Politik

Syrien und Russland drängen Söldner bei Idlib zurück

Lesezeit: 2 min
27.08.2018 21:58
Die syrische Armee stößt im Süden von Idlib gegen Söldner-Verbände vor.
Syrien und Russland drängen Söldner bei Idlib zurück

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am vergangenen Wochenende hat die syrische Armee (SAA) der Söldner-Truppe Al-Nusra-Front, die sich mittlerweile Hayat Tahrir al-Scham (HTS) nennt, in den Provinzen Idlib und Hama schwere Verluste zugefügt, berichtet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA. In der Stadt al-Khawin in der südlichen Landschaft von Idlib wurden Artilleriegeschosse eingesetzt. Zusätzlich wurden Angriffe gegen die Al-Nusra-Front am östlichen Stadtrand von al-Tamani'a im ländlichen Idlib ausgeführt. Die Söldner erlitten schwere menschliche und materielle Verluste. In der nördlichen Region von Hama wurden Stellungen der Al-Izza-Brigaden, die mit der Al-Nusra-Front kooperieren, bombardiert. Die Angriffe konzentrierten sich auf den westlichen Stadtrand von Al-Zakat. Bei diesem Angriff wurden alle Söldner getötet. Die Rückeroberung des Nordens von Hama ist ausschlaggebend für die Idlib-Offensive, da das Gebiet an die südliche Grenze von Idlib grenzt.

Syriens Verteidigungsminister General Ali Abdullah Ayyoub sagte am Sonntag nach einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen Amir Hatami in Damaskus, dass die gesamte Provinz Idlib zurückerobert werden soll, entweder militärisch oder im Rahmen des Aussöhnungsprozesses, so die Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Söldner-Truppe National Liberation Front (NLF) teilte am Wochenende mit, dass sie im Osten von Idlib ein militärisches Operationszentrum der SAA zerstört hat. Mehrere Offiziere und Soldaten sollen dabei ums Leben gekommen sein. Die NLF wolle „jegliche Aggressionen gegen ihre Streitkräfte in und um Idlib zurückdrängen“. In der vergangenen Woche teilte die NLF mit, dass sie „einen Infiltrationsversuch von Regimekräften, unterstützt von iranischen Milizen im Westen von Aleppo“ zurückgedrängt habe, so das Blatt albawaba. Der NLF-Sprecher Naji Abu Hudhayfah, teilte am Samstag mit, dass NLF-Söldner in der Nähe des Dorfs Umm al-Khalakhil eine Selbstfahrlafette ZSU-23-4 „Schilka“ der SAA mit einer Panzerabwehrwaffe angegriffen habe. Das Fahrzeug zusammen mit einem 23-mm-Maschinengewehr sei zerstört worden. Die NLF ist in Daraa, Quneitra, Damaskus, Homs, Hama und Idlib.

Am Montag führte die SAA Angriffe gegen Stellungen der Terror-Miliz IS im Süden von Syrien aus. In der Umgebung von Khirbet al-Hawi im Gebiet der al-Safa-Hügel in der östlichen Landschaft von as-Suweida wurde ein mit Maschinengewehren ausgestattetes Fahrzeug zerstört, so SANA. Die SAA versucht, IS-Verbände auf dem al-Safa-Hügel einzuschließen, um sich der IS-Söldner zu entledigen. Am Rande der Abu Ghanem-Hügel befinden sich befestigte Höhlen des IS. Diese werden derzeit von der syrischen Luftwaffe unter Beschuss genommen.

In der vergangenen Woche warnten die USA, Frankreich und Großbritannien den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor dem Einsatz chemischer Waffen. In einer gemeinsamen Erklärung teilten die Staaten mit: „Wir bleiben entschlossen, zu handeln, wenn das Assad-Regime wieder chemische Waffen einsetzt.“

Russland warnte daraufhin vor einem Giftgasangriff, den al-Nusra Söldner auszuführen beabsichtigten.

Damaskus warf den USA, Frankreich und Großbritannien vor, dass ihre verbündeten Söldner in Syrien einen Chemiewaffeneinsatz planen, um diesen dann den syrischen Regierungstruppen in die Schuhe zu schieben. Durch diese Aktion „unter falscher Flagge“ soll dann ein Militäreinsatz gegen Syrien gerechtfertigt werden.

Die türkische Zeitung Aydınlık führt aus: „Ähnliche Szenarien hatten die USA in Syrien bereits in der Vergangenheit umgesetzt. Im April 2017 wurde behauptet, dass es in Khan Scheichun zum Saringas-Einsatz gekommen ist. Die White Helmets, die von den USA finanziert werden, haben fingierte Videos in Umlauf gebracht. Anschließend führten die USA Raketenangriffe gegen den Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat aus. Das Ziel wurde mit 59 Tomahawk Land-Raketen beschossen. Es kamen sechs syrische Soldaten, vier Kinder und insgesamt neun Zivilisten ums Leben. Je weiter die syrische Armee vorstößt und der Astana-Prozess Früchte trägt, desto unruhiger werden die USA. Deshalb wurde im Jahr 2018 der Douma-Plan umgesetzt. Es wurde behauptet, dass die syrische Armee in Douma Chemiewaffen eingesetzt hat. Zum Zeitpunkt dieses Vorwurfs hatte die syrische Armee Terroristen in der Region Douma eingekesselt. Es waren erneut die White Helmets, die fingierte Videos in Umlauf brachten, um den Vorwurf zu untermauern. Anschließend griffen die USA, England und Frankreich am 14. April 2018 Damaskus an. Es wurden über 200 Raketen des Typs Tomahawk Land abgefeuert. Der Großteil der Raketen wurde durch die syrische Luftabwehr abgefangen."

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Nach Todesfällen in Norwegen: China fordert Streichung des Impfstoffs von Pfizer und BioNTec

China fordert, dass der Corona-Impfstoff von BioNTec/Pfizer weltweit gestrichen wird. Zuvor waren 23 Personen in Norwegen nach einer...

DWN
Technologie
Technologie „Cyber-Pandemie“: Klaus Schwab hatte Szenario für Großangriff auf Stromversorgung vorgetragen

Im November 2020 hatte der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, gesagt: „Wir alle wissen, dass das erschreckende Szenario...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Corona-Lockdown wird bis zum Juni 2021 andauern

Die Bevölkerung und das deutsche Unternehmertum sollten sich nichts vormachen lassen. Der Lockdown wird in verschiedenen Intensitäten bis...

DWN
Politik
Politik Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft ist zu Ende: Wie Angela Merkel viele Brände löschte - und einige Feuer neu entfachte

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert einen - humorigen, aber höchst kompetenten - Rückblick blickt auf die sechsmonatige deutsche...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Lohnt sich der Einstieg noch oder ist es zu spät?

Wer in Bitcoin investieren will, braucht aufgrund der extremen Kurssprünge starke Nerven. Wer dafür bereit ist, erfährt hier, wie in...

DWN
Deutschland
Deutschland Reale Gefahr: Wenn ein Cyber-Angriff auf unser Stromnetz stattfindet, bricht die Nahrungsmittelversorgung zusammen

Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf das deutsche Stromnetz ist real. Sollte tatsächlich ein Cyber-Angriff stattfinden, würde die gesamte...

DWN
Politik
Politik Über 10.000 in Wien bei Demo gegen Corona-Maßnahmen

In Wien fand am Samstag eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung statt. Ihr wohnten über 10.000...

DWN
Politik
Politik „Die Roten säubern“: In Spanien sind die Militärs gegen die linke Regierung

In Spanien herrscht in Militärkreisen eine große Unzufriedenheit mit der Regierung. Ehemalige hochrangige Ex-Militärs gehen sogar...

DWN
Deutschland
Deutschland Nicht länger ein sanfter Riese: Deutschland muss die EU geopolitisch anführen

Im zweiten Teil seiner Rezensionen von wichtigen Neuerscheinungen befasst sich der renommierte Wissenschaftler Helmut K. Anheier mit zwei...

DWN
Technologie
Technologie Neue Gesichtserkennungs-Technologie kann politische Gesinnung der Bürger aufdecken

Einer neuen Gesichtserkennungs-Technologie zufolge soll es möglich sein, die politische Gesinnung einer Person zu entschlüsseln. Doch die...

DWN
Politik
Politik Will Angela Merkel den totalen Lockdown?

Die Politik diskutiert über eine weitere Verschärfung des Corona-Beschränkungen bis zum Sommer.

DWN
Politik
Politik Schwere Unruhen in Belgien: Mann stirbt nach Corona-Kontrolle in Polizeigewahrsam

Ein Mann, der gegen die Corona-Regeln verstoßen haben soll, wurde von der belgischen Polizei verhaftet. Wenig später starb er in...

DWN
Politik
Politik Spahn missbrauchte Fragerunde als Werbung für Laschet

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte auf dem digitalen CDU-Parteitag für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als neuen Parteichef...

DWN
Politik
Politik Biden gegen Putin: In der Ukraine wird es gewaltig krachen

Unter Joe Biden als US-Präsident wird der Ukraine-Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreichen. Doch diesmal dürfte Washington gewillt...