Finanzen

EZB-Entscheid: Gewinner und Verlierer des Anleihe-Kaufprogramms

Die EZB hat beschlossen, ab Juni auch Unternehmensanleihen aufzukaufen. Dies gilt aber nicht für alle Anleihearten. Ein Bericht der Bank of America untersuchte, welche Anleihen-Halter zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern gehören könnten.
12.03.2016 00:03
Lesezeit: 1 min
EZB-Entscheid: Gewinner und Verlierer des Anleihe-Kaufprogramms
Von Anleihen im Gesamtwert von 1,6 Billionen Euro bleiben der EZB rund 550 Milliarden Euro für ihr Kaufprogramm.

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag beschlossen, künftig auch Unternehmensanleihen im Markt aufzukaufen. Dafür vorgesehen sind aber nur bestimmte Anleihen bestimmter Firmen. Hierzu gehören auf Euro lautende, mündelsichere Anleihen von Nicht-Banken-Unternehmen aus der Euro-Zone. Noch sind allerdings viele Details des Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) genannten Programms unklar. Die EZB hat angekündigt, ein Komitee einzurichten, um die Art der zu erberbenden Anleihen zu definieren.

Ein Bericht der Bank of America untersucht, welche Branchen und Länder von der neuen Regelung am meisten profitieren könnten. Aufgrund der bereits veröffentlichten Vorgaben geht die Bank davon aus, dass keine nachrangigen Anleihen übernommen werden. Auch Anleihen von Firmen, deren Muttergesellschaften zu einer Bankengruppe gehören, dürften demnach schlechte Karten haben.

Das gesamte europäische Anleiheuniversum umfasst etwa 1,6 Billionen Euro. Doch nur ein Teil davon dürfte im Einklang mit den Regularien des CSPP stehen, weswegen Bank of America von einem Kaufvolumen von insgesamt etwa 550 Milliarden Euro ausgeht. In diesem gefilterten Universum könnten bestimmte Sektoren und Länder besonders profitieren.

Zu den „Gewinnern“ zählt Bank of America insbesondere die Besitzer französischer und deutscher Firmenanleihen und jene aus den Branchen Energie, Transport und industrielle Vorfertigung, wie die folgende Grafik zeigt. Senior-Anleihen von Banken werden von der EZB zwar nicht gekauft, sollten aber indirekt von einem robusteren Kreditmarkt profitieren.

Zu den „Verlierern“ zählt Bank of America die so genannten „Reverse Yankees“ – von US-Unternehmen emittierte Anleihen in Euro – sowie nachrangige Anleihen und Anleihen von Firmen außerhalb der Euro-Zone. Die Bank weist auch darauf hin, dass die Käufe der EZB Investoren in jene Anleihe-Sektoren abdrängen könnten, die die Zentralbank nicht abdeckt – was das Risiko im Kreditmarkt wiederum verstärken könnte.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Finanzen
Finanzen Harvard steigt in Bitcoin ein und widerlegt die eigenen Professoren
29.08.2025

Harvard und Brown halten Millionen in Bitcoin-Fonds. Damit bricht die Kryptowährung endgültig in die Welt der etablierten Finanzeliten...

DWN
Panorama
Panorama Arbeitslosenzahl in Deutschland steigt auf drei Millionen – schuld ist nicht nur das Sommerloch
29.08.2025

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht im Sommer ein Niveau wie seit Jahren nicht mehr. Saisonale Faktoren und wirtschaftliche...

DWN
Panorama
Panorama F-16-Absturz in Polen: Pilot stirbt bei Flugschau-Vorbereitung
29.08.2025

In Polen stürzt ein F-16-Kampfjet während der Flugschau-Vorbereitung ab – der Pilot stirbt. Der Vorfall wirft sicherheitspolitische...

DWN
Technologie
Technologie DKB-Störung: Kunden bundesweit vom Online-Banking und der App abgeschnitten
29.08.2025

Die Deutsche Kreditbank kämpft aktuell mit einer massiven Störung. Weder Login noch Überweisungen funktionieren zuverlässig – Kunden...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Reallöhne in Deutschland steigen im zweiten Quartal weiter an
29.08.2025

Die Reallöhne in Deutschland entwickeln sich positiv und versprechen für viele Beschäftigte eine Entlastung. Doch nicht alle Branchen...

DWN
Politik
Politik Benzinpreise in Russland steigen auf Rekordniveau: Ukrainische Drohnenangriffe verschärfen die Krise
29.08.2025

Russland steckt mitten in der schwersten Benzinkrise seit Jahren: Raffinerien brennen, Tankstellen rationieren, und die Benzinpreise in...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn Sie Nvidia verpasst haben: Warum die AMD-Aktie jetzt im Fokus steht
29.08.2025

Die AMD-Aktie steht im Schatten von Nvidia, könnte aber Anlegern, die auf den nächsten großen Wachstumswert setzen wollen, spannende...

DWN
Politik
Politik Von Mietpreisbremse bis Margenbegrenzung: Österreichs Sozialist Babler agiert wie Populist Vučić
29.08.2025

Österreichs Vizekanzler Babler setzt auf strikte Mietpreisregulierung – ähnlich wie Vučić auf Preisdeckel für Händler. Doch...