Niedriger Ölpreis macht Suezkanal unattraktiv

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
28.03.2016 02:37
Der Suezkanal wird von deutlich weniger Schiffen genutzt als üblich. Die Handelsroute ist derzeit teurer als der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung. Damit droht der Region eine neue Destabilisierung ins Haus: Ägypten hat Milliarden in den Ausbau des Kanals gesteckt.
Niedriger Ölpreis macht Suezkanal unattraktiv

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Fast 20 Jahre und etliche Menschenleben hat der Bau des Suezkanal gekostet. Fertiggestellt 1869, konnten die Händler mit ihren Schiffen erheblich Zeit sparen. Der Suezkanal ist seitdem ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeerraum. So wichtig, dass sich die Regierung sogar entschlossen hat, ihn auszubauen, weil die Schiffe in den vergangenen Jahrzehnten immer größer geworden sind und der Handel zugenommen hat.

Der Ausbau soll dem ägyptischen Präsidenten eigentlich höhere Staatseinnahmen ermöglichen Abd al-Fattah as-Sisi. Im August des vergangenen Jahres wurde eine 35 Kilometer lange zweite Rinne eingeweiht. Die Staatseinnahmen sollen mit dem Ausbau von 8 Prozent auf fast 20 Prozent erhöht werden. Bis 2023 sollte der Ertrag auf 13,2 Milliarden Dollar gesteigert werden. Doch die aktuellen Ölpreise machen Ägyptens Regierung einen Strich durch die Rechnung.

Denn immer mehr Schiffe entscheiden sich, eben nicht die Route durch den Suezkanal zu nehmen.  Stattdessen nehmen sie wieder die ursprüngliche Route über das Kapp der guten Hoffnung am südlichsten Punkt Afrikas. Immerhin über 100 Schiffe sind allein zwischen Oktober 2015 und Ende Dezember 2015 dort entlang gefahren.

Ich befasse mich seit acht Jahren mit der Schifffahrt“, zitiert die BBC Michelle Wiese Bockmann von OPIS Tanker Tracker. „Es ist sehr selten, einen solchen Betrieb rund um das Kap zu sehen.“ Und das, obwohl eine Umrundung des Kaps den Weg von Rotterdam nach Singapur um 6.500 Kilometer verlängert. Einer der triftigen Gründe für diese Entwicklung seien die niedrigen Ölpreise.

Der niedrige Ölpreis hat dafür gesorgt, dass der Schiffsdiesel ebenfalls gesunken ist: Von 400 Dollar (Mai 2015) auf 150 Dollar pro Tonne. Nimmt man die Angaben von Maersk, wonach eine Durchfahrt durch den Suezkanal etwa 350.000 Dollar pro Schiff und Passage kostet, ist eine Umfahrung des Kaps derzeit einfach billiger als eine Durchfahrt durch den Kanal. Hinzu kommt, dass die Schiffe, die den Kanal durchqueren auch für diese Zeit auch noch eine heimische Crew beherbergen muss.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Termine
Wichtige Termine Lesen Sie hier, warum Sie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten lesen sollten und wie Sie dabei 17% sparen!

Unser Chefredakteur Hauke Rudolph zeigt auf, warum man Abonnent der DWN sein sollte. Gleichzeitig können Sie von einem interessanten...

DWN
Politik
Politik Anti-Rassismus-Demos: Teilnehmer infiziert, Mediziner befürchten zweite Corona-Welle

Nun ist es geschehen. Die ersten Demonstranten haben sich in den USA mit dem Corona-Virus infiziert. US-Mediziner und Behörden befürchten...

DWN
Politik
Politik Corona-Konjunkturpaket: Zur Versetzung reicht es - ein Musterschüler wird diese Bundesregierung aber nicht mehr

DWN-Analyst Michael Bernegger seziert in gewohnter Gründlichkeit das von der Bundesregierung geschnürte Konjunkturpaket.

DWN
Politik
Politik Wo sollen die Milliarden herkommen? Österreichischer Haushalt nicht finanzierbar

DWN-Gastautor Andreas Kubin kommentiert den Budget-Voranschlag der österreichischen Bundesregierung - kenntnisreich und mit einem...

DWN
Politik
Politik Das multipolare Zeitalter beginnt: Europa will zur souveränen Großmacht aufsteigen

In der EU zeichnet sich endlich eine verstärkte Bereitschaft ab, als ernstzunehmender Spieler im geopolitischen Ringen zwischen den...

DWN
Politik
Politik DWN-EXTRA: Pentagon weiß nichts von US-Truppenabzug aus Deutschland

Das Pentagon weiß nichts über einen offiziellen Plan, wonach ein Teil der US-Truppen aus Deutschland abgezogen werden soll. Doch genau...

DWN
Politik
Politik Maas: Zusammenarbeit mit US-Truppen im beiderseitigen Interesse

Bundesaußenminister Heiko Maas sagt zum angeblichen Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland: „Wir schätzen die seit Jahrzehnten...

DWN
Politik
Politik Gegen die Türkei: Im Kriegsfall würde Russland Griechenland unterstützen

Falls es zum Krieg zwischen Griechenland und der Türkei kommen sollte, würde Russland Griechenland unterstützen. Bereits im...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum die Zentralbanken ihre eigenen Inflationsziele völlig verfehlen

Alle großen Zentralbanken der Welt sagen, dass sie mit niedrigen Zinsen Inflation schaffen wollen. Doch tatsächlich hat die extrem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Bohrinseln stehen wegen Öl-Crash vor dem Aus

Die aktuelle Weltwirtschaftskrise könnte der Offshore-Ölbranche den Todesstoß versetzen. Denn schon vor dem letzten Preis-Crash waren...

DWN
Politik
Politik USA und Polen starten Militär-Manöver

Die USA und Polen haben in Westpolen mit dem Militärmanöver Manöver „Defender-Europe 20 Plus“ begonnen.

DWN
Politik
Politik USA versus China: Ein Krieg liegt im Interesse beider Länder

Der Konflikt zwischen den USA und China nimmt an Schärfe zu. Wie weit die beiden Kontrahenten gehen könnten, analysiert DWN-Autor Ernst...

DWN
Technologie
Technologie Roboter soll Corona-Massentests ermöglichen

Bei der Bekämpfung von Corona soll ein künstlich intelligenter Roboter zum Einsatz kommen.

DWN
Deutschland
Deutschland Askese ist in der Corona-Krise der falsche Weg: Plädoyer für einen aufgeklärten Konsum

Konsum ist kein Übel, schreibt DWN-Kolumnist Ronald Barazon - weder in der Corona-Krise noch sonst.

DWN
Politik
Politik DWN-SPEZIAL: Die Aufteilung Libyens nimmt Konturen an

Die Aufteilung des „libyschen Kuchens“ nimmt Konturen an. Am Verhandlungstisch sitzen die USA, Russland und die Türkei. Doch auch die...

celtra_fin_Interscroller