Politik

Abgas-Affäre: Geheime FBI-Dokumente belasten VW-Chef Diess

VW-Chef Herbert Diess gerät in der Diesel-Affäre unter Druck.
15.05.2018 17:27
Lesezeit: 1 min

Der neue VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess gerät im Zuge der Abgas-Affäre unter Druck. Das meldet das Manager-Magazin unter Berufung auf die Bild am Sonntag (BamS). Die gibt an, im Besitz vertraulicher FBI-Dokumente zu sein, die Diess schwer belasten. Den Dokumenten zufolge soll Diess schon vor Bekanntwerden der Affäre von den tatsächlichen Ausmaßen der Abgas-Manipulationen gewusst haben. Stimmt das, könnte Diess sich der Marktmanipulation schuldig gemacht haben. Bislang galt der 60-Jährige an der Affäre als unbeteiligt.

Diess soll durch eine Präsentation des VW-Managers Oliver Schmidt von den Manipulationen erfahren haben. Schmidt, der wegen seiner Beteiligung an den Manipulationen inzwischen in den USA im Gefängnis sitzt, soll die Präsentation vor dem damaligen VW-Chef Martin Winterkorn und Diess (damals noch VW-Markenchef) gehalten haben. Unter anderem soll es um die möglichen maximalen Strafzahlungen für die Manipulationen in den USA in Höhe von 18 Milliarden Dollar gegangen sein. Die Präsentation soll am 25. August 2015 stattgefunden haben. Die Affäre wurde am 18. September 2015 publik. Danach würde Diess gewusst haben, in welcher Größenordnung Fahrzeuge manipuliert wurden und hätte die Informationen vor der Öffentlichkeit unrechtmäßig geheim gehalten.

VW bestreitet das. Zwar habe die Präsentation stattgefunden, so das Unternehmen gegenüber der BamS, aber es sei von deutlich geringeren Strafzahlungen die Rede gewesen.  Deshalb habe sich Diess der Marktmanipulation nicht schuldig gemacht, als er die von Schmidt präsentierten Informationen der Öffentlichkeit nicht preisgab.

Diess übernahm das Amt des VW-Chefs am 12. April von Matthias Müller (der wiederum den Posten am 25. September von Martin Winterkorn übernommen hatte). Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur und ehemalige BMW-Manager hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für Verfehlungen von VW in der Abgas-Affäre entschuldigt. Gegen Martin Winterkorn hat die US-Justiz inzwischen Haftbefehl entlassen.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

 

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Finanzen
Finanzen Saab-Aktie: Neue Drohnenkiller-Rakete Nimbrix soll den Markt revolutionieren
31.08.2025

Saab hat eine neue Waffe entwickelt, die Drohnen und ganze Schwärme zerstören soll. Mit dem Projekt „Nimbrix“ hofft der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zwischen Stagnation und Rezession: Was es konkret heißt, dass die deutsche Wirtschaft schrumpft
31.08.2025

Deutschlands Wirtschaft steckt weiter fest: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpft stärker als erwartet, die Rezession dauert an. Während...

DWN
Immobilien
Immobilien House Flipping: Wie Sie mit sanierungsbedürftigen Objekten Geld machen können
31.08.2025

Der USA-Trend findet auch hierzulande immer mehr Anklang: Beim House Flipping geht es darum, möglichst günstig Immobilien zu erwerben,...

DWN
Technologie
Technologie Fachkräftemangel? Roboter bauen schon heute Häuser – schneller, günstiger, sicherer
31.08.2025

Die Baustelle der Zukunft: Roboter, Drohnen und autonome Helfer übernehmen Aufgaben rund um den Bau – präzise, effizient und 24 Stunden...

DWN
Politik
Politik Was will Trump, der „amerikanische Erdogan“?
31.08.2025

Donald Trump greift die Fed und Amerikas Institutionen frontal an – mit Folgen, die weit über die USA hinausreichen. Droht Europa ein...

DWN
Politik
Politik Trump-Krise: Rebellion im Herzen der MAGA-Bewegung
31.08.2025

Donald Trump sieht sich mit der größten internen Rebellion seiner Amtszeit konfrontiert. Der Epstein-Skandal droht, seine Machtbasis in...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienerwerb: Umfrage offenbart Wissenslücken beim Immobilienkauf
31.08.2025

Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung kann schnell Hunderttausende Euro kosten, doch viele Menschen kennen wichtige Bedingungen nicht....

DWN
Finanzen
Finanzen Polen setzt auf Atomenergie: Orlen verspricht den Bau des ersten SMR-Reaktor Europas
31.08.2025

Polen baut Europas ersten Small Modular Reactor (SMR) vom Typ BWRX-300. Während Warschau auf Kernkraft setzt, könnte Deutschland bald...