Großbritannien plant radikale Grenze für Einwanderung von EU-Bürgern

Großbritannien plant, den Zuzug für EU-Bürger unmittelbar nach dem Brexit radikal einzuschränken.

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Die britische Premierministerin Theresa May spricht am 16.08.2017 an Deck des Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth in Hafen von Portsmouth. Die Einwanderung der EU-Bürger ist ein Thema der Brexit-Verhandlungen. (Foto: dpa)

Die britische Premierministerin Theresa May spricht am 16.08.2017 an Deck des Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth in Hafen von Portsmouth. (Foto: dpa)

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Großbritannien will unmittelbar nach dem Austritt aus der EU die Einwanderung von schlecht ausgebildeten EU-Bürgern in das Vereinigte Königreich radikal stoppen. So solle die Freizügigkeit von Arbeitnehmern aufgehoben werden, berichtet der Guardian unter Berufung auf ein Vorschlagspapier der Londoner Regierung.

Großbritannien wird die Freizügigkeit der Arbeit unmittelbar nach Brexit beenden und Beschränkungen einführen, um alle außer den hochqualifizierten EU-Arbeitnehmern von einer Einwanderung nach Großbritannien abzuschrecken.

Das 82-seitige Papier, das als äußerst sensibel gekennzeichnet und vom August 2017 datiert ist, stellt zum ersten Mal fest, wie Großbritannien sich der politisch aufgeladenen Frage der Einwanderung nähert sich bei der Arbeitsplatzsicherung auf britische Arbeitnehmer konzentrieren will.

Ungelernte Arbeiten sollen nur noch Arbeitserlaubnis für zwei Jahre erhalten. Und auch für hochqualifizierte EU-Bürger sind Begrenzungen vorgesehen: Die Erlaubnis für diese Gruppe soll für den Zeitraum von drei bis fünf Jahren erteilt werden.

Außerdem will Großbritannien den Familiennachzug strikt regeln: Nur wer über ein Einkommen von mehr als 18.000 Pfund verdient, soll seinen Ehepartner nachholen dürfen.

Auch EU-Bürger müssen künftig den Reisepass bei der Einreise vorlegen.

Führende Minister im Team von Premierministerin Theresa May müssen laut der Zeitung den Entwurf noch billigen. Darin heißt es weiter: Einwanderung könne nur dann als wertvoll für das Land als Ganzes betrachtet werden, wenn sie nicht nur den Migranten selbst nutze, sondern auch den schon im Land lebenden Bürgern zu einem besseren Leben verhelfe. Ein Regierungssprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Er stellte für den Herbst einen Vorschlag für ein neues Einwanderungssystem in Aussicht, mit dem „das Vereinigte Königreich die Kontrolle über seine Grenzen zurückerlangt“.

Der neue Ansatz dürfte, wenn es dazu kommt, vor allem für Polen ein erhebliches Problem darstellen. Aktuell leben fast eine Million polnische Staatsbürger in Großbritannien. Viele von ihnen ernähren mit ihrer Arbeit auch Familien in Polen. Etwa 300.000 Deutsche leben und arbeiten derzeit in Großbritannien.

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