Politik

Anleger flüchten aus italienischen Staatsanleihen

Die Krise in Italien treibt die Anleger aus den Staatsanleihen des Landes.
29.05.2018 09:09
Lesezeit: 1 min

Italiens Anleihemarkt hat am frühen Handelstag am Dienstag einen neuen Ausverkauf erlebt. Die Zinsen für die zweijährige Staatsanleihen des Landes sind angesichts der politischen Turbulenzen in Rom stark gestiegen. Die Rendite der italienischen Schuldtitel mit einer Laufzeit von zwei Jahren durchbrach zum ersten Mal seit 2013 die Zwei-Prozent-Marke und erreichte 2,447 Prozent – ein Plus von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Handelsschluss am Montag. Die Rendite 10-jähriger Papiere erreichte ein neues Hoch von 2,928 Prozent, ein Anstieg um 25 Basispunkte gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Die Renditen steigen, wenn die Preise fallen.

Der Spread, die Renditedifferenz zwischen Italiens 10-jähriger Anleihe und deutschen Bundesanleihen gleicher Fälligkeit, einem wichtigen Maß für das wahrgenommene Risiko italienischer Anleihen, kletterte von 234 Basispunkten am Montag auf 264 Basispunkte. Später erreichte der Spread mit 300 Punkten sogar den höchsten Stand seit Jahren.

Die Schwäche der italienischen Märkte hat begonnen, sich auf die Schuldenrenditen anderer Peripheriestaaten in der Eurozone auszuwirken. Die 10-jährige portugiesische Rendite stieg um 47 Basispunkte. Das spanische Äquivalent hält sich dagegen mit nur 1 bp an diesem Tag relativ stabil.

Die Anleger zeigen sich demnach vom Versuch von Staatspräsident Sergio Mattarella unbeeindruckt, mit einer Technokratenregierung mit dem früheren IWF-Mann Carlo Cottarella zu etablieren. Die auf diese Weise überrumpelten Wahlsieger von Lega und Fünf Sterne Bewegung haben angekündigt, mit aller Härte gegen das "Diktat der Finanzmärkte, Ratiungagenturen und Bankenlobby" ankämpfen zu wollen. Fünf Sterne-Chef di Maio hat für Samstag eine Großdemonstration in Rom angekündigt.

***

Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWNhier abonnieren!

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik Klimawandel: Alles nur gefakt? Wie fragwürdige Prognosen Politik und Wirtschaft in die Irre führten
30.08.2025

Wie die deutsche PIK-Klimaideologie zur staatlich subventionierten Klima-Ökonomie führte und Treiber für die Deindustrialisierung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fossiles Heizen: Explodieren die Preise 2027?
30.08.2025

Seit Jahren herrscht ein Kampf in Europa: Wie kann man die klimaschädlichsten Aspekte des Gebäudesektors in Angriff nehmen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wird die Grundsteuer erhöht? Zu viele Ausgaben, zu wenig Einnahmen - deutsche Kommunen vorm finanziellen Kollaps
30.08.2025

Fast neun von zehn Städten und Gemeinden in Deutschland droht in absehbarer Zeit die Pleite, wie der Stadt Moers in NRW. Die Kommunen...

DWN
Technologie
Technologie Atomkraftwerke in Deutschland: Rückbau "läuft auf Hochtouren"
30.08.2025

Seit dem endgültigen Atomausstieg läuft in Deutschland der Rückbau von Kernkraftwerken. Doch wie weit ist dieser Prozess tatsächlich?...

DWN
Finanzen
Finanzen Erneuerbare Energien-ETF: Vergleich – wie Anleger am besten vom globalen Energieumbruch profitieren können
30.08.2025

Der weltweite Energieumbruch verändert Märkte, Technologien und Kapitalströme – und die globale Energiewende ist längst Realität....

DWN
Technologie
Technologie Europas Energie aus dem All: Die Sonne könnte 80 Prozent liefern
30.08.2025

Forscher sehen eine radikale Lösung für Europas Energiekrise: Solarkraftwerke im All sollen bis 2050 vier Fünftel des Bedarfs decken –...

DWN
Technologie
Technologie Retro-Revival: Warum die Kassette ein Comeback erlebt
30.08.2025

Retro ist wieder in – und die Musikkassette steht dabei im Mittelpunkt. Einst totgeglaubt, erlebt sie heute ein überraschendes Comeback....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zu viele Tools, zu wenig Schutz: Wie Unternehmen ihre Cyberabwehr selbst sabotieren
30.08.2025

Je mehr Sicherheitslösungen, desto sicherer? Das Gegenteil ist der Fall: Tool-Wildwuchs, inkompatible Systeme und überforderte Teams...