Politik
"Umtriebiger Anwalt mit Polit-Ambitionen"

Liechtenstein: Hat die ´Union Bank´ Gelder aus Venezuela gewaschen?

Die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht hat ein Verfahren gegen die Union Bank eingeleitet. Die Bank soll Gelder aus Venezuela in Milliardenhöhe gewaschen haben.
02.08.2019 16:31
Lesezeit: 1 min

Das Fürstentum Liechtenstein wird derzeit von einem Banken-Skandal erschüttert, der im Zusammenhang mit Venezuela steht, aber noch nicht aufgeklärt wurde. “Inside Paradeplatz” berichtet, dass die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen die Union Bank AG ein Verfahren eingeleitet habe. 

Ein Vertreter der FMA bestätigte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: “Die Union Bank steht unter der laufenden Aufsicht der FMA. Die FMA bestätigt, Kenntnis über die publik gewordenen Vorwürfe an die Union Bank zu haben. Die FMA hat im April 2019 ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen die Union Bank eingeleitet und steht im engen Austausch mit allen involvierten Stellen. Mehrere Sofortmassnahmen wurden bereits angeordnet. Zu laufenden Verfahren erteilt die FMA keine Auskunft.”

“Inside Paradeplatz” nennt auch einen Namen, der in die Geschäfte mit Venezuela verwickelt gewesen sein soll. Das Magazin wörtlich: “Immer, wenn es um Venezuela geht, führt die Geschäfte bis auf Weiteres nicht mehr der Präsident der Union Bank, also Dastmaltchi, sondern deren Vizepräsident. Der heisst Wolfram Kuoni, ein umtriebiger Anwalt mit Sitz an der Zürcher Löwenstrasse und Polit-Ambitionen in der SVP.”

Auf eine telefonische Nachfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, wie der Vorwurf zu bewerten ist, verwies Herr Kuoni an den Pressesprecher der Union Bank AG, Reto Giudicetti.

Giudicetti sagte: “Es ist richtig, dass gegen die Union Bank AG vor dem Hintergrund einer Geldwäscherei-Verdachtsmeldung, welche die Bank im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht und gemäss geltender Compliance-Praxis an die Liechtensteiner Financial Intelligence Unit (FIU) aus eigenem Antrieb übermittelt hat, eine Untersuchung eingeleitet wurde. Die Union Bank AG kooperiert dabei vorbehaltlos und vollumfänglich mit den Behörden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir vor dem Hintergrund der laufenden Untersuchung keine weitergehenden Aussagen zum Sachverhalt machen können.”

Ob sich der Verdacht gegen die Bank erhärtet, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Das wird der Ausgang des Verfahrens zeigen. 

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Aus einem Hobby wird ein Unternehmen: Sie hatte eine Idee, er musste seinen Job kündigen
18.09.2026

Aurelija Mališauskienė, Gründerin des Unternehmens „Minimali“, begann während ihres Elternurlaubs mit der Herstellung von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkttrend „Boomerang Hiring“ – erst gekündigt, dann zurückgeholt
18.09.2026

Die Wiedereinstellung ehemaliger Arbeitnehmer wird auch in Deutschland zum wachsenden Trend auf dem Arbeitsmarkt: Wie Arbeitgeber mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Benzinpreis aktuell: Warum Tanken trotz billigerem Öl Rekorde bricht
18.09.2026

Rohöl kostet weniger als auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022, der Euro steht stärker zum Dollar. Trotzdem zahlen Autofahrer in...

DWN
Politik
Politik UN-Generalversammlung: Deutschland reist ohne Merz nach New York
18.09.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz sagt seine Reise zur UN-Generalversammlung wegen der innenpolitischen Lage ab. Die Bundesregierung betont...

DWN
Politik
Politik CO2-Speicherung unter der Nordsee: Dänemark startet Regelbetrieb
18.09.2026

Dänemark macht bei der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid den nächsten Schritt. Das Projekt „Greensand“ wechselt vom...

DWN
Politik
Politik Übergewinnsteuer für Ölkonzerne: EU-Kommission bremst Klingbeil
18.09.2026

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil drängt auf eine europäische Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Doch aus Brüssel kommt...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hilfe: Merz fordert mehr Geld von EU-Partnern
18.09.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht den Druck auf andere EU-Staaten, ihre Unterstützung für die Ukraine deutlich auszuweiten. Gemeinsam...

DWN
Politik
Politik Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Knappe Rennen setzen CDU unter Druck
18.09.2026

Kurz vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich der Kampf um die Spitzenplätze zu. Während in beiden Bundesländern...