Politik

Frankreich: Anleihe-Renditen steigen vor Präsidenten-Wahl

Lesezeit: 1 min
17.04.2017 01:47
In Frankreich steigen Anleihe-Renditen vor der Präsidenten-Wahl. (Dieser Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich)
Frankreich: Anleihe-Renditen steigen vor Präsidenten-Wahl

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Renditen französischer Staatsanleihen sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Wie die Financial Times berichtet, beginnen Investoren, das Risiko eines Sieges des Front National oder des linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon in die Anleiherenditen einzupreisen. Der Abstand der Renditen zehnjähriger französischer Anleihen zu den Renditen deutscher Anleihen stieg am Dienstag auf 75 Basispunkte und erreichte damit fast jene Spanne von 77 Basispunkten, welche Ende Februar erreicht wurde und welche die höchste der vergangenen vier Jahre war.

Anleiherenditen steigen, wenn die Preise der Anleihen aufgrund verstärkter Verkäufe zu fallen beginnen. Die Rendite zehnjähriger französischer Papiere beträgt derzeit 0,93 Prozent, jene deutscher Anleihen 0,21 Prozent.

Die FT macht eine steigende Nervosität angesichts der erfolgreichen Wahlkämpfe von Front National-Chefin Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon für die Renditesteigerungen verantwortlich. Mélenchon hatte angekündigt, die Investitionen des Staates in die Wirtschaft im Jahr um etwa 250 Milliarden Euro auszubauen, die Regelarbeitszeit von 35 Stunden auf 32 Stunden pro Woche zu reduzieren und sämtliche Einkommen komplett zu versteuern, die über dem Zwanzigfachen des durchschnittlichen Einkommens in Frankreich liegen. Die Mitgliedschaft Frankreichs in der Nato soll seiner Meinung nach aufgegeben und die Mitgliedschaft in der EU neu verhandelt werden. Auch Le Pen will die EU-Mitgliedschaft des Landes neu verhandeln, die alte Landeswährung Franc wiedereinführen und französische Arbeiter gegenüber ausländischen Arbeitern zu bevorzugen.

Mélenchon liegt einer aktuellen Umfrage zufolge bei etwa 19 Prozent der Stimmen, Le Pen bei etwa 24 Prozent der Stimmen. „Der eindrucksvolle Aufstieg von Jean-Luc Mélenchon hat die Karten in diesem Wahlkampf noch einmal neu gemischt. Zwei Wochen vor dem ersten Wahlgang haben nun vier Kandidaten ernsthafte Chancen auf einen Sieg – so etwas gab es noch nie“, zitiert Bloomberg einen Analysten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Magazin Bloomberg: „Deutschlands Tage als industrielle Supermacht sind gezählt“
29.02.2024

Das führende US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg gibt eine niederschmetternde Prognose für die Zukunft Deutschlands ab: Deutschlands Tage als...

DWN
Politik
Politik Gefährdet Kanzler Scholz unsere Sicherheit? Experten kritisieren Aussagen zu Verbündeten scharf
29.02.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz gerät auch bei Politikprofis mehr und mehr in die Kritik. Hat er mit seinem "Nein" zur Lieferung des Systems...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aixtron-Aktie stürzt ab: 2024 weniger Wachstum erwartet - und nun?
29.02.2024

Die Aixtron-Aktie ist im Donnerstagshandel abgestürzt, zeitweise rutschte das Papier des Chipindustrie-Ausrüsters annähernd 20 Prozent...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nachhaltigkeitspflicht ab 2024: Wie deutsche Firmen jetzt handeln müssen!
29.02.2024

Mit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU im Jahr 2024 müssen große Konzerne ihre Bemühungen in...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission genehmigt Freigabe von Milliarden-Geldern für Polen
29.02.2024

Geldsegen aus Brüssel: Die polnische Regierung erhält Milliardengelder. Die EU-Kommission stimmt zu, eingefrorene Gelder in...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflation in Deutschland auf dem Rückzug - wovor Experten jetzt warnen
29.02.2024

Die Kaufkraft der Deutschen steigt wieder, denn die Inflation in Deutschland schwächt sich weiter ab. Nach vorläufigen Daten des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erstmals nach Corona-Flaute: Reallöhne wieder minimal gestiegen
29.02.2024

Gute Nachrichten für die Beschäftigten in Deutschland: Die Reallöhne in Deutschland sind 2023 erstmals wieder leicht gestiegen - nach...

DWN
Panorama
Panorama US-Präsident Joe Biden im Gesundheitscheck: Verschleiß, Atemmaske und steifer Gang
29.02.2024

Mit 81 Jahren ist Joe Biden der älteste aktive US-Präsident aller Zeiten. Ist er fit genug für einen der härtesten Jobs der Welt? Sein...