Türkischer Innenminister: 29 Tote bei Anschlägen in Istanbul

 

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11.12.2016 03:11
Zwei Detonationen erschüttern Istanbul kurz nach dem Ende eines Fußballspiels. Es gibt Tote und viele Verletzte. Die Behörden haben eine Nachrichtensperre verhängt.
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Bei zwei Anschlägen in der türkischen Metropole Istanbul sind laut dpa mindestens 29 Menschen getötet worden. Zudem gebe es 166 Verletzte, gab Innenminister Süleyman Soylu am frühen Sonntagmorgen die neuesten Opferzahlen bekasnnt. Es gebe mehrere Festnahmen. Zuvor hatte bereits Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von Toten gesprochen. «Leider gab es Märtyrer und Verletzte», sagte Erdogan und verurteilte die Tat nach Angaben der staatlichen Agentur Anadolu aufs Schärfste. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Auf Bildern vom Tatort im Stadtteil Besiktas waren leblose Körper und Leichensäcke zu sehen. Man gehe von einem Autobombenanschlag auf die Sondereinsatzpolizei aus, sagte Soylu nach Angaben des Senders CNN Türk. Etwa anderthalb Stunden vor der ersten Explosion endete das Spiel zwischen den Erstligisten Besiktas und Bursaspor. Soylu sagte weiter, die Bombe sei explodiert, nachdem sich die Zuschauer zerstreut hatten.

Bei der zweiten Explosion in der Nähe des Parks Macka soll ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz gezündet haben, erklärte Innenminister Soylu. Der Park liegt ebenfalls im Viertel Besiktas.

Auf Fernsehbildern waren Rettungswagen zu sehen, die zur Unfallstelle rasten. Mehrere zerstörte Autos wurden gezeigt, darunter ein Minibus. Die Explosionen waren mehrere Kilometer weit zu hören. Besiktas ist ein beliebtes Ausgehviertel und am Wochenende sehr belebt. Zunächst wurde von den Behörden eine Nachrichtensperre verhängt, die sich aber nicht auf öffentliche Verlautbarungen bezieht.

Die Behörden sprengten in der Nacht zum Sonntag ein verdächtiges Fahrzeug. Der Einsatz sei in der Nähe des Besiktas-Fußballstadions erfolgt.

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK oder deren Splittergruppe TAK verüben immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte. Die türkische Regierung macht aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für zahlreiche Attentate im Land verantwortlich.

Ein Reporter sagte dem Sender CNN Türk, an diesem Samstagabend seien besonders viele Polizisten zur Absicherung des Spiels im Einsatz gewesen, weil es in der Vergangenheit Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fangruppen gegeben hatte. Die Fans von Bursaspor seien wegen einer Strafe überhaupt das erste Mal seit Jahren wieder zu einem Besiktas-Spiel zugelassen worden.

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