China: Umsätze bei Luxusgütern ziehen an

Die Umsätze auf dem chinesischen Markt für Luxusartikel sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

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Eine Frau läuft am Laden der Luxusmarke Gucci in Peking vorbei. (Foto: dpa)

Eine Frau läuft am Laden der Luxusmarke Gucci in Peking vorbei. (Foto: dpa)

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Nach Jahren schleppender Nachfrage sind die Verkäufe von Luxusgütern in China 2017 wieder so kräftig angezogen wie seit mehr als einem halben Jahrzehnt nicht mehr. Der Inlandsabsatz von Gucci-Handtaschen und Chanel-Kosmetika stieg im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 142 Milliarden Yuan (22,07 Milliarden US-Dollar), wie die Beratungsfirma Bain & Company am Mittwoch mitteilte.

Das ist das stärkste Wachstum seit 2011. Danach war es bergab gegangen: Das langsamere Wirtschaftswachstum und der Kampf der Regierung gegen Korruption hatte die Nachfrage nach Luxusartikeln gedämpft. „In den letzten fünf Jahren war es im Wesentlichen ein flauer Markt. 2017 ein Plus von 20 Prozent, das ist eine erstaunliche Erholung“, sagte Bruno Lannes, Partner bei Bain in Schanghai. Niedrigere Preise und staatliche Unterstützung seien die Haupttreiber gewesen. Peking will den Binnenkonsum fördern und hat die Steuersätze für importierte Luxusgüter gesenkt.

Chinas Konsumenten zählen zu den größten Käufern edler Güter. Fast ein Drittel des weltweit auf 308 Milliarden Dollar geschätzten Umsatzes an Luxusgütern ging 2017 auf ihr Konto. Allerdings kaufen Chinesen trotz des schnellen Wachstums zu Hause die edlen Waren immer noch zu drei Vierteln im Ausland. Der immer wichtiger werdende chinesische Binnenmarkt macht laut Bain acht Prozent des weltweiten Luxusabsatzes aus.

Vom Luxusgüterboom in China profitierten auch die europäischen Hersteller wie LVMH, Kering und Hermes aus Frankreich oder Richemont und Swatch aus der Schweiz. Auch die Hersteller edler Spirituosen, darunter die chinesische Kweilich Moutai und die französische Remy Cointreau verzeichneten in China einen Aufschwung.

Chinas Luxusmarkt sollte laut Bain & Co auch in diesem Jahr ein robustes Wachstum sehen. Welche Firmen in Zukunft das Rennen im Reich der Mitte machen, hängt davon ab, welche Marken Chinas ausgabenstarke Jugend anlocken. Denn der Boom wird von der technologiebegeisterten Generation im Alter von 20 bis 34 Jahren getragen, die konfektionierte und schnelle Mode bevorzugt. Statt traditionellem Design greifen sie zu teurer Freizeitkleidung.

Diese Verlagerung stellt eine Herausforderung für traditionellere Marken wie Prada dar, die gegen neue Rivalen wie Coach antreten müssen, die etwas günstiger sind. Gewinnen werde der, der den Code der chinesischen Jugend knacken könne, sagte Lannes. „Ein neues China entsteht mit neuen Verbrauchern, die vor fünf Jahren nicht da waren und unterschiedliche Profile, unterschiedliche Erwartungen und unterschiedliche Geschmäcker haben.“