Politik

Nato fürchtet Rückzug der US-Truppen von der Grenze Russlands

Lesezeit: 1 min
14.11.2016 01:13
Die Nato ist wegen des Siegs von Donald Trump nervös und spielt schon einmal durch, was es bedeuten würde, wenn die USA ihre Truppen von der russischen Grenze abziehen.
Nato fürchtet Rückzug der US-Truppen von der Grenze Russlands

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Spiegel berichtet, in der Nato seien "die Befürchtungen nach dem Sieg Trumps enorm". Das Magazin berichtet von "einem geheimen Bericht des Stabs von Generalsekretär Jens Stoltenberg". Demnach erwartet die Nato, dass die USA ihr Nato-Engagement nicht ausweiten werden: Die größte Befürchtung der Nato sei, "der neue Präsident könnte (...) die Zusage für die rotierenden US-Truppen in Osteuropa zurückziehen". Alternativ wird "die Verringerung des amerikanischen Kontingents in Europa" für möglich gehalten. Im "günstigsten Szenario" wird erwartet, dass Trump "strikt darauf pochen wird, dass die Europäer mehr Geld für ihre Sicherheit ausgeben".

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die USA zur Bündnistreue ermahnt. Angesichts eines selbstbewusst auftretenden Russlands und Konflikten im Nahen Osten habe sich die Sicherheitslage der Nato-Staaten in den vergangenen Jahren «dramatisch verschlechtert", schrieb Stoltenberg im britischen Guardian. "Es ist nicht an der Zeit, den Wert der Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten infrage zu stellen», schrieb Stoltenberg. Alleingänge seien weder für Europa noch für Amerika eine Option.

Die Warnungen des Nato-Generalsekretärs zeigen, wie groß die Sorge in europäischen Hauptstädten nach dem Wahlsieg Trumps sind. Der Republikaner hatte im Wahlkampf Zweifel daran gesät, ob sich die USA weiterhin zur Beistandspflicht mit den Nato-Partnern im Falle eines Angriffs bekennen - ein Grundprinzip des Verteidigungspakts. Stattdessen kritisierte er immer wieder, dass einige Länder zu wenig für Militär ausgäben und sich lieber von den USA beschützen ließen.

Stoltenberg erinnerte daran, dass der einzige Bündnisfall der Geschichte nach einem Angriff auf die USA ausgerufen wurde - nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Mehr als 1000 europäische Soldaten hätten dafür in Afghanistan mit dem Leben bezahlt.

Die New York Times sieht in einem Kommentar Angela Merkel als letzte Hoffnung Europas gegen ein "aufstrebendes Russland, das seine defekte Demokratie nach Europa exportieren will, indem es rechtsextreme Parteien in der EU unterstützt". Die Zeitung lobt Merkel für ihre harte Haltung gegenüber Russland und äußert die Befürchtung, Trump könnte die Sanktionen gegen Russland aufheben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Neue EU-Sanktionen gegen Russland, Preisobergrenze für Öl

Die EU-Kommission schlägt neue Sanktionen gegen Russland vor, die Exporte im Wert von 7 Milliarden Euro betreffen. Zudem ebnet sie den Weg...

DWN
Politik
Politik USA drängen Europa, der Ukraine mehr Geld zu geben

Die USA drängen die Staten der EU, ihre finanzielle Unterstützung für die Ukraine zu beschleunigen und zu erhöhen. Denn Kiew benötigt...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank of England knickt ein, kehrt zurück zur lockeren Geldpolitik

Nachdem die Renditen in den letzten Tagen gefährlich gestiegen waren, hat die Bank of England die begonnene geldpolitische Straffung...

DWN
Deutschland
Deutschland Rekordschulden: Bund borgt sich mehr Geld als geplant

Der Bund macht 2022 voraussichtlich Schulden in Höhe von rund 450 Milliarden Euro. Damit klettert der deutsche Schuldenberg auf ein neues...

DWN
Politik
Politik Nach Referenden: Regionen beantragen bei Russland die Annexion

Nachdem die Referenden in vier Regionen der Ukraine eine hohe Zustimmung für einen Beitritt zu Russland ergeben haben, beantragen deren...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biomarkt in der Krise: Vom großen Boom in die Katerstimmung

Das Kaufverhalten der Verbraucher wirkt sich derzeit besonders negativ auf den Biomarkt aus. Die Händler beklagen zweistellige...

DWN
Deutschland
Deutschland Reale Kaufkraft bricht ein, Konsumlaune stürzt auf Rekordtief

Von einem Rekordtief zum nächsten. Die Konsumlaune in Deutschland signalisiert für Oktober einen weiteren starken Rückgang. Die reale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Coca-Cola: Aldi Nord erhöht die Preise

Während Edeka mit dem US-Konzern vor Gericht streitet, erhöht nun mit Aldi Nord ein erster großer Händler die Preise der Coke-Produkte.