Politik

Neuer Verkaufstrick der Banken: „Klimaschutz“-Papiere

Lesezeit: 1 min
12.02.2013 03:07
Mit sogenannten „ethischen Geldanlagen“ versuchen die Banken, den Kunden ein gutes Gefühl bei ihrer Vermögensanlage zu geben. Tatsächlich sind die meisten Papiere nichts anderes als Marketing-Tricks.
Neuer Verkaufstrick der Banken: „Klimaschutz“-Papiere

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell:

Korruption: Von Monti eingesetzter Rüstungs-Manager festgenommen

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor sogenannten „ethischen Geldanlagen“. Hier wird den Kunden von den Banken versprochen, dass das Geld besonders moralisch angelegt wird.

Wer tatsächlich glaubt, man könne sein Geld nach moralischen Kriterien investieren, sollte sich jedoch einmal sicherheitshalber genau informieren. Nils Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sagte dem DLF: „In vielen Bereichen muss man schon sagen, dass es sich um Marketinggags handelt. Beispiel dafür ist, wenn Investmentfonds mit dem Siegel Nachhaltigkeit oder klimafreundlich oder ökologisch werben, aber bei näherer Betrachtung da Aktien oder Unternehmen oder Unternehmensanleihen drinstecken, die eigentlich mit Nachhaltigkeit überhaupt nichts am Hut haben, das liegt daran, dass dieser Begriff nicht gesetzlich geschützt ist. Also die Anbieter können verschiedene Produkte als klimafreundlich bezeichnen, ohne dass da irgendeine Institution draufguckt, um zu prüfen, ist auch wirklich das drin, was draufsteht.“

Auch keinen moralisch besonders neuen Kriterien entspricht die Sicherheit der Papiere. Nauhauser sagte, dass es für die Papiere keine Einlagensicherung gebe: „Also falls diese Genossenschaft dann keine Erträge abwirft, oder wenn es da aufgrund von irgendwelchen Kostenentwicklungen dazu kommt, dass sogar Verluste erwirtschaftet werden, dann sind die Anleger daran beteiligt.“

Unter Nachhaltigkeit muss man in diesem Zusammenhang also verstehen, dass vor allem der Totalverlust eines mit dem Etikett „Klimaschutz“ versehenen Papieres besonders nachhaltig – weil vollständig – sein kann.

Weitere Themen

Weidmann: Deutliche Warnung vor dem Inflations-Gespenst

Niederländischer Rechnungshof fordert scharfe Kontrollen für EU-Gelder

Nordkorea: Unser Atomtest war erfolgreich

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen EZB-Chefin Lagarde mit wichtigen Versprechen an den deutschen Mittelstand

Angesichts der Corona-Krise hat EZB-Chefin Christine Lagarde dem deutschen Mittelstand versprochen, dass die Währungshüter den...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die neue Völkerwanderung: Amerikaner verlassen in Scharen die Großstädte, um aufs Land zu ziehen

In den USA findet seit einiger Zeit eine starke Binnenwanderung statt. Viele Bürger verlassen die Städte, um in ländlichere Regionen zu...

DWN
Politik
Politik Putin und Assad machen türkisch-kontrollierten Schwarzmarkt in Nordsyrien dem Erdboden gleich

Russland und Syrien haben am Freitag einen Markt und eine Raffinerie in Brand geschossen, an denen geraubtes syrisches Erdöl gehandelt und...

DWN
Finanzen
Finanzen Die lange Zutatenliste für den Inflations-Cocktail 2021

Mehrere Faktoren stehen bereit, um die Geldentwertung im laufenden Jahr anzufachen.

DWN
Politik
Politik Biden entsendet Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

US-Präsident Joe Biden hat eine Mission mit Langstrecken-Bombern in den Nahen Osten angeordnet.

DWN
Politik
Politik Klimawandel: Einer der größten Umweltverschmutzer der Welt ist die US-Armee

Aus US-Studien geht hervor, dass das US-Militär wegen seiner Militäreinsätze mehr klimaschädliche Brennstoffe und Gase verbraucht als...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Volkswagen: Kunden sollen zu gläsernen Digital-Konsumenten werden

Im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie will VW das Geschäft mit Kundendaten vorantreiben. Wer im Auto zudem mehr digitale...

DWN
Technologie
Technologie DWN Aktuell - Sicherheit zehntausender deutscher Unternehmen von globalem Hackerangriff bedroht

Als Microsoft vergangene Woche vier Sicherheitslücken bekanntgab, war von gezielten Attacken die Rede. Inzwischen entwickelt sich daraus...