Großbank Santander verkauft Immobilien-Portfolio an US-Investor

Die spanische Großbank Santander hat ihr Immobilien-Portfolio an den US-Investor Blackstone verkauft.

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Die spanische Großbank Santander hat für zehn Milliarden Euro Grundstücke, Häuser, Wohnungen und Hotelgebäude an den US-Investor Blackstone verkauft, berichtet Reuters. Der größte Immobiliendeal in der spanischen Geschichte folgt der Übernahme der maroden Banco Popular durch das größte Geldhaus des Landes. Das Portfolio war ursprünglich rund 30 Milliarden Euro wert gewesen. Wegen der Immobilienkrise der vergangenen Jahre war der Wert allerdings massiv nach unten korrigiert worden.

Inzwischen erholen sich die spanische Bauwirtschaft und der Häusermarkt wieder. Auch ausländische Investoren sind auf der iberischen Halbinsel wieder aktiv. Sie standen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Madrid bereits 2015 wieder für rund ein Drittel der Gesamtinvestitionen in dem Sektor in Höhe von 22 Milliarden Euro. Vor allem die Regionen rund um Barcelona und Madrid werden wieder beliebter. Dennoch steht acht Jahre nach dem Höhepunkt der Krise immer noch gut eine halbe Million Häuser in Spanien leer.

Die Übernahme und Rettung der unter einem Berg fauler Kredite leidenden Banco Popular durch Santander im Juni folgte auf eine schwere Bankenkrise vor fünf Jahren, die Spanien rund 40 Milliarden Euro gekostet hat.

Santander hat dank glänzender Geschäfte in Brasilien die kostspielige Rettungsaktion für Banco Popular gut weggesteckt. Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 37 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro, wie Santander mitteilte. Trotz der niedrigen Zinsen in Europa kletterte der Zinsüberschuss um 14 Prozent. Die seit 7. Juni zum Konzern gehörende Banco Popular trug dazu sogar ein Scherflein bei. Santander hatte den kleineren spanischen Rivalen geschluckt, um ihn vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Es war die erste Abwicklung einer Bank, die nach den Vorschriften der EU ganz auf Kosten der Eigentümer und Gläubiger ging. Die Übernahme riss allerdings ein Loch in die Kapitaldecke von Santander. Die harte Kernkapitalquote schrumpfte auf 9,58 von 10,66 Prozent. Santander ist allerdings gerade dabei, die Lücke mit einer sieben Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung zu schließen. Auch in der Quote fauler Kredite machte sich die Lage von Banco Popular bemerkbar: Ende Juni galten 5,37 Prozent (Ende März: 3,74) der Kredite in den Büchern von Santander als leistungsgestört – doch das ist immer noch weniger als bei den meisten spanischen Rivalen.

Am besten lief das Geschäft im zweiten Quartal in Brasilien, wo der Gewinn um 42 Prozent stieg. Dagegen brach das Ergebnis in Großbritannien wegen des schwächeren Pfund Sterling um 18 Prozent ein. Dort seien die Margen unter Druck, erklärte die spanische Bank, die auf der Insel zu den größten fünf Geldhäusern zählt.

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