Deutschland

Air Berlin: Sommergeschäft bringt keine Trendwende

Lesezeit: 1 min
06.12.2016 15:31
Air Berlin muss erneut Verluste melden. Selbst der umsatzstarke Sommer konnte der Berliner Fluggesellschaft nicht helfen.
Air Berlin: Sommergeschäft bringt keine Trendwende

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Lage bei Air Berlin spitzt sich nach einem desolaten Sommergeschäft weiter zu. Kurz vor ihrer angekündigten Aufspaltung flog Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft sogar in der wichtigsten Reisezeit des Jahres in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Minus von rund 46 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft überraschend am Donnerstagabend mitteilte. Vorstandschef Stefan Pichler warnte: Auch der Rest des Jahres werde noch keine Trendwende bringen.

Im Sommer erzielen Fluggesellschaften gewöhnlich ihre größten Gewinne und müssen damit ihre Verluste aus dem Winter ausgleichen. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte auch Air Berlin noch 56 Millionen Euro verdient.

Pichler begründete das jüngste Minus mit einem verschärften Preiskampf vor allem in der Touristik und den Kosten für die Sanierung der Fluglinie, die in den vergangenen Jahren einen Rekordverlust nach dem anderen eingeflogen hatte. Auch das dritte Quartal habe die Erwartungen des Managements nicht erfüllt.

So fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Pichler führte als Gründe eine schwache Nachfrage in der Touristik sowie den harten Preiskampf etwa auf den Strecken nach Mallorca und auf die Kanarischen Inseln an. Infolge des Nachfrageeinbruchs bei den Türkei-Urlauben hatten viele Fluglinien ihre Maschinen verstärkt auf Strecken nach Spanien eingesetzt.

Unter der Führung von Air Berlins arabischer Großaktionärin Etihad hatte Pichler Ende September einen tiefgreifenden Umbau angekündigt. Dabei soll die Kernflotte um rund die Hälfte auf 75 Flugzeuge schrumpfen, das Geschäft mit Langstreckenflügen etwa in die USA aber deutlich wachsen. Bis zu 1200 Arbeitsplätze sollen wegfallen. So soll es Air Berlin im Jahr 2018 zumindest operativ in die Gewinnzone schaffen.

Von der restlichen Flotte will Air Berlin 40 Maschinen samt Besatzung an den Lufthansa-Konzern vermieten. Dieser will sie vor allem bei seiner Billigtochter Eurowings einsetzen. Die Touristikflotte soll samt Personal in einem neuen Verbund mit Etihad und der Fluglinie Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns Tui aufgehen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Kampf gegen das Bargeld: Australiens Zentralbank startet Testphase für digitale Währung

Die Zentralbank Australiens arbeitet an der Einführung einer digitalen Währung. Damit folgt sie einem Aufruf der Bank für...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfnebenwirkungen: TK meldet fast eine halbe Million Behandlungen in 2021

Die Debatte um Impfnebenwirkungen der Corona-Impfstoffe nimmt wieder Fahrt auf. Die Techniker Krankenkasse musste nun Daten offenlegen, die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fußball-Bundesliga: Die bunte Welt der Sponsoren

Die neue Bundesligasaison bietet vielen Unternehmen eine große Bühne, um ihre Zielgruppen zu erreichen und ihre Produkte zu bewerben....

DWN
Finanzen
Finanzen EZB traut sich nicht: Maßnahmen gegen Inflation sind äußerst zaghaft

Zwar hat EZB hat die geldpolitische Straffung tatsächlich begonnen und ihre Bilanz schon um 90 Milliarden Euro reduziert. Doch im Kampf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wie Frankreich der Dijon-Senf ausgegangen ist

In den Regalen von Frankreichs Supermärkte herrscht ein akuter Mangel an Dijon-Senf. Dies ist vor allem die Folge zweier ganz unerwarteter...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OPEC stellt Weichen für Drosselung der Öl-Förderung

Die OPEC bereitet den Markt auf eine Drosselung der Öl-Förderung vor. Zugleich erwartet die IEA eine steigende Nachfrage. Öl könnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Die größten Vermögensverwalter der Welt setzen plötzlich auf Krypto

Die Vermögensverwalter Abrdn, BlackRock und Charles Schwab haben im August massive Geschäfte im Krypto-Sektor gestartet. Sie erwarten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energie-Krise: Russland erhöht Erdgas-Lieferungen an Ungarn

Ungarn hatte Russland um mehr Gas gebeten, um die Energieversorgung für den kommenden Winter sicherzustellen. Dieser Bitte kommt Gazprom...