US-Ermittler gegen Erdogan: Kurs der türkischen Lira bricht ein

Der türkische Finanzmarkt ist unter Druck geraten. Der Kurs der Landeswährung Lira brach ein, die Renditen für Anleihen stiegen deutlich.

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Ein Devisenhändler hat am 17.04.2017 in Istanbul in der Türkei seine aktuellen Kurse, auch der Lira, im Schaufenster. (Foto: dpa)

Ein Devisenhändler hat am 17.04.2017 in Istanbul in der Türkei seine aktuellen Kurse im Schaufenster. (Foto: dpa)

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Der Finanzmarkt der Türkei ist am Freitag unter Druck geraten. Ein wichtiger Faktor für die Unruhe, die sich in steigenden Renditen für Staatsanleihen des Landes sowie in einem Kurseinbruch der Lira bemerkbar machte, könnten Vorwürfe aus den USA sein.

Der Kurs der Lira war am Freitag eingebrochen. Am Nachmittag mussten für einen Euro zeitweise bis zu 4,50 Lira gezahlt werden und damit fast so viel wie Mitte Oktober, als die Lira auf ein Rekordtief gefallen war und bis zu 4,5211 Lira für einen Euro gezahlt werden mussten. Auch zum Dollar verlor die Lira deutlich und wurde am Nachmittag mit etwa 3,87 Lira gehandelt, nachdem der Kurs Anfang Oktober noch bei etwa 3,50 Lira lag.

Auch Anleihen des Landes gerieten unter Druck. Die Renditen zehnjähriger Papiere stiegen auf etwa 12,25 Prozent. Im Sommer lag das Renditeniveau noch bei etwa 10,5 Prozent.

Ein Hauptgrund für die gestiegene Vorsicht der Investoren könnten Berichte aus den USA sein, wonach Ermittler Beweise dafür gefunden hätten, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan persönlich in einen Tauschhandel verstrickt gewesen sein könnte, der dem Iran eine Umgehung der US-Sanktionen in den vergangenen Jahren ermöglicht haben soll. Dabei soll es sich um ein kompliziertes Tauschgeschäft mit Gold und Erdöl gehandelt haben. Staatsanwälte in New York sollen Audio-Aufzeichnungen besitzen, aus denen die Unterstützung des Systems durch Erdogan hervorgehen soll, berichtet Bloomberg.

„Die Dokumente die jetzt im Zusammenhang mit dem festgenommenen türkisch-iranischen Goldhändler Reza Zarrab im Fall der Geldwäsche- und Sanktionsermittlungen aufgetaucht sind, könnten die Beziehung der USA zur Türkei weiter verkomplizieren“, schreibt Bloomberg.

Als weitere Ursache für die Kursverluste zum Wochenschluss gelten zudem neue Daten zur Preisentwicklung in der Türkei. Im Oktober lag die Inflation bei 11,9 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit Juli 2008. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten nur mit einer Teuerung von 11,5 Prozent gerechnet.

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