Politik

Trotz EU-Sanktionen: Finnland führt Gespräche mit Russland

Lesezeit: 1 min
03.07.2016 01:53
Finnland führt trotz der EU-Sanktionen Gespräche mit Russland. Die Finnen legen Wert darauf, dass die Spannungen zwischen den Nato und Russland ihr Land nicht über Gebühr belasten. Russlands Präsident Putin setzt ebenfalls auf Entspannung, markierte jedoch eine rote Linie: Einen Nato-Beitritt Finnlands wird Moskau nicht ohne Gegenreaktion hinnehmen.
Trotz EU-Sanktionen: Finnland führt Gespräche mit Russland
Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem finnischen Kollegen Sauli Niinisto. (Foto: EPA/ALEXEI DRUZHININ / SPUTNIK / KREMLIN POOL)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Im Streit um mehrere gefährliche Annäherungen zwischen Flugzeugen Russlands und der Nato über der Ostsee will Moskau offenbar ein weiteres Zeichen der Entspannung setzen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu ordnete am Samstag an, dass die Luftstreitkräfte des Landes "Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit" in der Region ergreifen sollten. Er reagierte damit auf Vorwürfe vor allem der baltischen Nachbarstaaten, dass russische Militärjets immer wieder ihren Luftraum verletzten.

Die Entscheidung ist ein Ergebnis des Treffens von Finnlands Präsindet Sauli Niinistö  mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Das Treffen der beiden Staatsoberhäupter fand am 1. Juli auf Kultaranta, der Sommerresidenz des finnischen Präsidenten in Naantali, statt. Es war der erste Besuch Putins in Finnland seit drei Jahren. Präsident Putin sagte seinem Amtskollegen Niinistö zu, dass russische Kampfflugzeuge beim Flug über die Ostsee ihre Transponder aktivieren werden. Diese fungieren als Identifizierungsgeräte und ermöglichen eine Überwachung der Flugbewegungen. „Wir alle kennen die Risiken solcher unüberwachten Flüge“, zitiert der EUobserver den finnischen Präsidenten.

Putin kündigte an, dass die russischen Außen- und Verteidigungsministerien diesen Vorschlag auf dem anstehenden Treffen des Nato-Russland-Rats in Brüssel am 13. Juli besprechen würden. Dieser findet nach dem Gipfel der Allianz in Warschau kommende Woche statt.

Würde Finnland der Allianz beitreten, käme es Putin zufolge jedoch auch zu einer militärischen Reaktion. Aktuell hätten sich seine Truppen auf eine Entfernung von 1.500 km von der finnischen Grenze zurückgezogen. „Glauben Sie, dass diese dort bleiben, wenn Finnland der Nato beitritt?“, so Putin. „Vielleicht würde die Nato gerne bis zum letzten finnischen Soldaten gegen Russland kämpfen. Wollen Sie das? Wir nicht. Aber es ist Eure Entscheidung.“

Beim Nato-Gipfel Mitte Juli in Warschau wird das Bündnis eine massive Militär-Präsenz gegen Russland beschließen. Russland wird von der Nato als Bedrohung klassifiziert. Deutsche Soldaten werden in Litauen tätig, die Briten übernehmen Estland und die US-Soldaten sollen Lettland schützen. Die Kanadier sollen in Polen antreten. Auch im Mittelmeer werden die Kampfverbände verstärkt. Russland empfindet die Aktivitäten als Bedrohung, hat bisher jedoch noch keine Gegenmaßnahmen angekündigt.

Die russischen Nachbarn Finnland und Schweden sind nicht Mitglieder der Nato, doch ein Beitritt wird in beiden Ländern diskutiert.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Deutschland
Deutschland Energiepreise explodieren - Erzeugerpreise auf höchstem Stand seit einem halben Jahrhundert

Angetrieben von ausufernden Energiepreisen haben die Erzeugerpreise in Deutschland den höchsten Stand seit einem halben Jahrhundert...

DWN
Politik
Politik Bruchlinien im Westen: Frankreich zieht Botschafter aus den USA und Australien ab

Das von den USA gegen China in Stellung gebrachte angelsächsische Militär-Bündnis hat offenbar schwerwiegendere Folgen als gedacht....

DWN
Deutschland
Deutschland Experte: Unser Gesundheitssystem ist unsozial - wir brauchen mehr Umverteilung

Heinz Rothgang, Experte für Sozialpolitik und Gesundheitsökonomie, hat sich den Fragen der DWN gestellt.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB: Wie die lockere Geldpolitik die Rente gefährdet

Die staatliche Rente hat nicht bloß ein Demografie-Problem. Niedrigzinsen und hohe Inflationsraten belasten zunehmend auch die gesetzliche...

DWN
Deutschland
Deutschland Gaspreise auf Höhenflug - den Deutschen droht ein teurer Winter

Die Preise für Erdgas steigen und steigen. Zugleich sind die Speicher hierzulande noch vergleichsweise leer. Was steckt dahinter?

DWN
Finanzen
Finanzen Marc Friedrich: Wir stehen am Ende zweier großer Zyklen, jetzt kommt der globale Schuldenschnitt

Der Finanzautor Marc Friedrich sieht die Welt am Ende zweier bedeutender langfristiger Zyklen angekommen.

DWN
Deutschland
Deutschland Scholz muss erneut vor einem Finanzausschuss aussagen

Finanzminister Olaf Scholz muss im Zuge der Ermittlungen gegen die Geldwäsche-Einheit FIU aussagen. Es ist nicht die erste...

DWN
Politik
Politik Bewegung in Nahost: Syrien, Libanon und Jordanien rücken enger zusammen

Die Diplomatie im Nahen Osten hat Hochkonjunktur: Syrien kann seine Beziehungen zu seinen Nachbarn weiter normalisieren, erstmals seit...