Syrien: Tausende Iran-Söldner wollen in den Nordosten Syriens

 

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19.01.2019 18:10
Etwa 10.000 pro-iranische Söldner wollen vom Irak aus in den Nordosten Syriens ziehen. In der Nähe planen die USA die Errichtung einer Sicherheitszone.
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Verbände der Syrischen Arabischen Armee (SAA) und Kämpfer der pro-iranischen irakischen Miliz Hashd Al-Shaabi-Soldaten bereiten sich auf eine Großoffensive gegen die Terror-Miliz IS in der östlichen syrischen Region Deir Ezzor vor, meldet die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA.

An der Offensive sollen insgesamt 10.000 Hashd Al-Shaabi-Milizionäre teilnehmen. Hashd Al-Shaabi bewacht einen Teil des syrisch-irakischen Grenzgebiets, um die Sicherheit an den Grenzübergängen zu gewährleisten. Bei der Offensive soll es vor allem darum gehen die Autobahn M2, die von Damaskus nach Bagdad führt, wiederzueröffnen. Die Autobahn M2 ist wichtig für den Handel zwischen dem Irak und Syrien.

Militärische Quellen des israelischen nachrichtendienstlichen Portals DEBKAfile bestätigen die Ansammlung von etwa 10.000 Hashd Al-Shaabi-Milizionären im Irak an der Grenze zu Syrien.  Sie werden dort vom iranischen Nahost-Kommandeur, General Qassem Soleimani, befehligt. Ihr Kommandant ist einer seiner Stellvertreter, Mahdi al-Muhandis, der ein Iraker iranischer Abstammung ist. Hashd Al-Shaabi erwartet von Präsident Baschar al-Assad grünes Licht, um nach Nordsyrien zu gelangen.

Teheran möchte nach Angaben von DEBKAfile herauszufinden, ob Israel - oder die USA - diese große Truppen-Mobilisierung durch Luftangriffe aktiv zum Stoppen bringen wollen.

Adrian Rankine-Galloway, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: “Wir teilen die Besorgnis vieler Menschen in der gesamten Region, dass die destabilisierenden Aktivitäten des Iran den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit bedrohen, und wir streben eine größere internationale Entschlossenheit an, um die bösartigen Aktivitäten des Iran zu bekämpfen.”

Sollten die Milizionäre von Hashd Al-Shaabi tatsächlich ungehindert nach Deir Ezzor und von da aus nach Nordost-Syrien einsickern, könnten sie im Norden Syriens die geplante Sicherheitszone verhindern. Zuvor hatten sich die USA und die Türkei für eine Errichtung einer Sicherheitszone eingesetzt. Problematisch für den Iran ist vor allem, dass die geplante Sicherheitszone sich direkt auf der letzten möglichen Landroute vom Iran über den Irak und Syrien bis ans Mittelmeer befindet. Die Sicherheitszone würde diesen Korridor vollständig blockieren.

Im Westen verläuft die geplante Landroute durch die Provinz Idlib, die zu einem späteren Zeitpunkt von der SAA befreit werden könnte.

Mohammad Ali Jafari, Kommandant der iranischen Revolutionsgarde, hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass der Iran seine Präsenz in Syrien beibehalten werde. “Die Islamische Republik Iran wird seine militärischen Berater, Revolutionsgardisten und Waffen auch weiterhin in Syrien lassen”, zitiert die Haaretz Jafari.

US-Strategie zur militärischen Eindämmung des Iran

Währenddessen versuchen die USA, eine Gegenstrategie umzusetzen, um die iranische Präsenz in Syrien zu minimieren. Nach Informationen der türkischen Zeitung Yeni Şafak verlegen die USA derzeit Milizionäre der kurdisch-syrischen PKK/PYD in das nordirakisch-iranische Grenzgebiet. Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak und Nordwest-Iran sollen gemeinsam mit der PKK/PYD im Notfall gegen den Iran eingesetzt werden. Der iranische Ableger der PKK/PYD ist die PJAK.

Die Regierung in Teheran versucht offenbar, diese Gefahr auszubalancieren. Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif ist am 15. Januar 2019 in den Nordirak gereist, um sich mit dem kurdischen Premier der Autonomen Region Kurdistan (KRG), Nechirvan Barzani, zu treffen. Zarif bezeichnete die Beziehungen zwischen dem Iran und der KRG als "uralt, herausragend und konstruktiv", berichtet die Tehran Times. Barzani bezeichnete die bilateralen Beziehungen zwischen Teheran und der KRG als sehr wichtig und forderte eine engere Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, einschließlich Wirtschaft und Handel.

Zarif teilte über Twitter mit: “Es ist gut, wieder in Sulaymaniya zu sein, um an einem gemeinsamen Wirtschaftsforum teilzunehmen. Ausführliche, freundliche Gespräche mit dem stellvertretenden Premier der KRG. Wir veranstalteten ein wunderbares Abendessen mit Führern fast aller kurdischen Parteien. Seltene Gelegenheit für einen inklusiven Dialog.”

Nach einem Bericht von Al-Monitor versuchen kurdisch-nationalistische Oppositionsgruppen im Iran, Unterstützung von der US-Regierung zu bekommen, um am Umsturz der Regierung in Teheran mitzuwirken. Sie erwarten, dass die USA den Iran direkt konfrontiert.

Mustafa Hijri, der Chef der Demokratischen Partei Kurdistans Irans (KDPI), besuchte Washington vom 11. bis 17. Juni, um mit Vertretern des US-Außenministeriums und Kongressabgeordneten über die Situation im Iran zu sprechen. Während es nicht ungewöhnlich ist, dass sich iranische Oppositionelle mit US-Regierungsbeamten treffen und auf Foren in Washington sprechen, signalisiert die bloße Anzahl von Treffen bei verschiedenen US-Denkfabriken ein erneutes Interesse der USA mit kurdischen Söldner-Gruppen, die gegen das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC)  im Gebirge des West-Irans kämpfen, zu kooperieren. Al-Monitor zufolge soll sich der KDPI-Chef auch mit dem Chef der Iran-Sektion im US-Außenministerium getroffen haben.

“Im Gegensatz zu früheren Treffen, in denen hauptsächlich Menschenrechtsfragen diskutiert wurden, ging es bei den letzten Treffen um wichtige politische Themen, die den Iran und die Rolle der KDPI betreffen. ... Die amerikanischen Beamten wollten die Forderungen des kurdischen Volkes verstehen”, heißt es in einer Erklärung auf der offiziellen Website der KDPI.

“Wir müssen entschlossen handeln, aber die Frage ist, wie? Indem wir mit den kurdischen Führern sprechen, die die Opposition im Iran anführen, sollten wir versuchen, einen Wandel in der Führung dieses Landes zu bewirken”, sagte Eli M. Gold, Vizepräsident des London Center for Policy Research, am 13. Juni dem Nachrichtenportal Kurdistan 24. Das London Center for Policy Research soll Trumps Ansichten über den Nahen Osten maßgeblich beeinflusst haben.

Hijri sagte in diesem Zusammenhang Kurdistan 24: “Wir als Kurden im Iran sind die vereinten Kräfte der Opposition. Wir versuchen, Freunde und Partner zu finden, um eine entscheidende Rolle bei der Veränderung des Regimes der Islamischen Republik Iran zu spielen.”


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