Bank der Zentralbanken erwartet Unruhe an Finanzmärkten

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht erhebliche Probleme für die Weltwirtschaft.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in ihrem jüngsten Wirtschaftsbericht vor Gefahren für die Weltkonjunktur. Auch wenn es kurzfristig für den Aufschwung nur wenige Schwachstellen gebe, bestünden auf mittlere Sicht erhebliche Risiken, sagte BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens am Sonntag in Basel laut Redetext. So könnten verschärfte protektionistische Maßnahmen einen Abschwung bewirken. „Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass die zunehmenden protektionistischen Tendenzen die Investitionstätigkeit bereits gebremst haben.“ Trotz der Gefahren sollten Notenbanken aber die Politik einer behutsamen Normalisierung der Geldpolitik fortsetzen. Die BIZ gilt als Zentralbank der Notenbanken und ist eine wichtige Denkschmiede für die internationale Geldpolitik.

„Eine weitere Entwicklung, die den Wirtschaftsaufschwung gefährden könnte, wäre ein plötzlicher Anstieg der historisch niedrigen Renditen an den wichtigsten Staatsanleihemärkten“, sagte Carstens. Vor allem gelte dies für die USA. Sollte dort die Inflation unerwartet deutlich anziehen, müsste die US-Notenbank ihre Geldpolitik womöglich stärker straffen als an den Finanzmärkten angenommen werde. Wegen der Bedeutung der US-Wirtschaft und der herausragenden Rolle des Dollar wären die Folgen an den Finanzmärkten weltweit spürbar.

Ein dritter Auslöser könnte laut den BIZ-Experten ein allgemeines Abnehmen der Risikobereitschaft sein. „Auslöser könnten dabei Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der Staatsverschuldung in bestimmten Volkswirtschaften sein“, sagte der Mexikaner. Mit Sorge blicken die Fachleute der Bank dabei auf den Euro-Raum. So hatte die Bildung einer neuen Regierung in Italien aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechtspopulistischer Lega zu Unruhe an den Börsen geführt. Dort wurde befürchtet, die Koalition könne mit ihren angekündigten Ausgabenerhöhungen den Schuldenberg des Landes erhöhen und eine erneute Euro-Krise auslösen.

Die großen Notenbanken sollten aus Sicht der BIZ dennoch ihre langsame Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik fortsetzen. Nur so könnten sie wieder mehr Handlungsspielraum gewinnen. Börsenturbulenzen würden dabei allerdings nicht ausbleiben. „Im Zuge der Normalisierung ist mit Volatilität zu rechnen“, sagte Carstens im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Entscheidend ist, dass diese Volatilität nicht außer Kontrolle gerät.“ Es sei wichtig, dass der Prozess der geldpolitischen Normalisierung schrittweise verlaufe.

Die US-Notenbank Fed begann bereits Ende 2015 damit, die Zinsen behutsam anzuheben. Der Leitzins in den USA liegt inzwischen wieder in einer Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit zehn Jahren. Im Euro-Raum will die EZB dagegen ihre Schlüsselzinsen noch mindestens bis zum Herbst 2019 auf dem aktuellen rekordtiefen Niveau halten. Der Leitsatz liegt seit März 2016 bei 0,0 Prozent.

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