Politik

Schwarzer Rauch steigt aus russischem Konsulat in San Francisco auf

Lesezeit: 2 min
02.09.2017 01:34
Aus dem russischen Konsulat in San Francisco ist schwarzer Rauch aufgestiegen. Das FBI hat eine Durchsuchung des Gebäudes angekündigt.
Schwarzer Rauch steigt aus russischem Konsulat in San Francisco auf

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Aus einem Schornstein des russischen Generalkonsulats in San Francisco ist einen Tag vor der von Washington angeordneten Schließung schwarzer Rauch aufgestiegen. Die Feuerwehr teilte am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, dass es sich nicht um einen Brand handele, vielmehr würden in dem Haus unbekannte Gegenstände verbrannt. Sie sei alarmiert worden und ausgerückt, es sei aber "alles in Ordnung". US-Medien berichten, die Feuerwehrleute hätten gesagt, dass es wegen der großen Hitze keine Notwendigkeit gegeben hätte, das Gebäude zu beheizen.

Eine Feuerwehrsprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Angestellten und Diplomaten im Konsulat seien offenbar dabei, Dinge im Kamin zu verbrennen. Feuerwehrleute vor Ort hätten bestätigt, dass Rauch aus dem Schornstein aufgestiegen sei, das Gebäude aber nicht in Gefahr sei. Ob die Feuerwehrleute das Konsulat betraten, konnte sie nicht sagen.

Ein Sprecherin des Kreml sagte laut TASS, dass das FBI angekündigt hätte, am 2. September eine Durchsuchung in dem Gebäude durchführen zu wollen. Die Mitarbeiter seien aufgefordert worden, das Gebäude für zehn bis zwölf Stunden zu verlassen. Die russische Regierung protestiere entschieden gegen dieses Vorgehen, durch das die Sicherheit russischer Staatsbürger in den USA gefährdet sei und die diplomatische Immunität verletzt würde.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag die Schließung des russischen Generalkonsulats in San Francisco sowie zweier Außenstellen in Washington und New York angeordnet. Das US-Außenministerium setzte Moskau eine Frist bis Samstag.

Die US-Regierung hat Russland am Donnerstag aufgefordert, sein Konsulat in San Francisco und weitere diplomatische Abteilungen in Washington und New York zu schließen. Washington gibt Moskau 48 Stunden Zeit, um dieser Forderung nachzukommen.

Das US-Außenministeriums formulierte in einer Mitteilung: „Die USA haben die Entscheidung der russischen Regierung, wonach unsere diplomatische Vertretung in Russland reduziert werden müsse, in vollem Umfang umgesetzt. Wir denken, dass diese Aktion sich für die Gesamtbeziehungen unserer Länder nachteilig auswirkt und ungerechtfertigt ist. Im Geiste der Gleichheit, auf die sich die russische Regierung beruft, verlangen wir die Schließung des russischen Generalkonsulats in San Francisco, eine Abteilung der Botschaftskanzlei in Washington D.C. und eine konsularische Abteilung in New York City. Diese Schließungen müssen bis zum 2. September durchgeführt werden. Mit dieser Aktion werden beide Länder mit jeweils drei Konsulaten vertreten bleiben. Die USA hoffen – nachdem dem Wunsch der Russischen Föderation nach Gleichheit entsprochen wurde –, dass wir auf weitere Vergeltungsmaßnahmen verzichten können, um das erklärte Ziel unserer beiden Präsidenten zu erreichen: Verbesserte Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und eine verstärkte Zusammenarbeit auf den Gebieten von gegenseitigem Interesse. Die USA sind bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, soweit diese notwendig und gerechtfertigt ist.“

Wie Russland reagieren wird, bleibt unklar. „Wir werden antworten, sobald die Bewertung abgeschlossen ist. Ich möchte darauf hinweisen, dass es nicht wir waren, die diese gegenseitigen Sanktionen initiiert haben, sondern die Obama-Regierung. Sie wollten die Beziehungen zwischen Russland und den USA beschädigen und den US-Präsidenten Donald Trump daran hindern, konstruktive Vorschläge vorzulegen“, zitiert die Tass den russischen Außenminister Sergej Lawrow, der sich am Freitag äußerte.

Zuvor hatte der Kreml eine Reduzierung des US-Botschaftspersonals in Russland um 755 Mitarbeiter angeordnet. Die Mitarbeiter sollten bis zum 1. September Russland verlassen haben. Auslöser des diplomatischen Streits ist die Beschlagnahmung von russischen Gebäuden und die Ausweisung von russischen Diplomaten als eine der letzten Amtshandlungen von US-Präsident Barack Obama.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman: Wenn Biden die US-Wahlen gewinnt, explodiert der Silberpreis

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November empfiehlt Goldman Sachs Investoren, sich vom Dollar zu trennen und Silber zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Messerattacke in Dresden hat islamistischen Hintergrund, Generalbundesanwalt ermittelt

Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden hat offenbar einen islamistischen Hintergrund. Der 2015 eingereiste...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Politik
Politik Macron kündigt „Schlacht“ gegen den Islamismus in Frankreich an

Der französische Staatspräsident Emanuel Macron hat eine lange „Schlacht“ gegen die islamistische Ideologie angekündigt. Diese werde...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fertighaus-Hersteller befinden sich trotz Corona auf Rekordkurs

Die Produzenten von Fertighäusern zählen zu den ganz wenigen Branchen, die sich während der Krise sehr gut entwickeln. Der Bundesverband...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung stärkt Handlungsfähigkeit deutscher Geheimdienste bei digitaler Überwachung

Die Bundesregierung räumt den deutschen Geheimdiensten mehr Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten im technologischen Bereich ein.

DWN
Politik
Politik Gesundheitsminister Jens Spahn will seine im März erhaltenen Sonderrechte unbegrenzt verlängern

Im März hatte der Bundestag Gesundheitsminister Jens Spahn weitreichende Sonderrechte eingeräumt. Diese sollen nun nach Spahns Willen...

DWN
Politik
Politik „Keine übertriebenen Ängste schüren“: Corona als ultimative Herausforderung an die Politik

Zur erfolgreichen Pandemiebekämpfung muss die Politik für klar verständliche, widerspruchsfreie, einheitliche Regeln und deren...

DWN
Finanzen
Finanzen „Das Börsenjahr 2020 ist für viele bisher unerklärlich“

Das Börsenjahr 2020 hat das Verhalten der Privatanleger entscheidend geändert, so Michael Kopf von der Patriarch Multi-Manager GmbH. Sie...

DWN
Politik
Politik Stunde Null: Verbündeter des gestürzten Präsidenten Morales gewinnt Wahl in Bolivien

Etwa ein Jahr nach dem vom Militär erzwungenen Rücktritt des langjährigen Präsidenten Evo Morales gewinnt dessen Verbündeter Luis Arce...

DWN
Politik
Politik Facebook und Twitter zensieren Berichte über mögliche Verstrickungen von Bidens Sohn

Mehrere E-Mails deuten darauf hin, dass der Sohn des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, Hunter Biden, die Stellung...

DWN
Finanzen
Finanzen Ende des Börsenbooms? Was der drohende Lockdown für Anleger bedeutet

DWN-Börsenspezialist Andreas Kubin analysiert in gewohnt launischer Art, was die jüngsten Anti-Corona-Maßnahmen für Anleger bedeuten.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche kaufen immer häufiger teure Neuwagen: SUV, E-Autos und Premium-Marken liegen im Trend

Die Preise für Neuwagen steigen – doch die Deutschen sind bereit, diese zu bezahlen.