Russland und China intensivieren Kooperation in Sibirien

Russland und China bauen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit in Sibirien aus.

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Das chinesische Infrastruktur-Projekt der „Neuen Seidenstraße“ macht Fortschritte. Der russische Bystrinsky-Industriepark, der vor kurzem eröffnet worden ist, ist das beste Beispiel dafür. Im Trans-Baikal-Gebiet, rund 400 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt, sollen immense Vorkommen an Eisenerz, Kupfer und Gold gefördert werden.

Zusammen mit den Chinesen will der russische Bergbaukonzern Norilsk Nickel den Abbau der Bodenschätze in der Region vorantreiben. Die Planung des Projekts begann bereits 2013 und die Realisierung kostete die Betreiber etwa 1,52 Milliarden US-Dollar. Schon für Mitte nächsten Jahres ist der Start des Abbaus geplant und die Förderung soll Ende 2019 ihre vorgesehene Kapazität von 10 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen. Die gesamten Reserven des Projekts werden auf 343 Millionen Tonnen Metallerz geschätzt, was der Unternehmung eine Lebensdauer von etwa 30 Jahren verleihen würde.

Norilsk Nickel, genauer MMC – Mining and Metallurgical Company – ist ein russischer Bergbaukonzern mit Schwerpunkt Metallurgie. Die Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro (2016) gilt als einer der weltgrößten Produzenten von Kupfer, Nickel, Palladium und Platin. Zu den weiteren von dem Unternehmen geförderten Rohstoffen gehören Gold, Chrom, Silber, Kobalt, Rhodium, Tellur und Sulfur. Das Kerngeschäft von MMC Norilsk Nickel umfasst die Exploration, den Abbau, der Verarbeitung und den Vertrieb von Edel- und Schwermetallen.

Grundlage für den Abbau von Rohstoffen in der Bystrinsky-Region ist die Entwicklung der Infrastruktur im Rahmen der chinesischen „Neue Seidenstraße“ oder der Belt and Road Initiative (BRI), wie das Vorhaben auch genannt wird. Hierdurch soll beispielsweise der Ausbau von Straßen und Eisenbahnlinien zwischen Asien und Europa vorangetrieben werden. Mitten in der Wildnis Sibiriens entstand beziehungsweise entsteht ein völlig neues Straßen- und Eisenbahnsystem, das für die geplante Rohstoff-Produktion unabdingbar ist. Ein Projekt der Belt and Road Initiative ist etwa die ca. 1.000 Kilometer entfernte Brücke über den Fluss Amur oder Heilongjiang, wie er von den Chinesen genannt wird.

Auch die Amur River Bridge ist Teil des Programms „Neue Seidenstraße“. Das chinesisch-russische Joint Venture an einer wichtigen Stelle der gemeinsamen Grenze ist Teil des riesigen Handelskorridors, auf dem Eisenerz von der Kimkan-Mine in Russland nach China befördert werden soll. Der dortige Abbau wird von der Hong Kong’s IRC Ltd. betrieben und besitzt eine sehr gute Verbindung zu einem der wichtigsten Korridore des BRI-Programms, nämlich dem China-Mongolei-Russland- Economic Corridor, oder CMREC, über den Trans-Siberian Bahnweg und die gesamte Strecke bis nach Wladiwostok.

Erst im September wurden auf dem dritten Eastern Economic Forum in Wladiwostok die verschiedenen Aspekte des chinesisch-russischen Netzwerks diskutiert. CMREC beinhaltet auch eine engere Kooperation vor allem auf den Gebieten der Energieversorgung, des Rohstoffabbaus, der Industrie sowie bei der Land- und Forstwirtschaft. Der stellvertretende Premierminister Chinas, Wang Yang, betont immer wieder die enge wirtschaftliche Verbindung mit Russland, die ein 10 Milliarden US-Dollar schweres Investment in BRI-Projekte beinhaltet.

Darüber hinaus findet zwischen den beiden großen Staaten des Ostens auch eine monetäre Integration statt. Diese erlaubt den Handel zwischen Russland und der Commercial and Industrial Bank of China (ICBC) auf der Basis von chinesischen Yuan. Produkte, die unter der Marke „Made in Russland“ vertrieben werden, erfreuen sich in China großer Beliebtheit. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor zwischen den beiden Staaten sind Im- beziehungsweise Exporte von Öl und Gas. Nach der China General Administration of Customs ist Russland nach wie vor der bedeutendste Erdöl-Lieferant der Volksrepublik. Russland exportiert mehr als eine Million Barrel (159 Liter) Erdöl pro Tag nach China und liegt damit vor Saudi Arabien und Angola.