Bundesweit Streiks an mehreren Werken von Amazon

Bundesweit streikte am Freitag ein Teil der Belegschaft von Amazon.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Demonstranten halten am 24.11.2017 in Berlin ein Transparent, mit dem sie den Internetversandhandel Amazon auffordern, seine Angestellten fair zu bezahlen. (Foto: dpa)

Demonstranten halten am 24.11.2017 in Berlin ein Transparent, mit dem sie den Internetversandhandel Amazon auffordern, seine Angestellten fair zu bezahlen. (Foto: dpa)

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag die Mitarbeiter mehrerer Amazon-Standorte in Deutschland zum Streik aufgerufen. Der Ausstand fällt auf den Rabatt-Tag „Black-Friday“, an dem Einzelhändler bundesweit mit günstigen Angeboten locken. Verdi fordert den Online-Händler Amazon zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag auf. Der US-Konzern, der bundesweit mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, verweigert aber seit Jahren Gespräche.

An den Arbeitsniederlegungen beteiligen sich laut Verdi Beschäftigte an den sechs großen Amazon-Standorten Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Rheinberg (NRW), Werne (NRW), Graben (Bayern) und Koblenz (Rheinland-Pfalz).

Auch Beschäftigte am Standort Piacenza nahe der norditalienischen Stadt Mailand beteiligten sich an dem Ausstand.

In Berlin fand eine Demonstration gegen den Konzern statt. Bei Amazon in Leipzig hätten Mitarbeiter seit 0.00 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, für 10.00 Uhr sei eine Kundgebung vor dem Standort geplant. Der Streik solle bis zum Ende der Spätschicht am Samstag dauern.

„Die Beschäftigten gehören besonders an einem Tag wie dem Black Friday in den Mittelpunkt gestellt“, sagte der Leipziger Verdi-Streikeiter Ronny Streich: „Im Dienste von Jeff Bezos und der Kunden sollen sie zum ‚Black Friday‘ Höchstleistungen erbringen und dies unter Arbeitsbedingungen, die auf Dauer krank machen. Daran muss sich etwas ändern und Amazon muss sich endlich dieser Verantwortung stellen.“ Jeff Bezos ist der Amazon-Gründer und wahrscheinlich der reichste Mensch der Welt.

Die Beschäftigten wollen auch am Samstag die Arbeit niederlegen. Der Streik werde fortgesetzt, sagte eine Verdi-Sprecherin am Freitag in Bad Hersfeld, wie die dpa berichtet. Dort hatten sich laut Gewerkschaft mehrere Hundert Amazon-Beschäftigte versammelt.

Den Anfang in Bad Hersfeld hatte die Nachtschicht am Donnerstagabend gemacht. Verdi rechnete in Bad Hersfeld insgesamt mit einer Streikbeteiligung von 500 Beschäftigten. Gestreikt werden sollte am Freitag an den sechs großen Amazon-Standorten – außer in Bad Hersfeld noch in Leipzig (Sachsen), Rheinberg (NRW), Werne (NRW), Graben (Bayern) und Koblenz (Rheinland-Pfalz).

Laut Amazon hatte der Streik keinen Einfluss auf die Auslieferung. Die Mehrheit der Mitarbeiter habe normal gearbeitet. Am Donnerstag hätten nur 570 der über 12.000 Mitarbeiter im deutschen Logistiknetzwerk die Arbeit niedergelegt, erklärte ein Konzernsprecher. In Hersfeld bezifferte Amazon die Zahl der Streikenden am Freitagmorgen auf 220.

Extra für das Weihnachtsgeschäft hatte Amazon im Oktober 13.000 befristete Mitarbeiterstellen an seinen deutschen Logistikzentren ausgeschrieben.