Bundesbank holt deutsches Gold viel früher als geplant nach Frankfurt

Die Bundesregierung hat ihr Rückhol-Programm für deutsches Gold aus dem Ausland viel früher als geplant abgeschlossen.

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann steht am 11.07.2014 in der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt vor einem Vorhang mit Goldbarren-Motiv. Deutsches Gold soll wieder in Frankfurt gelagert werden. (Foto: dpa)

Bundesbankpräsident Jens Weidmann steht am 11.07.2014 in der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt vor einem Vorhang mit Goldbarren-Motiv. (Foto: dpa)

Die Bundesbank hat die Verlagerung von Goldbeständen in die Frankfurter Zentrale erheblich früher als erwartet abgeschlossen, berichtet Reuters. In diesem Jahr wurden auch die zuletzt noch in Paris gelagerten 91 Tonnen des Edelmetalls in die Main-Metropole geholt, wie die deutsche Notenbank am Mittwoch mitteilte. Sie liegt damit gut drei Jahre vor ihrem ursprünglichen Zeitplan. „Aus meiner Sicht ist die nun erreichte vorzeitige Umsetzung ein voller Erfolg,“ sagte Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. „Darüber hinaus plant die Bundesbank keine weiteren Verlagerungen.“ Ende 2016 lag bereits das Gold, das aus New York nach Frankfurt geholt werden sollte, komplett im unterirdischen Tresor auf dem Gelände der Bundesbank-Zentrale.

Beim Eintreffen in Frankfurt wurden laut Bundesbank alle Goldbarren auf ihre Echtheit überprüft. Bezüglich Echtheit, Feingehalt und Gewicht der Barren habe es keine Beanstandungen gegeben, teilte die Bundesbank mit.

Die Bundesbank hatte vor vier Jahren beschlossen, dass ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in Frankfurt gelagert werden soll. Dazu wurden schrittweise 300 Tonnen Gold aus New York und 374 Tonnen aus Paris verlagert. Eine Tonne entspricht 1000 Kilogramm. Auch künftig will die Bundesbank aber noch einen erheblichen Teil ihrer Goldbestände bei der Federal Reserve Bank in New York lagern. London bleibt ebenfalls eine wichtige Lagerstätte.

Auf welchen Wegen der Goldschatz nach Frankfurt transportiert wurde, teilte die Bundesbank mit Verweis auf die Sicherheit nicht mit. Der gesamte Transport einschließlich der Umschmelzung kostete Thiele zufolge 7,7 Millionen Euro. Insgesamt wurden seit 2013 fast 54.000 Barren des Edelmetalls nach Frankfurt geschafft.

Für die Rückholaktion habe die geänderte politische Lage in den USA keine Rolle gespielt, sagte Thiele. „Im Verhältnis zur Fed hat sich überhaupt nicht nichts geändert, so dass wir weiterhin keinen Zweifel an der Reputation der Fed haben.“ Auch der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU ändere an der Goldlagerung nichts.

Frankfurt ist nun mit 1710 Tonnen des Edelmetalls vor New York mit 1236 Tonnen die größte Lagerstätte für die deutschen Goldreserven. In London befinden sich noch 432 Tonnen. Damit befinden sich nun 50,6 Prozent der Goldreserven in den Tresoren der Bundesbank in Frankfurt, 36,6 Prozent bei der US-Notenbank in New York und 12,8 Prozent bei der Bank of England in London. Die britische Hauptstadt ist nach wie vor der weltgrößte Handelsplatz für das Edelmetall, obwohl Schanghai seit einigen Monaten deutlich aufholt.

Das Golddepot bei der Banque de France, das seit 1952 existierte, wurde hingegen aufgelöst. Hauptgründe dafür waren laut Bundesbank der Wegfall des „Eisernen Vorhangs“ und der Start der Währungsunion.

Deutschland besitzt mit rund 3378 Tonnen den zweitgrößten Goldschatz der Welt nach den USA. Er hat derzeit einen Wert von rund 120 Milliarden Euro. Hintergrund der Rückholung waren Vorwürfe des Bundesrechnungshofs, wonach die Bestände im Ausland nicht regelmäßig überprüft würden.

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