Finanzen

Bundesregierung gegen Änderung an Aufsichtsregeln für Versicherer

Lesezeit: 1 min
17.10.2016 14:44
Die Bundesregierung ist gegen ein Nachjustieren der erst zu Jahresbeginn eingeführten europäischen Aufsichtsregeln für die Versicherungsbranche.
Bundesregierung gegen Änderung an Aufsichtsregeln für Versicherer

In dem als "Solvency II" bekannten Regelwerk seien bisher „keine schwerwiegenden Schwachstellen“ in der Versicherungsregulierung ausgemacht worden, sagte Finanzstaatssekretär Michael Meister auf einer Konferenz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag in Berlin. „Wir können den Vorstoß der europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA daher nicht nachvollziehen, bereits jetzt grundlegende Änderungen eines zentralen Bausteins von Solvency II vorzuschlagen“, sagte der CDU-Politiker. Die Diskussion sei verfrüht.

Die EIOPA befragt derzeit Betroffene und Experten, wie der langfristige Zins ("ultimate forward ratio") künftig ermittelt werden soll, aus dem die Versicherer ihre Verpflichtungen errechnen müssen. Eine Änderung der Methode würde sich auf die risikofreie Zinsstrukturkurve unmittelbar auswirken, eine der wesentlichen Stellschrauben zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen. „Es handelt sich um ein politisches Herzstück zur Einigung auf Solvency II. Eine punktuelle Nachjustierung droht das bestehende Gleichgewicht zu zerstören“, warnte Meister. Der Vorstoß der EIOPA wirke auf ihn zum jetzigen Zeitpunkt „mehr als befremdlich“. Die Bundesregierung lehne das Vorgehen ab.

Nach dem seit Januar geltenden neuen Regelwerk "Solvency II" richtet sich der Kapitalbedarf der Versicherer in der Europäischen Union (EU) nach den Risiken, die in ihrem Geschäft stecken. Die anhaltend niedrigen Zinsen drücken derzeit auf die Kapitalpolster der Unternehmen, wie zuletzt die Finanzaufsicht BaFin in einer ersten Bilanz der neuen Kapitalvorschriften der Versicherer berichtet hatte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Trumps Energie-Politik wird revidiert: Biden bittet die Saudis um „bezahlbares Öl“

In den USA findet eine Umkehr von bislang herrschenden Dogmen in der Energiepolitik statt.

DWN
Politik
Politik USA kündigen bedingungslosen Abzug aus Afghanistan an

Die USA kündigen an, ihre Truppen bis September aus Afghanistan abzuziehen. Deutschland und die anderen Alliierten müssen mitziehen. Die...

DWN
Politik
Politik Aerosol-Forscher schreiben Brandbrief an Merkel: Ausgangssperren sind absurd und gefährlich

Die von der Bundesregierung per Sondergesetz geplanten Ausgangsbeschränkungen sind kontraproduktiv, sagen Aerosol-Forscher.

DWN
Finanzen
Finanzen Raus ins Grüne: Wie Sie ein Ferienhaus kaufen

Nicht erst zu Zeiten von Corona zieht es viele Menschen ins Grüne – darunter auch den Autor dieses Textes. Im Sommer 2020 hat er sich...

DWN
Politik
Politik Türkische Militärstrategen loben deutsches „Kriegertum“ und Bundeswehr

In einer Sendung über die Nato und den Ukraine-Konflikt sagten türkische Militärstrategen, dass Deutschland, Russland, die Türkei und...

DWN
Politik
Politik Volksgesundheit geht vor: Dänemark verzichtet komplett auf AstraZeneca-Impfstoff

Deutschlands nördlichster Nachbar Dänemark verabschiedet sich als erstes EU-Land komplett vom Einsatz des Corona-Impfstoffes...

DWN
Deutschland
Deutschland Kapazitätsgrenze erreicht: Essener Klinik-Chef warnt vor "Triage vor den Mauern der Krankenhäuser"

Der Chef der Essener Uniklink spricht von einer "Selektion von Zuweisungen."

DWN
Politik
Politik Brückenkopf nach Europa: USA und Russland wollen China in der Ukraine schlagen

Wenn es in der Ukraine zu einer Eskalation kommen sollte, würde dies einen weiteren Schlag gegen die Neue Seidenstraße Chinas nach sich...