Polen: Mitarbeiter von Huawei und Orange festgenommen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
11.01.2019 14:32
In Polen wurden ein Mitarbeiter von Huawei und ein Mitarbeiter des Telekomanbieters Orange Polska festgenommen. Sie sollen beide angeblich für China spioniert haben.
Polen: Mitarbeiter von Huawei und Orange festgenommen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In Polen wurden ein Mitarbeiter von Huawei Technologies Co. und ein ehemaliger polnischer Sicherheitsbeamter festgenommen. Sie werden beschuldigt, im Auftrag von China Spionage betrieben zu haben, berichtet Bloomberg. Genaue Details zu den Anschuldigungen liegen nicht vor.

Der Mitarbeiter von Huawei ist ein chinesischer Staatsbürger, der den Verkauf von Huawei-Produkten an den öffentlichen Dienst leitet. Der beschuldigte Pole soll hingegen für den Mobilfunkbetreiber Orange Polska SA tätig sein. Bloomberg zufolge hatte die US-Regierung zuvor die EU-Staaten dazu gedrängt, Huawei von den Telekommunikationsnetzen abzuschneiden. Der chinesische Technologiekonzern steht deshalb in der gesamten EU unter wachsendem Druck.

"Wir müssen nun die gegen das Land (Polen, Anm. d. Red.) gerichteten Aktivitäten überprüfen. Dieser Fall ist noch lange nicht abgeschlossen", sagte Stanislaw Zaryn, Sprecher des polnischen Geheimdienstchefs, gegenüber TVPInfo. Wenn sie verurteilt werden, drohen den Verdächtigen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Ein Vertreter von Huawei führte in einer Stellungnahme aus, dass man sich mit der Angelegenheit befasst habe. Huawei befolge geltende Gesetze in allen Ländern, in denen die Firma tätig ist. Die Mitarbeiter würden diesem Ansatz Folge leisten, meint der Sprecher.

Das chinesische Außenministerium meldete in einer Mitteilung: "Wir fordern das betroffene Land auf, den Fall fair auf der Grundlage der Gesetze zu behandeln und die legitimen Rechte der Menschen zu schützen."

Nach Angaben von TVPInfo soll es sich bei den Verdächtigen um Wei Wei W. und Piotr D. handeln. Orange Polska hat im vergangenen Jahr zusammen mit Huawei das polnische 5G-Mobilfunknetz für 38 Millionen Einwohnern ausgebaut.  Das französische Mutterunternehmen Orange SA wird in Frankreich künftig nicht mehr mit Huawei zusammenarbeiten, sagte Orange SA-Chef Stephane Richard am Dienstag.

Es bleibt unklar, ob Orange Polska diesem Beispiel Folge leisten wird. Der Sprecher von Orange Polska, Wojciech Jabczynski, lehnte eine Stellungnahme ab.

Huawei steht auch in der Kritik, weil der Chief Financial Officer (CFO) von Huawei, Meng Wanzhou, internationale Banken dazu verleitet haben soll, unwissentlich Transaktionen mit dem Iran zu tätigen, was gegen die US-Sanktionen verstößt. Meng wurde vor vier Wochen gegen Kaution freigelassen und lebt in ihrem Haus in Vancouver.

Der wachsende Druck auf Huawei ist Folge der Bestrebungen der US-Regierung, den Konzern aus den 5G-Mobilfunknetzen auszuschließen. Als Grund werden Sicherheitsbedenken geäußert, Huawei arbeite mit der chinesischen Regierung zusammen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gegen Iran und Türkei: Arabische Liga will Syrien wieder als Mitglied aufnehmen

Die Arabische Liga plant, Syrien erneut als Mitglied aufzunehmen. Der Schritt richtet sich eindeutig gegen die Türkei und den Iran. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesamt arbeitet an Notfall-Kochbuch für lange Stromausfälle und Wassermangel

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt derzeit ein Kochbuch mit Rezepten, welche ohne Strom und...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronavirus: Der „Schwarze Schwan“ für Deutschlands Industrie ist gelandet

Das Coronavirus wird die deutsche Industrie schwer treffen. Der „Schwarze Schwan“ landet ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem die...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronavirus: Hapag-Lloyd reduziert Fahrten nach China, Hamburg Süd ist kaum betroffen

Die beiden Hamburger Reedereien Hamburg Süd und Hapag-Lloyd spüren derzeit noch keine gravierenden Auswirkungen des Coronavirus auf ihr...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltbank-Ökonom warnt: Neue Schuldenwelle wächst sich zum wirtschaftlichen Tsunami aus

Weltweit steigen die Schulden rapide an. Dies könnten eine wirtschaftliche "Tsunamiwelle" auslösen, warnt der Ökonom Kaushik Basu.

DWN
Technologie
Technologie Erster künstlicher Chatbot wird persönlicher Assistent

Die künstliche Intelligenz entwickelt sich immer weiter: Nun hat ein Anbieter zum ersten Mal einen Chatbot vorgestellt, der als...

DWN
Deutschland
Deutschland Scholz, Warburg und „Cum Ex“: Hamburger SPD gerät vor Wahlen unter starken Druck

Nach Bekanntwerden eines Treffens zwischen Olaf Scholz und dem Chef der in der „Cum Ex“-Affäre verdächtigten Warburg Bank gerät die...

DWN
Technologie
Technologie Deutschlands gefährliche Wette auf den Beginn eines goldenen Elektro-Zeitalters

Deutschlands Automobilkonzerne entlassen zehntausende Mitarbeiter, um Milliarden in den Aufbau ihrer Elektrosparten zu stecken. Die Wette...

DWN
Politik
Politik Wendepunkt in Syrien: Kurden-Miliz YPG schließt sich erstmals Assad an

Erstmals im Syrien-Konflikt haben sich offenbar Verbände der Kurden-Miliz YPG der syrischen Armee angeschlossen, um eine gemeinsame...

DWN
Finanzen
Finanzen Kahlschlag in London: Europas größte Bank streicht zehntausende Arbeitsplätze

Die Großbank HSBC streicht zehntausende Arbeitsplätze und will Milliarden einsparen. Es dürfte sich um Vorbereitungen für einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Schwerer BIP-Einbruch: Die Wirtschaftsmacht Japan schlittert in die Rezession

Die Wirtschaftsleistung Japans ist Ende 2019 stark eingebrochen, eine Rezession scheint unausweichlich zu sein. Der Abschwung im Land der...

DWN
Finanzen
Finanzen Dubai: Der glitzernde Schuldenturm im Wüstensand beginnt zu wanken

Ohne die Intervention des Schwesteremirats Abu Dhabi wäre Dubai schon 2008 bankrott gewesen. Noch täuscht die glitzernde Skyline über...

DWN
Finanzen
Finanzen Gericht: Russland muss 50 Milliarden Dollar an Yukos-Aktionäre zahlen

Ein Gericht in Den Haag hat entschieden, dass der russische Staat den Altaktionären des ehemaligen Energiekonzerns Yukos rund 50...

DWN
Politik
Politik US-Pharmakonzerne entwickeln Impfstoff gegen das Corona-Virus

Diverse US-Unternehmen arbeiten an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus. Sie hatten bereits während der Ebola-Krise...

celtra_fin_Interscroller