Politik

Falsche Polizisten: Betrüger profitieren von deutscher Obrigkeitshörigkeit

Lesezeit: 2 min
23.04.2017 00:46
Betrüger profitieren neuerdings von einer ausgeprägten deutschen Obrigkeitshörigkeit: Falsche Polizisten erleichtern naive Bürger um ihre Ersparnisse.
Falsche Polizisten: Betrüger profitieren von deutscher Obrigkeitshörigkeit

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis warnt:

Die Masche ist immer die gleiche: Skrupellose Betrüger rufen ihre Opfer an und machen ihnen glaubhaft, dass sie Polizeibeamte seien. Dabei benutzen die Täter in der Regel das sogenannte "Call-ID Spoofing". Im Telefondisplay des Angerufenen erscheint neben der Ortsvorwahl die Polizeirufnummer 110. Der falsche Polizist erklärte seinem Opfer, dass man einer Einbrecherbande auf der Spur sei und der Angerufene stände auf einer Liste potentieller Einbruchsziele. Um das Eigentum des vermeintlichen Opfers zu beschützen bietet der "freundliche Polizist" nun an, die Sachen bis zur Festnahme der Einbrecherbande in sichere Verwahrung zu nehmen. Damit dies für die Täter unentdeckt bleibt, kommt ein Polizist in ziviler Kleidung vorbei und holt die Wertsachen an der Haustür ab.

Andere Story: Die Polizei benötigt dringend die Mithilfe zur Aufklärung bei einer schweren Straftat. Bei der Hausbank des Opfers soll Falschgeld ausgegeben werden und der Angerufene wird gedrängt, Geld von seinem Sparbuch holen. Das soll er den Polizisten zur Prüfung übergeben und anschließend geprüft zurückerhalten. Gerne werden die Geschichten auch vermischt: Weil Einbrecher sich auf Sparbücher spezialisiert haben sollen die Opfer ihre Sparbücher leeren und das Geld zur sicheren Verwahrung übergeben. Mit diesen Maschen erbeuteten die wortgewandten und skrupellosen Täter in aller Regelmäßigkeit hohe fünfstellige Geldbeträge. Bei einem Fall Ende 2016 in Niederkassel machten die falschen Polizisten knapp 100.000 Euro Beute.

Bitte sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen darüber! Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade ältere Menschen zu einer gewissen "Obrigkeitshörigkeit" erzogen wurden und für diese Form des Betruges empfänglicher sind. Es geht um den gesicherten Lebensabend Ihrer Lieben und um Ihr Erbe! Nachdem in den letzten Wochen die Polizei in Köln und anschließend unsere Kollegen in Bonn vor den Betrügern gewarnt hatten, scheint nun der Rhein-Sieg-Kreis in das Visier der Telefondiebe gerückt zu sein. Es liegen mehrere Meldungen vor, dass Unbekannte mit der Rufnummer 02241 110 angerufen und sich als Polizisten ausgegeben haben. In einem Fall wurden sogar E-Mails mit dem gefälschten Briefkopf der Bonner Staatsanwaltschaft zugesandt. In keinem der Fälle sind die Angerufenen auf den Betrugsversuch reingefallen.

- Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamter/-beamtin aus, lassen Sie sich den Namen nennen und rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde an. Vergewissern Sie sich, ob es diesen Polizeibeamten/-beamtin gibt und wie er/sie erreichbar ist.

- Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.

- Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür oder ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu.

- Übergeben Sie unbekannten Personen NIEMALS Geld oder Wertsachen. Auch nicht Boten oder angeblichen Mitarbeitern der Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten.

- Falls Sie unter der Rufnummer 110 mit einer Vorwahlnummer angerufen werden, legen Sie auf und wählen Sie selbst die 110. Schildern Sie den Sachverhalt der Polizei.

- Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Administration, mehr Fokus: Mit digitaler bAV-Verwaltung den nächsten Schritt gehen

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Deutschland
Deutschland Prognose: Immobilienpreise steigen nach Corona noch schneller

Konnte die Corona-Krise dem Immobilienmarkt in Deutschland schon nichts anhaben, so rechnen Experten nun mit Nachholeffekten und weiter...

DWN
Politik
Politik Weltweit erste gezielte Aktion: Facebook löscht „Querdenker“-Kanäle als „schädliches Netzwerk“

Facebook hat ein neues Verfahren entwickelt, um weltweit „schädliche Netzwerke“ von seiner Plattform zu verbannen. Den ersten Fall hat...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstand: „Bildung muss für neue Bundesregierung Chefsache werden“

Zur OECD-Bildungsstudie, die am 16. September 2021 präsentiert wurde, erklärt der Chefvolkswirt des Bundesverbands Mittelständische...

DWN
Finanzen
Finanzen Immobiliengigant in Schwierigkeiten: Sorge vor einem Crash in China

Der Immobiliengigant Evergrande steht unter großem Finanzdruck. Der Konzern spricht selber von „beispiellosen Schwierigkeiten“. Wie...

DWN
Politik
Politik USA schmieden mit Großbritannien und Australien Militär-Pakt gegen China

Die US-Regierung schmiedet einen gegen China gerichteten Militär-Pakt mit Großbritannien und Australien. Es ist der nächste Schritt in...

DWN
Technologie
Technologie 5G, Nanobots und Transhumanismus: Neue Technologien zur Kontrolle der Menschheit

Wie die 5G-Technologie Kriege, Industrie und schließlich den Menschen selbst revolutionieren könnte: Darüber sprach DWN-Autor Moritz...

DWN
Politik
Politik Anklage im VW-Diesel-Prozess: Winterkorn wusste von Manipulationen

Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn hat nach Überzeugung der Ankläger im Diesel-Betrugsprozess schon längere Zeit vor dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Börse braucht wieder mehr Schwung - Arbeitsmarktdaten aus den USA wichtig

Die Märkte zeigen nur sehr Engagement. Nachmittags werden wieder Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht.