US-Banken ziehen sich aus Auto-Krediten zurück

Die Blase bei amerikanischen Autokrediten droht zu platzen. Erste Großbanken ziehen sich zurück.

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Die ersten großen Banken in den USA ziehen sich aus dem Markt für Autokredite zurück. Daten der Federal Deposit Insurance Corporation weisen auf den ersten Rückgang ausstehender Autokredite in den Portfolien der Banken in den vergangenen sechs Jahren hin. Im Vergleich zum letzten Quartal 2016 nahm der Umfang ausstehender Kredite in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 1,6 Milliarden US-Dollar auf jetzt rund 440 Milliarden Dollar ab.

Insgesamt stehen Autokredite im Gesamtumfang von fast 1,2 Billionen Dollar in den USA aus – der Rest verteilt sich auf kleinere Banken oder andere Finanzdienstleister, von denen sich inzwischen sogar einige auf Kunden mit schlechter Bonität spezialisiert haben.

Der Rückgang deutet darauf hin, dass die ersten Finanzinstitute angesichts der steigenden Verbindlichkeiten der ohnehin hoch verschuldeten Amerikaner und angesichts sinkender Preise auf dem gesamten Automarkt kalte Füße bekommen.

Einige Banken begründen ihren Rückzug mit einer allgemeinen Änderung der Geschäftsausrichtung. „Wir haben das Feld der Autokredite eine Weile bespielt, weil auf anderen Märkten nicht viel los war. Nun sehen wir mehr Wachstum in anderen Bereichen, die bessere risikoadjustierte Renditen versprechen“, wird der Vorstandsvorsitzende der neuntgrößten US-Bank Citizens Financial Group von der Financial Times zitiert. Das Engagement der Großbanken Wells Fargo und JP Morgan bei Autokrediten ging im Quartalsvergleich zweistellig zurück. Der Finanzdienstleister Capital One konnte sein Kreditportfolio im gleichen Zeitraum zwar um rund 2 Milliarden Dollar auf 50 Milliarden Dollar steigern, äußert sich aber nun zurückhaltender: „Wir sind jetzt sicherlich eine Stufe vorsichtiger“, sagt Finanzchef Richard Scott hinsichtlich der zurückgehenden Preise bei Gebrauchtwagen. „Wir denken, dass wir uns etwas zurückziehen werden.“

Der Umfang ausgegebener Autokredite steigt seit einigen Jahren beträchtlich an. Noch 2010 betrug das Gesamtvolumen unter 400 Milliarden Dollar – hat sich seitdem also verdreifacht. Problematisch ist, dass die Kreditvergaberichtlinien im Laufe der Zeit immer weiter gelockert wurden, um auch Menschen mit schlechten persönlichen Finanzen als Kunden zu gewinnen – dasselbe Muster, dass auch im Vorfeld der „Subprime-Krise“ beobachtet werden konnte, die im Jahr 2007 zu platzen begann. Inzwischen sinken die Preise für Gebrauchtwagen und Neuwagen wieder, weil sich ein massives Überangebot gebildet hat. Eine ähnliche Blasenbildung findet derzeit auch im Bereich der Studentenkredite statt.

Die größte Gefahr für die Stabilität in beiden Sektoren stellt die massive durchschnittliche Verschuldung der US-Amerikaner dar. Verschiedene Studien zeigen, dass von diesen viele nicht einmal mehr Geld für unvorhergesehene Ausgaben aufbringen können. Auch die von der US-Zentralbank angekündigte Anhebung der Leitzinsen könnte möglicherweise zu einer Welle von Privatinsolvenzen führen, wenn die flexiblen Zinsen von Krediten zu steigen beginnen.

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