Investoren sichern sich gegen möglichen Absturz bei Aktien ab

Ein Einbruch bei Aktien wäre aktuell gravierend, weil die Kurse sehr hoch sind - und daher auch die Verluste entsprechend ausfallen würden.

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Die Wall Street in New York. (Foto: dpa)

Die Wall Street in New York. (Foto: dpa)

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Beobachtern zufolge werden die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten schon bald zu einem Kurs-Einbruch führen. Investoren haben damit begonnen, vermehrt Bargeld zu horten und ihre Investitionen abzusichern.

In einem Interview mit dem Sender Bloomberg identifiziert der Ökonom und Mathematiker Nassim Nicholas Taleb das Risiko, dass ein Kurseinbruch auch für US-Präsident Donald Trump mit sich bringen könnte:

„Trump wurde Präsident, als die Märkte bereits sehr hochstanden. Obama hingegen wurde Anfang 2009 Präsident, als sich die Märkte nahe ihres Tiefpunktes befanden. Mark Spitznagel sagte richtigerweise, dass sich Trump von den Märkten distanzieren sollte. Obama hatte den Marktzyklus hinter sich und er konnte die steigenden Kurse als eigenen Verdienst präsentieren. Nun präsentiert Trump die weiter steigenden Kurse als eigenen Verdienst, obwohl diese schon zu Beginn seiner Amtszeit sehr hoch bewertet waren. Das ist nicht rational. Er sollte sich schnell vom Marktgeschehen distanzieren, weil er eine sehr kranke Situation geerbt hat. Obama verließ uns nach acht Jahren Erholung. Im Jahr 2007 begann die Finanzkrise – vor 10 Jahren. Seit 10 Jahren behandeln wir den Patienten. Stellen Sie sich einen Patienten vor, der zum Krankenhaus geht und 10 Jahre später kriegt er noch immer Schmerzmittel. Trump könnte erklären, dass er ein schweres Erbe aus der Obama-Ära angetreten hat, dem er nicht zugestimmt hat. Aber indem er sich für die Steigerungen der Kurse brüstet, macht er sich im Falle eines Crashs anfällig.“

Mit „Schmerzmittel“ meint Taleb die seit Jahren expansive Geldpolitik zahlreicher Notenbanken und diverse Interventionen und Manipulationen wie beispielsweise das Anleihe-Kaufprogramm der EZB.

Die Aktienmärkte seien heute in einer gefährlichen Situation und das Potential für einen Abschwung sei extrem hoch:

„Es gibt noch ein anderes Problem: Aus meiner Sicht gibt es heute Risiken aus Altlasten, die wir davor nicht hatten. Und jeden Tag wird es schlimmer. Im Jahr 2007 waren die Märkte bereits kollabiert. Heute müssen Sie erstmal auf das Niveau von 2007 zurück und dann schauen, was sonst noch passieren wird. Die Situation heute ist schlimmer als vor der Krise von 2007. Die Bewertungen sind heute deutlich höher. Wenn heute etwas passiert, werden wir viel tiefer fallen. (…) Ich würde Ihnen heute folgendes raten: Wenn sie Aktien ohne Kursabsicherung haben, dann ist das nicht rational. Das ist, als ob man ein Haus ohne Versicherung kauft.“

Tatsächlich haben zahlreiche Fondsmanager inzwischen damit begonnen, Bargeld und Giralgeld zu horten und Kursabsicherungen für ihre Spekulationen abzuschließen. Wie die Financial Times berichtet, hätten die Höchststände bei Aktien und Anleihen und die verglichen damit extrem niedrige Volatilität bei vielen Anlegern zu Sorgen vor einem bevorstehenden Abschwung geführt.

Von der FT befragte Fondsmanager gaben an, dass sie eine plötzliche Korrektur der Märkte von bis zu 8 Prozent „jederzeit“ für möglich hielten und dass sich die Anleihemärkte in einer „Blase“ befinden könnten. Einer Umfrage der Bank of America zufolge ist die Zahl der Manager, die vor Kurzem Kursabsicherungen für ihre Investitionen abgeschlossen haben, um 9 Prozent gestiegen – so viel wie seit 14 Monaten nicht mehr.

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