Frankreich: Wütende Proteste von Polizisten gegen Regierung

Nach Angriffen auf Polizisten brodelt es im französischen Sicherheitsbereich. Innenminister Cazeneuve sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, die Regierung ignoriere die zunehmende Gewalt gegen die Polizei.

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Wütende französische Polizisten haben laut dpa den obersten Polizeichef des Landes ausgebuht, weil sie sich angesichts von Gewalt gegen Kollegen von ihm im Stich gelassen fühlen. Sie umstellten am Dienstagabend in einem Pariser Vorort den Wagen von Polizeidirektor Jean-Marc Falcone und forderten seinen Rücktritt, wie der Sender BFMTV berichtete.

Mehrere Hundert Polizisten sollen an den Protesten beteiligt gewesen sein. Falcone hatte sich dort zuvor mit anderen Verantwortlichen der Polizei getroffen. Anfang des Monats waren zwei Polizisten südlich von Paris mit Molotow-Cocktails angegriffen worden (Video am Anfang des Artikels). Französische Ordnungshüter sind empört darüber.

Innenminister Bernard Cazeneuve traf sich am Mittwoch mit Vertretern der Polizeigewerkschaften, um die Wogen zu glätten. Von diesem Montag an solle es auf Ebene der Départements Gespräche zur Verständigung geben. Er kündigte zudem einen nationalen Sicherheitsplan an. «Die Polizisten werden nicht nur von ihrer Hierarchie und der Regierung verstanden und unterstützt, sondern auch von allen Franzosen.»

Bereits in der Nacht zum Dienstag hatten Polizisten bereits mit mehreren Dutzend Streifenwagen und Polizeimotorrädern auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées ungenehmigt demonstriert. Falcone hatte daraufhin eine Untersuchung angekündigt. Cazeneuve äußerte zwar Verständnis für die Verärgerung, betonte aber, dass man als Polizist nicht mit Polizeiautos und Blaulicht demonstrieren könne.

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