Russland meldet Evakuierung von Zivilisten aus Aleppo

 

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26.10.2016 00:00
Nach Angaben der UN soll die Evakuierung von Zivilisten aus Aleppo gescheitert sein. Russland hingegen meldet die Evakuierung von etwa 50 Zivilisten.
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Für das Scheitern ihres Plan einer Evakuierung von Aleppo trotz einer mehrtägigen Waffenruhe haben die Vereinten Nationen Regierung und Rebellen in Syrien verantwortlich gemacht. Es sei „zutiefst bedauerlich“, dass sich beide Seiten quergestellt hätten, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Stephen O'Brien, am Montag in New York.

O'Brien kritisierte, dass in tagelangen Verhandlungen über ein sicheres Geleit für den Abtransport von Kranken und Verletzten aus der belagerten Stadt kein Ergebnis erzielt werden konnte. „Wieder einmal haben die politische und militärische Logik in Syrien über die elementare Menschlichkeit gesiegt.“

Doch nach Informationen der Nachrichtenagentur Tass sollen islamistische Söldner die Zivilbevölkerung dabei behindern, die humanitären Korridore zu nutzen. Trotzdem hätten es einige Frauen und Kinder geschafft, aus Ost-Aleppo auszubrechen, um nicht als menschliche Schutzschilde benutzt zu werden. „Ungefähr 50 Leute wurden aus der Stadt evakuiert, meistens Frauen und Kinder. Als wir unterwegs waren, schrien und zitterten die Kinder, sobald sie das Licht sahen (…) Sie hatten Angst vor dem Licht, aber dann fingen sie an zu lächeln“, so der Vize-Vorsitzende des Russischen Zentrums für die Aussöhnung der Kriegsparteien, Sergej Kapitsyn. Der Gouverneur der Provinz Aleppo, Hussein Diab, sagte Tass: „Das ist unser Volk. Wir haben alles, was nötig ist, in den humanitären Zentren vorbereitet. Wir hoffen, dass alles seinen gewohnten Gang gehen wird.“ In den Gebieten, die von den islamistischen Söldnern kontrolliert werden, sollen sich noch 3.000 Zivilisten befinden.

Am Montag hat die syrische Armee (SAA) mit Unterstützung der Russen einen strategischen Ort in der Stadt Aleppo befreit. Dabei geht es um die strategische Anhöhe Bazo, die sich im Süden von Aleppo befindet, berichtet Associated Press.

Die türkische Zeitung T24 berichtet, dass Russland und Syrien früher oder später ihren Sieg im Syrien-Konflikt verkünden werden. Die Türkei könnte in Nordsyrien keine Operation durchführen, wenn Damaskus und Moskau das nicht billigen würden. Es ist, so T24, eine durchaus positive Entwicklung, dass sich die Türkei dem russisch-syrischen Lager annähert. Die Türkei habe „ihre Hand“ aus Syrien weitgehend rausgezogen. Die Türkei hat  - entgegen der Aussagen von einigen AKP-Politikern, die nach wie vor Assad als Bösewicht darstellen – Assad als rechtmäßigen Präsidenten Syriens akzeptiert und akzeptiert offiziell auch seine Mitwirkung an einer Übergangsperiode. Die Zeitung wörtlich: „Kurzum: die USA, ihre westlichen Verbündeten, die Türkei und die arabischen Staaten werden ihre Hilfen für die Assad-Gegner nicht erhöhen. Sie werden von nun an nicht mehr denselben Einsatz wie Putin und seine Verbündeten zeigen.“

Das US-geführte Lager könne die aktuelle Pattsituation zwar noch eine Zeit lang aufrechterhalten. Doch am Ende werde Assad als Sieger aus dem Konflikt hervorgehen. Seine rechtmäßige Regierung werde die Autorität im ganzen Land – mit Ausnahme der Wüstengebiete im Osten – wieder herstellen.

The Telegraph berichtet, dass britische Truppen Söldner im Irak ausbilden wollen. An der Trainingsmission sollen sich etwa 20 britische Ausbilder beteiligen. Offiziell sollen sie für den Kampf gegen die Terror-Miliz ISIS trainiert werden. Die Briten wollen dazu Stützpunkte in der Türkei und Jordanien nutzen.

Die Washington Post berichtet, dass die CIA die „Rebellen“ in Aleppo mit neuen Waffen ausstatten möchte. Die „Rebellen“ sollen damit die Fähigkeit erhalten, sich gegen russische Flugzeuge und Artillerie zu verteidigen. Dieser Plan stehe jedenfalls auch auf der Tagesordnung des Teams zur nationalen Sicherheitsberatung von Obama. Allerdings gebe es bei hochrangigen US-Beamten eine gewisse Skepsis bezüglich des „verdeckten CIA-Programms“ zur Bewaffnung und Ausbildung von „Rebellen“, das in den vergangenen drei Jahren lief. Das CIA-Programm diente der U.S.-Strategie, wonach der syrische Präsident Baschar al-Assad gestürzt werden sollte. Clinton war eine Unterstützerin der CIA-Intervention in Syrien, als der Plan im Jahr 2012 von dem damaligen CIA-Direktor David H. Petraeus vorgeschlagen wurde. Damals war Clinton US-Außenministerin.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat von der UNO verstärkte Anstrengungen zur Evakuierung von Verletzten aus der Stadt Aleppo im Norden Syriens verlangt. Die UN-Vertreter müssten durch ein "entschlosseneres" Vorgehen die Lieferung humanitärer Hilfsgüter und die Evakuierung von Verletzten aus dem Ostteil der Stadt erreichen, sagte Lawrow nach Angaben seines Ministeriums am Dienstag in einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Wie laut AFP aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zu erfahren war, telefonierte Steinmeier am Nachmittag mit Lawrow und seinem US-Kollegen John Kerry. In beiden Telefonaten habe Steinmeier seiner Enttäuschung Ausdruck verliehen, dass es in drei Tagen Feuerpause nicht gelungen sei, Verletzte aus Aleppo zu bergen. Lawrow machte die Söldner, die den Ostteil Aleppos erobert hatten, für die Probleme verantwortliche.

Mehr als 250.000 Menschen leben im Ostteil Aleppos. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Stephen O'Brien, kritisierte, dass in tagelangen Verhandlungen über ein sicheres Geleit für den Abtransport von Kranken und Verletzten aus der belagerten Stadt kein Ergebnis erzielt werden konnte.

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