Finanzen

EZB rechnet 2017 mit deutlich höherer Inflation

Lesezeit: 1 min
01.01.2017 02:32
Die Europäische Zentralbank rechnet mit stärker steigenden Preisen. Sie unterstellt, dass sich die Ölpreise deutlich erholen werden, was höchst unsicher ist.
EZB rechnet 2017 mit deutlich höherer Inflation

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Der Preisauftrieb in der Euro-Zone wird nach Einschätzung der EZB im neuen Jahr stärker in Gang kommen, berichtet Reuters. „Die Gesamtinflation dürfte zum Jahreswechsel weiter anziehen - auf über ein Prozent“, heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB). Dies beruhe weitgehend darauf, dass bei der Berechnung der Jahresteuerung die dämpfenden Effekte niedriger Ölpreise nun auslaufen. Die Währungshüter erwarten, dass die Inflationsraten in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Experten der EZB veranschlagen in ihren jüngsten Prognosen für 2019 einen Wert von 1,7 Prozent. Damit würde die EZB aber weiter ihr Ziel einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent verfehlen, das sie als ideal für die Wirtschaftsentwicklung ansieht.

Der Ziel-Wert von knapp unter 2 Prozent entbehrt allerdings jeglicher wissenschaftlicher Begründung, er ist willkürlich festgelegt. Die Einschätzung der EZB, dass der Preisverfall bei Erdöl gestoppt sei und eine Gegenbewegung anlaufe, ist zudem höchst unsicher.

Im November lag die Teuerung im Währungsraum bei nur 0,6 Prozent. Seit März 2015 pumpen die EZB und die nationalen Notenbanken Monat für Monat Milliarden in das Bankensystem, um die Anleihezinsen zu drücken und Banken zur verstärkten Kreditvergabe zu bewegen. Jüngst hatte sich EZB-Chefvolkswirt Peter Praet enttäuscht über die bisherigen Effekte der Wertpapierkäufe auf die Inflation geäußert.

Erste Stimmen in Deutschland äußern sich nun dahingehend, dass geldpolitisch nicht zu spät auf ein Anziehen der Preise reagiert werden dürfe. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt davor, eine künftige Leitzinserhöhung aus Rücksicht auf politische Entwicklungen in der Euro-Zone hinauszuzögern. „Meine Sorge ist, dass im Falle unsolider Fiskalpolitik die Geldpolitik unter Druck geraten kann, auf eine Zinsanhebung zu verzichten, obwohl eine Straffung geldpolitisch angezeigt wäre“, sagte Weidmann am Donnerstag. Der Bundesbank-Chef hatte jüngst in einer Rede in Frankfurt bereits eine ähnliche Sorge anklingen lassen: Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Notenbanken würden für die Politik in die Bresche springen oder die Geldpolitik würde sich an Wahlergebnissen ausrichten.

Nach Einschätzung mancher Experten wird die Europäische Zentralbank (EZB) nicht vor 2019 am Nullzins rütteln. Um die Konjunktur zu stützen und die Inflation nach oben zu treiben, pumpen die Hüter des Euro bereits seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Monat für Monat Milliarden in das Bankensystem. Unlängst verlängerten sie das in Deutschland umstrittene Programm um neun Monate bis Ende Dezember 2017, wodurch das Gesamtvolumen der Käufe bis Laufzeitende auf 2,28 Billionen Euro anschwillt. Einem Pressebericht zufolge stimmte Weidmann nicht zu.

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