Finanzen

Spekulanten aktiv: Starker Anstieg bei Kreditausfall-Versicherungen

Lesezeit: 1 min
25.08.2017 18:01
Die Zahl der Hedgefonds und Banken, die mit hochriskanten Kreditderivaten handeln, ist im laufenden Jahr stark gestiegen.
Spekulanten aktiv: Starker Anstieg bei Kreditausfall-Versicherungen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zahl der Hedgefonds und Banken, die mit hochriskanten Kreditderivaten handeln, ist im laufenden Jahr deutlich gestiegen. Wie die Financial Times berichtet, hätten sich die Umsätze im Markt für Kreditausfall-Versicherungen („Credit Default Swaps“ – CDS) im laufenden Jahr bereits auf zwischen 20 Milliarden Dollar und 30 Milliarden Dollar belaufen. Schätzungen zufolge betrugen die Umsätze im gesamten vergangenen Jahr nur etwa 15 Milliarden Dollar und 2015 nur etwa 10 Milliarden Dollar.

Bei den Kreditausfall-Versicherungen handelt es sich um Wertpapiere, die zur Auszahlung eines bestimmten Geldbetrages für den Käufer der Papiere führen, wenn ein bestimmtes Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit anmeldet. Der Handel mit Derivaten wie die CDS, verpackt in „Paketen“ zusammen mit anderen Wertpapieren wird von zahlreichen Beobachtern dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Finanzkrise ab dem Jahr 2007 global schnell ausbreiten konnte.

Die FT berichtet, dass nun immer mehr Hedgefonds in diese riskanten Papiere investieren, um Renditen in einer Größenordnung zu erzielen, welche im derzeitigen Marktumfeld aufgrund der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken kaum mehr zu erreichen sind. Mit den risikoreichsten Tranchen solcher CDS ließen sich demnach noch Gewinne zwischen 10 Prozent und 20 Prozent erwirtschaften. „Hochprofessionelle Investoren wie Apollo, Brigade Capital und Blue Mountain gehören zu denjenigen, die Tranchen mit Laufzeiten von 2 bis 3 Jahren gekauft haben“, schreibt die FT.

Problematisch ist vor allem, dass der CDS-Handel nicht über staatlich regulierte Handelsplätze, sondern im unregulierten „over the counter“-Handel abgewickelt wird.

Bedenklich ist zudem, dass inzwischen auch institutionelle Großinvestoren und Banken angefangen haben sollen, solche Papiere in ihr Portfolio aufzunehmen. Der FT zufolge gehören dazu auch Pensionsfonds aus Kanada und Neuseeland. Die US-Großbank Citigroup soll führend in das Geschäft verwickelt sein, gefolgt von JPMorgan Chase und der französischen Großbank BNP Paribas. „Der Zinsnotstand in anderen Märkten hat auch andere Banken wie Goldman Sachs dazu gedrängt, sich für das Produkt zu interessieren“, schreibt die FT.

„Ich habe Angst davor“, sagte ein Händler, der nach dem Risiko befragt wurde, dass es zu zahlreichen Ausfällen von Unternehmen kommt. „Aber ich denke nicht, dass es passieren wird.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Autofahrer: Klimavorgaben werden verschärft, Spritpreise werden drastisch steigen

Union und SPD wollen die Klimavorgabe für Treibstoffe noch einmal über die bisherigen Regierungspläne hinaus verschärfen. Eine ganz...

DWN
Deutschland
Deutschland Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sinkt weiter deutlich

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat den negativen Trend der vergangenen Quartale in den ersten drei Monaten des Jahres...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Joe Biden will Chinas Staatskapitalismus nachahmen – Europa zieht mit

Chinas Staatskapitalismus findet offenbar Nachahmer. Auch in Amerika will die Politik nicht mehr nur Schiedsrichter sein, sondern ebenso...

DWN
Finanzen
Finanzen Arbeitgeber wütend: Neuer Rat will Umbau des Arbeitsmarkts

Ende von Minijobs, Recht auf Homeoffice: Ein von Arbeitsminister Hubertus Heil eingesetzter Expertenrat hat erste Ergebnisse präsentiert....

DWN
Politik
Politik „Hochrangiges“ Gespräch mit Luisa Neubauer: Kanzlerin Merkel fürchtet mögliche „Klimaleugner-Mehrheit“

In einem außerordentlich „hochrangigen“ Gespräch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Kanzlerin Merkel gesagt, dass die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Lithium-Markt steht vor einer Angebotsknappheit

Wegen der steigenden Nachfrage steht der weltweite Lithium-Markt vor einer Angebotsknappheit. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende...

DWN
Finanzen
Finanzen Paukenschlag: Gegner der EZB-Staatsanleihenkäufe scheitern in Karlsruhe

Das Bundesverfassungsgericht hatte die milliardenschweren Anleihekäufe der EZB teilweise für verfassungswidrig erklärt. Es forderte...

DWN
Politik
Politik Die neue Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen...