Anbang-Versicherung muss Immobilien in Milliardenhöhe verkaufen

Die chinesische Anbang-Versicherung muss Immobilien in Milliardenhöhe im Ausland verkaufen.

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Der Eingang zur Hauptniederlassung der Anbang-Versicherung in Peking. (Foto: dpa)

Der Eingang zur Hauptniederlassung der Anbang-Versicherung in Peking. (Foto: dpa)

Der angeschlagene chinesische Versicherungsriese Anbang will Insidern zufolge ausländische Immobilien im Gesamtwert von rund zehn Milliarden Dollar versilbern. Die Verkäufe sollten binnen eines Monats beginnen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Anbang erklärte, der Konzern überprüfe seine Vermögenswerte im Ausland. Das sei komplex, es gebe zurzeit weder einen konkreten Plan noch einen Zeitplan.

Anbang besitzt zahlreiche Immobilien im Ausland – darunter die von Strategic Hotels & Resorts, wie das Four Seasons Washington und das JW Marriott Essex House Hotel in New York. Der Versicherer hatte Strategic Hotels & Resorts 2016 für 6,5 Milliarden Dollar erworben. Daneben gehören Anbang unter anderem das Four Seasons Hotel Moskau und Bürogebäude in Vancouver und Toronto. Das Waldorf Astoria in New York, das Anbang 2014 für 1,95 Milliarden Dollar übernommen hatte, stehe nicht auf der Verkaufsliste, sagten die Insider. Das Hotel ist wegen Renovierungsarbeiten derzeit geschlossen.

Neben Immobilien hatte Anbang in den vergangenen Jahren auch Versicherer in Belgien, den Niederlanden und Südkorea gekauft.

Für die geplanten Verkäufe seien die chinesische Investmentbank CICC und die Schweizer UBS als Berater angeheuert worden, sagten die Insider. Die beiden Banken lehnten eine Stellungnahme ab.

Anbang sitzt nach einer mehr als 30 Milliarden Dollar schweren Einkaufstour auf einem Schuldenberg, der chinesische Staat übernahm im Februar die Kontrolle über den Konzern. Der ehemalige Chef Wu Xiaohui, die treibende Kraft hinter der Auslandsexpansion, wurde im May zu 18 Jahren Haft verurteilt.