Kreditvergabe verzeichnete deutliche Zuwächse im vergangenen Jahr

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
10.05.2019 17:38
Die deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Schulden aufgenommen als 2017.
Kreditvergabe verzeichnete deutliche Zuwächse im vergangenen Jahr

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen (ohne Wohnungsbau und Finanzunternehmen) hat sich zum Ende des Jahres 2018 beruhigt. Die Wachstumsrate ist im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 6,6 Prozent gesunken und steht nun wieder zunehmend im Einklang mit der Entwicklung der nominalen Unternehmensinvestitionen. Dennoch ist die Kreditexpansion im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit immer noch als klar überdurchschnittlich einzustufen.

Insgesamt hat der Kreditmarkt in Deutschland im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent zulegt und damit eine außergewöhnliche Entwicklung genommen. Angetrieben von kurzfristiger Kreditaufnahme als Begleiteffekt der ins Stolpern geratenen Konjunktur markierte die Kreditvergabe im Sommer mit Zuwächsen um nahezu 10 Prozent ein neues Zehnjahreshoch.

Zwei wesentliche Faktoren waren hierfür ausschlaggebend: Die unerwartete Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung und die damit verbundene Absatzflaute im Frühjahr und im Sommer sowie die Verwerfungen in der Automobilindustrie durch die Umstellung auf das neue Emissionstestverfahren WLTP. Beides zusammen zwang die Unternehmen, ihre Lagerhaltung und deren kurzfristige Finanzierung auszuweiten. Diese Entwicklung kehrt sich nun um. Zum Jahresende hin leerten sich die Lager, die Dynamik beim Kreditneugeschäft in den kürzeren Laufzeiten lässt nach.

Im Gegensatz dazu hat sich die Kreditvergabe im Laufzeitbereich über fünf Jahre dank der robusten Investitionstätigkeit der Unternehmen beschleunigt, die sich trotz der konjunkturellen Durststrecke nicht von der Realisierung ihrer Investitionspläne abhalten lassen. Das ist für eine wirtschaftliche Abschwungphase untypisch und weist daraufhin, dass aus Sicht der Unternehmen die fundamentale Verfassung der deutschen Wirtschaft solide ist. Daneben liefern die niedrigen Finanzierungskosten und die guten Angebotskonditionen gute Argumente für den Entschluss, knappe Kapazitäten gerade jetzt auszuweiten oder zu modernisieren.

Der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, sagt: "Für eine grundlegende Trendwende am Kreditmarkt gibt es keine Anhaltspunkte, jedoch dürfte es in der ersten Jahreshälfte langsamer aufwärts gehen. Verglichen mit dem 2. Halbjahr 2018 rechnen die Banken laut Bank Lending Survey mit abnehmenden Zuwächsen bei der Kreditnachfrage. Diese Ansicht teilen wir. Denn die anhaltende Unsicherheit - insbesondere mit Blick auf den Austritt Großbritanniens aus der EU und die weiterhin schwelenden Handelskonflikte - hat den Pessimismus in den Unternehmen verstärkt. Deshalb müssen wir von mehr Zurückhaltung bei den Investitionsentscheidungen ausgehen. Auch die Banken agieren angesichts der Wachstumsflaute etwas vorsichtiger. Die Lockerungen bei den Kreditbedingungen sind zum Stillstand gekommen."


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Unser Angebot für Sie: DWN testen und alle Artikel frei lesen für nur 1€!

Überzeugen Sie sich und bekommen Sie unbegrenzten Zugriff für nur 1€!

DWN
Politik
Politik Italien führt „Corona-Stasi“ ein, um Kontaktregeln zu überwachen

Italien wird 60.000 zivile „Bürgerassistenten“ aus Freiwilligen rekrutieren. Sie sollen die Corona-Regeln auf den Straßen...

DWN
Finanzen
Finanzen Projekt „Starlink“: Tausende Satelliten sollen bald jeden Ort des Planeten bestrahlen, SpaceX schließt Vertrag mit US-Militär ab

Das US-Unternehmen SpaceX will mehr als 12.000 Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen, um jeden Flecken der Erde zu bestrahlen. Wird das...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Botschafter Grenell: Washington wird Nord Stream 2 mit neuen Sanktionen den Rest geben

Der aus Berlin scheidende US-Botschafter kündigt neue Sanktionen an, um das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 endgültig zu erledigen....

DWN
Politik
Politik Top-Diplomat der EU: China löst die USA als Weltmacht ab - Deutschland muss sich für eine Seite entscheiden

Der außenpolitische Chef der Europäischen Union, Josep Borrell, sagt, dass China die USA als weltpolitisches Machtzentrum ablösen wird....

DWN
Politik
Politik Corona stürzt Selbstständige in eine Existenz-Krise

In Deutschland und Europa müssen viele Menschen wegen der Corona-Krise den Gürtel enger schnallen. Bestimmten Gruppen droht der Abstieg...

DWN
Panorama
Panorama "Friedliche Koexistenz": Wie Mensch und Virus voneinander profitieren

Zurück zur Natur: Das ist die Antwort von Wolf-Dieter Storl auf die Corona-Krise. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten haben den...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Ticker: Bundesländer widersetzen sich Macht-Überlegungen aus Berlin

Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Liveticker.

DWN
Deutschland
Deutschland EU-Kommission arbeitet schon seit 2018 an einem EU-weiten Impfpass

Der jüngste Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn für einen Immunitätsausweis muss vor dem Hintergrund der strategischen Pläne...

DWN
Deutschland
Deutschland Wagenknecht bezweifelt Unabhängigkeit von Corona-Experten

Die ehemalige Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, bezweifelt, dass Wissenschaftler und Experten, die sich zum Corona-Virus...

DWN
Politik
Politik Teurer Spaziergang: Familie muss 1000 Euro Corona-Strafe zahlen

Eine Familie aus Stuttgart musste eine Corona-Strafe von 1.000 Euro zahlen, weil sie die Abstands-Regeln nicht eingehalten haben soll.

DWN
Marktbericht
Marktbericht Insider: Volkswagen investiert Milliarden in Chinas Autobranche

Volkswagen steht Insidern zufolge kurz vor mehreren großen Investitionen in China.

DWN
Politik
Politik Saudi-Arabien muss Waffenverkäufe drastisch zurückschrauben

Der Ölpreiseinbruch und die Corona-Krise verschlingen die Währungsreserven Saudi-Arabiens. Dem Wüstenreich droht ein finanzieller...

DWN
Deutschland
Deutschland Jugend forscht: Nachwuchs von Grünen, Linken und SPD fordert sofortige Auflösung des Verfassungsschutzes

Weil der Berliner Verfassungsschutz die Aktivisten von "Ende Gelände" als linksextrem einstuft, fordert der Nachwuchs die bundesweite...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Gestörte Lieferketten machen Medizintechnikern zu schaffen

Die Medizintechnik-Branche galt bisher als ein Wirtschaftszweig, der weniger unter der Pandemie leidet. Doch stimmt das doch nicht, wie...

celtra_fin_Interscroller