Finanzen

Weltweite Schulden-Aufnahme in Dollar steigt stark an

Lesezeit: 1 min
07.05.2017 02:18
Die weltweite Schulden-Aufnahme in Dollar steigt ungewöhnlich stark an. (Dieser Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich)
Weltweite Schulden-Aufnahme in Dollar steigt stark an

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Aufnahme neuer Schulden in US-Dollar hat in den ersten Monaten des laufenden Jahres weltweit ungewöhnlich stark zugenommen. Insbesondere Unternehmen aus Staaten, die unter dem Schlagwort „Schwellenländer“ subsummiert werden, haben so intensiv neue Schulden zwischen Januar und Mai aufgenommen wie nie zuvor. Dies geht aus einer Analyse von Bloomberg hervor.

Die Verkäufe von in US-Dollar denominierten Anleihen errichten bis Anfang Mai einen Gesamtumfang von etwa 160 Milliarden Dollar. Dies entspricht mehr als dem Doppelten jenes Wertes, der zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr erreicht wurde. Der Anstieg war der höchste, der jemals beobachtet wurde, seitdem Bloomberg mit der Analyse der Daten im Jahr 1999 begann. „Unternehmen wie beispielsweise Petroleo Brasileiro und Petroleos Mexicanos haben Milliarden-Anleihen verkauft. Sie stießen auf ein starkes Interesse bei Investoren, die darauf erpicht waren, eher kürzer laufenden Anleihen zu kaufen, welche nicht zu sehr von den Leitzinserhöhungen der US-Zentralbank Federal Reserve beeinflusst werden“, schreibt Bloomberg.

Die Bereitschaft der Investoren, die Schuldpapiere zu kaufen, spiegelt sich beispielsweise in hohen Zuflüssen in entsprechende Fonds wieder. Anlagefonds, die auf Anleihen aus Schwellenländern spezialisiert sind, meldeten Zuflüsse von 1,9 Milliarden Dollar, berichtet der Datenanbieter EPFR Global. Auch börsengehandelte Fonds aus diesem Bereich konnten mehr als 200 Millionen Dollar einnehmen.

Investoren aus den USA und Europa interessieren sich derzeit angeblich besonders für Unternehmensanleihen aus Staaten wie Brasilien, Indonesien oder Argentinien, weil diese vergleichsweise hohe Renditen abwerfen und eher kurze Laufzeiten aufweisen. Das Anleihe-Universum von Unternehmensschulden aus sich entwickelnden Ländern wächst stark. Derzeit haben die gesamten Verpflichtungen rund 426 Milliarden Dollar erreicht. Diese Anleihen haben eine durchschnittliche Laufzeit von 6,3 Jahren verglichen mit etwa 10,8 Jahren bei Unternehmensanleihen mit der als risikoloser eingestuften Investment Grade-Güte.

„Wenn Sie nicht zu stark von der Zinsentwicklung in den USA betroffen sein möchten, ihr Portfolio diversifizieren möchten und den Markt aufstrebender Schwellenländer bespielen wollen dann kaufen Sie schrittweise Unternehmensanleihen aus dieser Region zu“, wird ein Repräsentant der amerikanischen Vermögensverwaltung Voya Investment Management zitiert.

Ein beträchtliches Risiko für Unternehmen, die sich in Dollar verschulden, stellt eine künftige Dollar-Aufwertung gegenüber der jeweiligen Landeswährung dar, weil sie die Rückzahlung der Schulden verteuert. Dies gilt insbesondere für Firmen, die ihre Umsätze ausschließlich oder zu großen Teilen in der Landeswährung generieren.  Das Institute of International Finance schätzt, dass Unternehmen aus den Schwellenländern auf rund 1,58 Billionen Dollar sitzen, die in den kommenden fünf Jahren an ausländische Gläubiger zurückgezahlt werden müssen. Etwa 80 Prozent dieser Schulden notieren dem Institut zufolge in US-Dollar.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Politik
Politik EILMELDUNG – Trotz Dreifach-Impfung: US-Generalstabschef Milley positiv auf Corona getestet

US-Generalstabschef Mark Milley wurde positiv auf Corona getestet – trotz vollständiger Impfung plus Booster.

DWN
Deutschland
Deutschland Studie: Deutschland wird erstmals seit zwanzig Jahren zu Strom-Importeur

Einer Studie zufolge wird Deutschland ab dem Jahr 2023 zu einem Netto-Importeur von Elektrizität.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft China lockert seine Geldpolitik, während alle anderen straffen

Chinas Notenbank hat überraschend einen Schlüsselzins gesenkt. Die locker werdende Geldpolitik in dem Land steht im Gegensatz zum Rest...

DWN
Finanzen
Finanzen Auf diese 7 Gefahren müssen Anleger achten

Lieferengpässe auf der Welt stellen die Industrie vor schwerwiegende Herausforderungen. Kryptowährungen befinden sich in einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Marktanteil von E-Autos in Deutschland steigt sprunghaft auf 26 Prozent

Der Marktanteil von E-Autos in Deutschland hat sich im Jahr 2021 verdoppelt. Die Nachfrage wurde von staatlichen Förderprämien...

DWN
Politik
Politik Weitere AfD-Abgeordnete werden im Bundestag auf Tribüne verbannt

Nach der Verkürzung des Genesenenstatus auf 3 Monate werden im Bundestag bald weitere AfD-Abgeordnete auf die Zuschauertribüne verbannt,...

DWN
Technologie
Technologie Israelische Studie: Vierte Impfung nicht ausreichend gegen Omikron

Eine vierte Corona-Impfung könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen, so eine israelische Studie, schütze aber nicht ausreichend gegen...

DWN
Deutschland
Deutschland Windräder schreddern hunderttausende Greifvögel und Fledermäuse

Jedes Jahr werden hunderttausende seltene Greifvögel und Fledermäuse durch Windräder getötet. Die Windparks sollen nach dem Willen von...