mehr als 40 statt bislang rund 25 Prozent des US-Handelsvolumens.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Bernegger analysiert: Droht uns die Inflation?

DWN-Kolumnist Michael Bernegger analysiert die konjunkturelle Lage.

DWN
Finanzen
Finanzen Mindeststeuer für Großkonzerne: Endlich Gerechtigkeit - oder eine PR-Aktion der US-Regierung, die Europa schadet?

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die von den G7-Staaten beschlossene Mindeststeuer für Großkonzerne.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Am Nordpolarmeer: Russischer Bergbau-Konzern investiert Milliarden in riesiges Palladium-Projekt

Viel weiter nördlich geht es nicht: Der Bergbau-Konzern "Russian Platinum" plant auf der Taimyr-Halbinsel ein Mega-Projekt.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland braucht mehr Strom als berechnet – was bedeutet das?

Bei den bisherigen Annahmen, wie viel Strom das Land braucht, liegt man ordentlich daneben. Doch wie soll der erhöhte Strombedarf gedeckt...

DWN
Politik
Politik PARTEITAGS-TICKER: Grüne wählen Spitzenduo - doch Konflikte zwischen Parteispitze, Basis und Grüner Jugend drohen

Die Grünen setzen am heutigen Sonnabend ihren Bundesparteitag fort, auf dem Co-Parteichefin Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin...

DWN
Politik
DWN
Politik
Politik Putins Lästereien über Biden sind nur Show - er ist froh über die Annäherung an die USA

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Joe Biden in einem Interview auf NBC-News heftig kritisiert. Aber nur für die Galerie - denn in...

DWN
Deutschland
Deutschland Niedrigzinsen bieten einmalige Chance: Der Staat muss endlich den sozialen Wohnungsbau forcieren

Der Chefvolkswirt der "IKB Deutsche Industriebank", Klaus Bauknecht, liefert die Argumente - jetzt muss der Staat nachziehen, und endlich...