Daimler-Aktie stürzt wegen Diesel-Skandal zwischenzeitlich ab

Die Daimler-Aktie stürzt wegen des Diesel-Skandals ab.

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Nach den kräftigen Kursgewinnen vom Mittwoch haben die Börsen in Europa eine Verschnaufpause eingelegt. Anleger waren am Donnerstag hin- und hergerissen zwischen der Aussicht auf langfristig niedrig bleibende Zinsen, was Aktien generell attraktiv macht, und der Ausweitung der Diesel-Affäre. Zudem spekulierten sie auf einen strikteren Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) und warfen erneut Staatsanleihen aus ihren Depots. Der Dax gab deshalb seine im Tagesverlauf erzielten Gewinne größtenteils wieder ab und notierte kaum verändert bei 12.634 Punkten. Der EuroStoxx50 lag 0,4 Prozent im Plus bei 3529 Zählern.

Bei den Einzelwerten richtete sich die Aufmerksamkeit auf Daimler, die 1,3 Prozent verloren und einer der schwächsten Dax-Werte waren. Zu Handelsbeginn brachen die Titel um bis zu 4 Prozent ein. Medienberichten zufolge wird der Stuttgart Autobauer verdächtigt, seit fast einem Jahrzehnt Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft zu haben. Ganz neu sei das nicht, sagte ein Händler. Aber es klinge jetzt dramatischer und drastischer.

US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte zuvor mit ihrem behutsamen Zinserhöhungskurs noch für Kauflaune gesorgt. Am Mittwoch war der Dax wegen ihrer Aussagen bereits um 1,5 Prozent gestiegen. „Die Tatsache, dass es die Fed offenbar langsam angehen lassen will, wird vom Aktienmarkt als gutes Zeichen aufgefasst“, sagte Rabobank-Analyst Bas Van Geffen. Die Fed erwartet laut Yellen, dass die US-Konjunktur behutsame Zinsanhebungen verträgt und die Wirtschaft in den nächsten Jahren wie bisher mit moderater Geschwindigkeit wachsen wird. Börsianer interpretierten das dahingehend, dass 2017 und 2018 insgesamt nur drei Erhöhungen anstehen. „Die Chefin der amerikanischen Notenbank sieht den natürlich Zins offenbar weit unter dem Normalmaß der vergangenen Jahrzehnte“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Londoner Brokerhaus CMC Markets. „Das könnte bedeuten, dass die Zinsen auch in Deutschland nie wieder so hoch sein werden, wie man das aus der Vergangenheit gewohnt war.“

Ein Bericht des „Wall Street Journal“ trübte aber die Freude der Investoren. Der Zeitung zufolge will die EZB wahrscheinlich auf ihrer Zinssitzung am 7. September signalisieren, dass das Anleihen-Kaufprogramm nächstes Jahr graduell zurückgeschraubt werden soll. Der Euro zog nach dem Bericht leicht an und die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe legte deutlich zu auf 0,596 Prozent. Das lastete auf dem Aktienmarkt.

Die EZB und die nationalen Notenbanken erwerben seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Bislang ist geplant, dass die Käufe noch mindestens bis Ende dieses Jahres weiterlaufen sollen.

Im Nebenwerte-Index MDax nahmen die Aktien von Norma Fahrt auf, nachdem der Autozulieferer seine Wachstumsprognose für 2017 erhöht hat. Die Titel schossen um 10,2 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit Dezember 2015.

Auch die Aufspaltung von Metro stand im Fokus. Die Aktie des Lebensmittel-Groß- und Einzelhändlers debütierte mit einem Kurs von 20,00 Euro und bröckelte dann bis auf 18,81 Euro ab. Sie ist formal von der „alten“ Metro AG abgespalten worden, die jetzt Ceconomy heißt und nur noch die Elektronik-Ketten MediaMarkt und Saturn umfasst. Deren Aktie eröffnete mit 9,32 Euro und stieg später auf 9,66 Euro.

In London gerieten die Aktien von AstraZeneca mit einem Abschlag von 3,8 Prozent unter die Räder. Laut einem Medienbericht soll Firmenchef Pascal Soriot neuer Vorstandschef des weltgrößten Generika-Herstellers Teva werden.

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