Volkswagen will mit neuer Technologie-Generation angreifen

Volkswagen hat die Prototypen der neuen vollelektrischen I.D.-Serie in Berlin vorgestellt.

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Das Konzeptauto „I.D. Vizzions“. (Foto: Volkswagen)

Das Konzeptauto „I.D. Vizzions“. (Foto: Volkswagen)

Die Ausstellung in Berlin. (Foto: Volkswagen)

Die Ausstellung in Berlin. (Foto: Volkswagen)

Volkswagen stellt derzeit verschiedene Prototypen der vollelektrischen I.D.-Generation in Berlin vor. Die am Mittwoch eröffnete Ausstellung „Driving Vizzions to Reality“ zeigt mit dem Konzeptauto „I.D. Vizzion“ auch das künftige Flaggschiff der Serie erstmals öffentlich in Deutschland.

„Leitidee von Driving Vizzions to Reality ist es, die Tür zur Zukunft zu öffnen und die Transformation der Marke zum Anbieter von ganzheitlichen Mobilitätskonzepten erlebbar zu machen“, sagte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann am Mittwoch bei der Eröffnungsveranstaltung.

Der „I.D. Crozz“ – eine Mischung aus SUV und viertürigem Coupé – ist ebenfalls in Berlin zu sehen. Er soll nach Aussage von Stackmann das weltweit am meisten verkaufte Fahrzeug der I.D.-Reihe werden.

Ab dem Jahr 2020 will VW vier Modelle der I.D.-Reihe sukzessive auf den Markt bringen – neben dem Flaggschiff „Vizzion“ und dem „Crozz“ sind dies auch die elektrische Bully-Version „Buzz“ und der Kompaktwagen „I.D.“.

Volkswagen plant, dass die Modelle bei Markteinführung nicht nur elektrisch angetrieben werden und weitgehend autonom fahren können, sondern dass sie ständig mit dem Internet verbunden sind und mit Systemen der künstlichen Intelligenz ausgestattet sind.

Das Unternehmen erklärt: „Reale und virtuelle Welt werden eins. Die Interaktion mit dem I.D. VIZZION erfolgt virtuell via Augmented Reality (AR). Die Kommunikationstechnologie des Autos avanciert dabei zu einem Host, zu einem virtuellen Assistenten, der lernfähig ist und empathisch reagiert. Vor allem sorgt der I.D. VIZZION für eines: mehr persönlichen Freiraum. Weil er als Smart Device auf Rädern keinen Fahrer benötigt und so zum Chauffeur wird. Weil er derart umfassend vernetzt ist, dass er Teil der digitalen Welt ist. Weil er allen Gästen (einen Fahrer gibt es schließlich nicht) den Freiraum gibt, unterwegs zu entspannen, zu kommunizieren, zu arbeiten und das Ziel des I.D. VIZZION zu bestimmen. Dank der intuitiven Interaktion zwischen Mensch und Maschine über Augmented Reality und einer neu designten Mixed-Reality-Brille – auf der Basis der von Microsoft entwickelten HoloLens – sowie einer natürlichen Sprachsteuerung gestaltet sich die Bedienung des I.D. VIZZION völlig intuitiv und damit einfach.“

Ein Problem, dem sich VW wie alle Hersteller stellen müssen, ist die Frage der Sicherstellung der Privatsphäre in einem vernetzten Umfeld. So soll der „Vizzion“ mit intelligenten Systemen ausgestattet sein, die selbstständig lernen. „Volkswagen forciert massiv die AI-Entwicklung (künstliche Intelligenz – die Red.) für Automobile. Der Weg dorthin kann in drei Phasen eingeteilt werden: konventionelles Programmieren (Gegenwart), maschinelles Lernen (unmittelbare Zukunft) und künstliche Intelligenz (Zukunft)“, so die Vision von VW.

Auf Datenschutzbedenken will man besonders als deutscher Konzern achten. Ein Sprecher von Volkswagen erklärt den Deutschen Wirtschaftsnachrichten:“Der hohe Anspruch an die Qualität unserer Produkte gilt genauso für den Umgang mit den Daten unserer Kunden. Volkswagen wird die Kunden vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen wird. Wir orientieren uns dabei an den Werten Datensicherheit, -transparenz und -selbstbestimmung. Für Online-Dienste, wie wir sie optional anbieten, sind der Austausch von externen Daten und die Weitergabe von nicht personifizierten Fahrzeugdaten erforderlich. Diese Daten werden grundsätzlich anonymisiert. Somit ist es unmöglich, auf ein einzelnes Fahrzeug oder eine Person zu schließen.“

Die heute verfügbaren Bordsysteme programmieren noch konventionell. Die Entwickler definieren also einen vollumfänglichen Programmcode, der jedes Systemverhalten beschreibt. So nutzt der Spurhalteassistent „Lane Assist“ beispielsweise ein konventionelles, modellbasiertes Programm.

In näherer Zukunft werden Volkswagen zufolge dann Systeme des maschinellen Lernens verfügbar sein. Hierbei werden Programme trainiert, um komplexe neue Parameter selbst zu erlernen. Dabei erschließen sie unbekannte Fakten durch ein Training. Bei Volkswagen soll das „maschinelle Lernen“ etwa bei der Interpretation der Fahrzeugumgebung durch sogenannte Umfeldkameras (in den Außenspiegeln sowie der Front- und Heckpartie) zum Einsatz kommen.

Ziel ist jedoch die Etablierung intelligenter Systeme in den Fahrzeugen. Dabei handelt es sich um Programme, welche selbständig Schlussfolgerungen ziehen und dadurch eigenständig Entscheidungen treffen können. Assistenten wie das im I.D. VIZZION integrierte

System werden sich demnach von Tag zu Tag genauer an die Vorlieben des Fahrers angleichen – etwa die bevorzugten Sitz- und Klimaeinstellungen oder die favorisierten Playlists.

Die extreme Vernetzung des Wagens ist nicht zuletzt auch Folge des geplanten vollautonomen Fahrens des „Vizzion“, welches Volkswagen zufolge etwa ab dem Jahr 2025 möglich sein wird. „Einen Fahrersitz samt Lenkrad, Instrumententafel und Fußhebelwerk ist deshalb nicht nötig. Der I.D. Vizzion erkennt sein Umfeld über miteinander vernetzte Laserscanner, Ultraschallsensoren, Radarsensoren für Objekte im Nahbereich und Radarsensoren für lange Distanzen, Front- und Heckkameras sowie seitliche Area-View-Kameras. Die Sensoren sind bei der neuesten I.D. Studie optisch nicht sichtbar. Via Cloud werden zudem permanent Verkehrsdaten erfasst und mit den Daten des I.D. Vizzion abgeglichen. Über die künftig auch untereinander vernetzten Fahrzeuge nutzt der Volkswagen dabei auch gezielt die Schwarmintelligenz des direkten und weiteren Umfeldes (Car-2-Car und Car-2-X). Darüber hinaus bindet der I.D. Vizzion hochauflösende Digitalkarten in die Routenführung ein.“

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