Finanzen

Rückschlag für Deutsche Telekom im Anleger-Prozess

Lesezeit: 1 min
01.12.2016 10:24
Im Prozess um einen fehlerhaften Börsenprospekt aus dem Jahr 2000 hat die Telekom einen Rückschlag erlitten. Tausende Kleinanleger fordern Schadensersatz.
Rückschlag für Deutsche Telekom im Anleger-Prozess

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  
Telekom  

Die Deutsche Telekom hat im Schadenersatzprozesses von Kleinanlegern eine juristische Schlappe erlitten, berichtet Reuters. In einem Börsenprospekt zum sogenannten dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000 sei ein Fehler aufgetreten, das Gericht habe ein Verschulden des Konzerns bejaht, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Mittwoch mit. Für über 17.000 Telekom-Kläger seien Schadensersatzzahlungen - diese summierten sich auf rund 200 Millionen Euro - nun in konkrete Reichweite gerückt, erklärte die Anwaltskanzlei Tilp. Das OLG entschied indes, es sei vom Landgericht im Einzelfall zu prüfen, ob der Prospektfehler entscheidend für die Anlageentscheidung der einzelnen Kläger gewesen sei: „Aus diesem Grund verbieten sich generelle Festlegungen“. Auch sei der Musterentscheid des OLG Frankfurt ist noch nicht rechtskräftig. Alle Beteiligten könnten Rechtsbeschwerde einlegen, über die wiederum der BGH zu entscheiden hat.

Die Telekom will den Richterspruch nun prüfen und dann entscheiden, ob sie Rechtsmittel einlegen werde, wie ein Sprecher sagte. Der Konzern sei zudem überrascht - die Telekom habe eine andere Rechtsauffassung.

Die Kleinanleger fordern von der Telekom Schadenersatz - Geld, das sie Anfang des Jahrtausends mit der einstigen „Volksaktie“ verloren hatten. In Frankfurt wird exemplarisch der Fall eines schwäbischen Pensionärs geklärt, der 1,2 Millionen Euro gefordert hatte. Der Musterkläger ist mittlerweile verstorben. Auf den Rechtsstreit hat das keinen Einfluss.

Das Verfahren zählt zu den größten und längsten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Fall wurde vor dem OLG neu aufgerollt, da der Bundesgerichtshof Ende 2014 ein Emissionsprospekt zum sogenannten dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000 als fehlerhaft einstufte. Die Telekom habe darin die Anleger in Bezug auf eine konzerninterne Übertragung von Aktien des US-Telekommunikationskonzerns Sprint getäuscht, hieß es damals. Der BGH hatte die Sache an das OLG Frankfurt zurückverwiesen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Großinvestoren schichten von Gold nach Bitcoin um

Daten aus den vergangenen Wochen deuten darauf hin, dass Privatinvestoren im großen Stil von Gold nach Bitcoin umschichten. Der aktuelle...

DWN
Finanzen
Finanzen Mehrere Zahlungsausfälle erschüttern Chinas Anleihemarkt

In den vergangenen Tagen konnten mehrere staatlich kontrollierte Unternehmen ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Ausländische...

DWN
Politik
Politik Klare Botschaft an alle: USA entsenden Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben die USA Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten entsendet. Die Mission sollte als...

DWN
Politik
Politik Das große Geschäft mit den Impfstoffen hat begonnen

Die EU einigt sich mit dem US-Hersteller Moderna, Bill Gates‘ Impfallianz erhält hunderte Millionen Dosen des Herstellers AstraZeneca...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt ist es soweit: Bundesregierung erwägt Einführung eines Corona-Soli

Medienberichten zufolge erwägt die Bundesregierung, einen Corona-Soli einzuführen, um den wirtschaftlichen Schaden der Corona-Krise...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Auf diese Maßnahmen haben sich die Bundesländer für Weihnachten und Silvester geeinigt

Die Bundesländer haben sich auf zahlreiche Maßnahmen für den Dezember geeinigt. Lesen Sie alle Einzelheiten im Liveticker.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ifo-Index zum Geschäftsklima sinkt deutlich

Die deutschen Unternehmen blicken im November branchenübergreifend skeptisch in die Zukunft.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sahra Wagenknecht: „Altmaier und Laschet müssen den Ausverkauf von Thyssenkrupp stoppen“

Die Links-Politikerin Sahra Wagenknecht fordert Wirtschaftsminister Peter Altmaier und den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet auf, den...

DWN
Politik
Politik „Great Reset“: Wie das Weltwirtschaftsforum China seit Jahren hofiert und lobt

Seit Jahren bauen das Weltwirtschaftsforum unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen RWE will in den Niederlanden Wasserstoff aus Reststoffen erzeugen

RWE ist bisher gut durch die Pandemie gekommen. Jetzt setzt das Unternehmen ein lukratives neues Projekt um.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eskalation bei Daimler: Betriebsrat ruft alle 170.000 Mitarbeiter zum Widerstand gegen Stellenabbau auf

Die politisch geforderte Wende zur Elektromobilität wird bei Daimler zehntausende Stellen kosten. Nun hat die Auslagerung der...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse stellt neue Regeln für den Dax vor: Ethische Fragen werden ausgeklammert

Die Deutsche Börse hat heute neue Regeln für die deutschen Aktienindizes vorgestellt. Der Leitindex Dax umfasst nun 40 Titel, zudem...

DWN
Politik
Politik Erdogan fordert „Ehrlichkeit“ von der EU im Umgang mit der Türkei

Der türkische Präsident Erdogan hat sich am vergangenen Sonntag positiv über die EU geäußert. Die Türkei habe sich immer als ein Teil...