Trumps Wirtschaftskrieg

Google und Infineon brechen Geschäftsbeziehung zu Huawei teilweise ab

Nach den von der US-Regierung verhängten Sanktionen schränken erste Konzerne ihre Geschäftsbeziehungen zu Huawei ein.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Kaution: Das Logo des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei. (Foto: dpa)

Das Logo des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei. (Foto: dpa)

Die Google-Mutter Alphabet hat nach Angaben aus Firmenkreisen Teile ihrer Geschäftsbeziehungen zum Netzwerkausrüster Huawei eingestellt, nachdem die US-Regierung den chinesischen Konzern auf eine Schwarze Liste gesetzt hat. Betroffen sei der Transfer sowohl von Bauteilen als auch von Programmen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

Huawei, das auch Handys herstellt, wird demnach ab sofort keine Updates für das Betriebssystem Android erhalten. Ausgenommen von den Maßnahmen sind allerdings alle Programme mit veröffentlichtem Quelltext (Open Source).

Die nächste Generation der Huawei-Handys soll nach Angaben des Insiders keinen Zugang zum Google-Email-Anbieter Gmail und zur App-Plattform Google Play Store erhalten. Allerdings würden Details der Maßnahmen nach Angaben der Quelle noch Google-intern diskutiert.

Am Freitag hatte ein Huawei-Sprecher erklärt, Anwälte des Konzerns untersuchten derzeit die Auswirkungen als Unternehmen der Schwarzen Liste geführt zu werden.

Auch der Halbleiterkonzern Infineon hat Chip-Lieferungen an Huawei einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ zufolge ausgesetzt. Das Unternehmen aus Neubiberg bei München habe damit auf die Entscheidung des US-Handelsministeriums reagiert, Huawei auf die schwarze Liste zu setzen, berichtete das Blatt unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Quellen. Einer der Insider sprach von einer Vorsichtsmaßnahme von Infineon. Das Unternehmen werde die rechtliche Lage in dieser Woche bewerten.

Die Einschränkungen für Lieferungen an Huawei betreffen zwar im Grundsatz nur Unternehmen aus den USA. Doch sei in vielen Chips Technik aus den USA verbaut, so dass sie Juristen zufolge auch dafür gälten, hieß es in dem Bericht.

Ein Infineon-Sprecher wollte sich zu dem Bericht am Montag zunächst nicht äußern. Der Chiphersteller liefert unter anderem Microcontroller und Schaltkreise für die Stromversorgung an die Chinesen. Dem Bericht zufolge erwirtschaftet Infineon mit Huawei rund 100 Millionen Dollar Umsatz im Jahr.