USA gehen nach Massaker vorsichtig auf Distanz zu Saudi-Arabien

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
09.10.2016 18:24
Die US-Regierung hat sich nach dem brutalen Angriff auf eine Trauerfeier im Jemen durch eine Militärallianz, der auch die Amerikaner angehören, vorsichtig von dem Verbrechen distanziert. Eine Verurteilung Saudi-Arabiens oder gar eine Bestrafung der Verantwortlichen ist allerdings nicht zu erwarten.
USA gehen nach Massaker vorsichtig auf Distanz zu Saudi-Arabien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++ WERBUNG +++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Luftangriff auf eine Trauerfeier in Jemens Hauptstadt Sanaa mit nach UN-Angaben mehr als 140 Toten und über 525 Verletzten hat am Wochenende international Entsetzen ausgelöst. Der brutale Angriff war von der von den Saudis geführten Koalition durchgeführt worden, zu denen auch die USA gehören. Die Regierung in Washington kündigte laut Reuters an, ihre weitere Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten Koalition zu überprüfen. "Die Sicherheitskooperation der USA mit Saudi-Arabien ist kein Blankoscheck", erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price. Vertreter der Militärallianz wiesen hingegen jede Verantwortung zurück und kündigten zugleich eine von US-Experten unterstützte Untersuchung des Vorfalls an.

In der im Süden der Stadt gelegenen Veranstaltungshalle hatten sich am Samstag Hunderte Trauergäste versammelt, als Anwohnern zufolge zwei Raketen aus der Luft abgeschossen wurden. Eines der Geschosse traf das Gebäude direkt und setzte es in Brand. Die zweite Rakete schlug in der Nähe ein. Ein Sprecher der Huthi-Rebellen verurteilte den Anschlag als "bestialischen Akt". Die Vereinten Nationen zitierten Vertreter der örtlichen Gesundheitsbehörden, denen zufolge mehr als 140 Menschen starben. Ghasi Ismail, der kommissarische Gesundheitsminister der Huthi-Rebellen, die Sanaa kontrollieren, sprach dagegen von 82 Toten. Warum die Angaben so weit auseinanderlagen, war zunächst nicht klar.

Angesichts dieses sowie früherer Vorfälle müsse die Unterstützung der Militärallianz angepasst werden, damit sie besser den Werten und Interessen der USA entspreche und ein dauerhaftes Ende des tragischen Konflikts im Jemen erreicht werde, teilte der Nationale Sicherheitsrat der USA mit. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Angriff und äußerte sich entsetzt über die militärische Eskalation der letzten Wochen sowie die hohe Zahl ziviler Opfer in dem Konflikt.

In dem verarmten arabischen Land tobt ein völkerrechtswidriger Krieg zwischen Anhängern den Huthi-Rebellen und einer Allianz, die für die Wiedereinsetzung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi kämpft, die von einer von Saudi-Arabien geführten Militärallianz unterstützt wird. Die Saudis haben in de Vergangenheit immer wieder schwere Angriffe gegen zivile Ziele geflogen. Bei den UN haben die engsten Verbündeten Deutschlands im Nahen Osten die Kontrolle über den Menschenrechtsausschuss und haben daher bis jetzt erfolgreich jede Ächtung der von ihnen zu verantwortenden Kriegsverbrechen unterbunden.

Seit März 2015 sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 10.000 Menschen getötet und mehr als drei Millionen vertrieben worden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Finanzelite profitiert von angeblichem Enthüllungsbericht: Frontalangriff auf die Deutsche Bank

Das Medienportal "Buzzfeed" behauptet, bisher unbekannte Verfehlungen der Deutschen Bank aufgedeckt zu haben. DWN-Kolumnist Ernst Wolff...

DWN
Politik
Politik Ein Licht im Osten, Teil eins: Warum die Weißrussen die Solidarität Europas verdienen

Der ehemalige polnische Ministerpräsident Donald Tusk ruft Europa dazu auf, die Demonstranten in Weißrussland zu unterstützen.

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 1. Teil: Vereint gegen Deutschland und Russland

Polen begegnet Deutschland und Russland traditionell mit Argwohn. Warschau ist längt nach Washington ausgeschwenkt, um bald eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronas Erbe: Schulden, Schulden und noch mehr Schulden

Seit Jahren steigen die Schulden weltweit deutlich an. Seit Jahresbeginn sind nun alle Dämme gebrochen. Die EU hat derweil Eurobonds durch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nach dem Brexit: Entsteht ein neuer Handelsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok?

Ein verstärkter Handel mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion könnte den Brexit für Deutschland und Europa wirtschaftlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans aggressive Geldpolitik ist gescheitert: Werden EZB und EU daraus lernen?

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ist zurückgetreten, weil er mit seiner Wirtschaftspolitik gescheitert ist. EZB und EU können aus den...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gazprom sieht bis Ende 2021 eine vollständige Erholung der Öl-Nachfrage

Nach einer Prognose von Gazprom soll sich die Ölnachfrage bis Ende des Jahres erholen.

DWN
Deutschland
Deutschland Heute Klima-Demos: Spielen Corona-Abstandsregeln keine Rolle mehr?

Heute finden deutschlandweit Klima-Demos der Initiative „Fridays for Future“ statt. Umweltministerin Schulze sagte, sie sei...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Polen baut eigene Gasleitung, kappt die Verbindung mit Russland immer mehr

Was viele Länder schon seit langem versuchen, dürfte dem größten östlichen EU-Mitglied nun gelingen: Seine Abhängigkeit vom...

DWN
Politik
Politik Salafisten bewaffnen sich: Steuert die Türkei auf einen Bürgerkrieg zu?

Berichten zufolge sollen sich Salafisten-Gruppen in der Türkei für einen Bürgerkrieg bewaffnen.

DWN
Deutschland
Deutschland Gewerkschaft will Kontaktdaten von Restaurant-Besuchern digital erfassen

Die Kellner scheuen sich, die von ihren Gästen wegen Corona anzugebenden Kontaktdaten zu kontrollieren. Daher sollte nach Ansicht der...

celtra_fin_Interscroller