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Selbstfahrende Autos: USA setzt auf Sicherheits-Checkliste

Lesezeit: 2 min
10.10.2016 07:25
Das Weiße Haus hat sich für eine behutsame Regulierung bei selbstfahrenden Autos entschieden. Statt starrer Vorschriften, gibt es einen Fragebogen, in dem Hersteller über Sicherheitsmaßnahmen und den Umgang mit Daten informieren sollen.
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Die US-Regierung will mit einer Checkliste aus 15 Punkten für die Sicherheit selbstfahrender Autos im Straßenverkehr sorgen. Dazu gehören Ersatz-Systeme für einen eventuellen Ausfall der Roboterwagen-Technik sowie die Zusage, Daten aufzunehmen und verfügbar zu machen. „Wenn ein selbstfahrendes Auto nicht sicher ist, haben wir die Befugnis, es von der Straße zu nehmen“, so US-Präsident Barack Obama in einem Gastbeitrag in der Zeitung Pittsburgh Post-Gazette.

Die Hersteller müssen im Rahmen der 15-Punkte-Checkliste auch darüber berichten, wie die autonomen Fahrzeuge getestet wurden, wie sie sich nach Unfällen sowie in kritischen Situation verhalten, in denen über Menschenleben entschieden werden könnte. Zu den weiteren Fragen gehören der Schutz vor Hacker-Angriffen und der Umgang mit Daten der Nutzer. Die Liste solle „nicht nur der Regierung, sondern jedem interessierten Amerikaner“ zeigen, wie es um die Sicherheit bestellt sei, schreibt Obama.

Der US-Präsident wählte die Zeitung aus Pittsburgh auch aus, weil er in dem Gastbeitrag die erste Innovationskonferenz unter Schirmherrschaft des Weißen Hauses für den 13. Oktober in der Stadt ankündigte, so die dpa. In Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte zudem der Fahrdienst-Vermittler Uber vor einigen Tagen begonnen, testweise Passagiere mit autonom fahrenden Autos zu befördern. Zuvor hatte der Fahrdienstleister der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh, die über eine renommierte Informatik-Fakultät verfügt, rund 40 Forscher abgeworben.

Die US-Regierung strebt zugleich eine landesweit einheitliche Regulierung für selbstfahrende Fahrzeuge an. Aktuell setzen die einzelnen Bundesstaaten ihre eigenen Regeln. Während einige Staaten wie Nevada und Kalifornien bereits vor Jahren Roboterwagen-Fahrten erlaubten und damit zu einem zentralen Anlaufpunkt für Tests wurden, erwägt Chicago gerade, sie ganz zu verbieten.

Die US-Regierung hatte sich lange mit Regeln für selbstfahrende Autos zurückgehalten - unter anderem aus der Sorge, starre Vorschriften könnten schnell von der technologischen Entwicklung überholt werden. Zum Beispiel wollen einige Entwickler selbstfahrender Autos wie Google oder Ford in Zukunft ganz auf klassische Steuerelemente wie Lenkrad und Pedale verzichten und die Kontrolle komplett dem Computer überlassen. Das sehen die heutigen Straßenverkehrsregeln nicht vor.

Autoexperten betonen, dass mehr als 90 Prozent der Unfälle auf menschliche Fehler zurückgehen und Roboterwagen die Zahl der Verkehrstoten drastisch senken könnten. Zuletzt hatte aber der Unfall eines vom Fahrassistenten gesteuerten Tesla-Elektrowagens in Florida die Diskussion um die Sicherheit bei der Einführung selbstfahrender Autos angeheizt.

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Der Tesla-Wagen war unter einen Lastwagen-Anhänger gerast, der die Straße querte. Das Fahrer hatte sich ganz offensichtlich auf die Technik verlassen und die Verkehrssituation nicht beachtet. Tesla hatte zugleich stets betont, dass sein „Autopilot“-System nur ein Fahrassistent sei und die Wagen nicht zu vollwertigen selbstfahrenden Autos mache. Tesla will jetzt stärker auf Radar-Daten statt Kamera-Bildern setzen. Konzernchef Elon Musk räumte jüngst ein, dass der Wagen mit einer geplanten Aktualisierung der „Autopilot“-Software den Anhänger wahrscheinlich erkannt hätte.

Die Regierung könne sich nicht ganz aus der Regulierung von Innovationen heraushalten, weil sie für Sicherheit sorgen müsse, so Obama. „Außerdem zieht nichts schneller die Bremse bei der Innovation an als wenn die Öffentlichkeit das Vertrauen in die Sicherheit neuer Technologien verliert.“ Zugleich versprach der US-Präsident eine flexible Politik, die sich mit Innovationen weiterentwickeln werde.

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